Autor: Wümme Zeitung – 6. September 2019 (e-Paper); Foto: Tobias Dohr

Der punktlose SV Blau-Weiß Bornreihe will ausgerechnet im Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Rotenburg den ersten Sieg einfahre

Nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen der neuen Landesliga-Saison stehen die Fußballer des SV Blau-Weiß Bornreihe aktuell auf dem letzten Tabellenplatz – und somit schon ziemlich unter Druck. „Es ist zu früh, um von einer Krise zu sprechen, aber wir wissen alle, dass wir in einer schwierigen Situation sind“, erklärt Michael Rickers vor dem Heimspiel der “Moorteufel” gegen den Rotenburger SV (Sonntag 15 Uhr).

Auch der Bornreiher Coach hatte sich den Saisonstart natürlich ganz anders vorgestellt, stellt sich aber weiterhin vor sein Team: „Es liegt in meinem Verantwortungsbereich, dass wir unsere Fehler abstellen. Unter der Woche haben wir die Probleme intensiv angesprochen und ich glaube, dass die Mannschaft verstanden hat“, so Rickers. Im Fokus stand dabei vor allem die Mentalitätsfrage, denn mangelnde fußballerische Qualität ist keineswegs das Problem der Blau-Weißen.

In allen drei Partien zeigten sie in bestimmten Phasen ihre ungemeine Spielstärke und dominierten den jeweiligen Gegner klar. Doch nicht nur bei der jüngsten 3:4-Schlappe gegen den Aufsteiger VSV Hedendorf/Neukloster belohnte sich die Rickers-Elf nicht ausreichend. Durch unnötige Gegentore wurden die Gegner stattdessen zurück in die Partie geholt, im Anschluss an solche Rückschläge fehlte die Struktur im Spiel. „Da spielt auch der Kopf eine Rolle. Alle wollen plötzlich etwas Besonderes machen, statt einfach unser Spiel durchzuziehen“, zeigt sich Bornreihes Kapitän Nils Gresens selbstkritisch.

In dasselbe Horn stößt auch sein Trainer: „Erst einmal spricht es ja für die Jungs, dass alle Verantwortung übernehmen wollen. Wir müssen unsere Leistung aber über die gesamte Spieldauer auf den Platz bringen, diszipliniert bleiben und im Kollektiv agieren. Wir müssen 90 Minuten kämpfen und laufen, dann kommt das Spielerische von allein“, beschwört Michael Rickers alte Bornreiher Tugenden. Und auf genau die wird es auch am morgigen Sonntag ankommen, wenn der verlustpunktfreie Tabellenführer seine Visitenkarte im Teufelsmoor abgibt.

Auch wenn die Gemütslage der beiden Kontrahenten momentan wohl kaum unterschiedlicher sein könnte, liegt vielleicht gerade in der scheinbar klaren Ausgangslage die Chance der Hausherren. „Letzter gegen Erster, keiner gibt einen Pfifferling auf uns, zu diesem Zeitpunkt ist es das leichteste Spiel der Saison. Vielleicht kommt uns diese Situation entgegen“, mutmaßt Rickers. Leicht wird die Aufgabe gegen die Wümmestädter aber keineswegs – grundlos steht der defensivstarke RSV nicht ganz oben. „Rotenburg kommt über ein gutes Kollektiv und eine stabile Defensive. Dazu haben sie einige schnelle Spieler in ihren Reihen“, warnt Nils Gresens.

Dennoch glaubt der SV-Spielführer auch in diesem Duell an seine Teamkollegen: „Die Stimmung passt weiterhin und die Intensität im Training auch. Wir sind qualitativ nicht schlechter als Rotenburg, entschieden wird das Spiel aber durch den Kampf. Da müssen wir alles reinhauen und uns das Spielglück, das uns zuletzt fehlte, durch Einsatz und Bereitschaft zurückholen“, sagt ein hochmotivierter „Kokser“ Gresens. Trotz oder gerade wegen des aktuellen Negativlaufs erscheint ein ganz besonderer Fußballnachmittag im Teufelsmoor keineswegs ausgeschlossen – auch wenn mit Philip Bähr und Tom Heydenreich zwei Akteure fehlen werden.

„Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt, wollen das Pendel aber jetzt in die andere Seite ausschlagen lassen. Und um es übertrieben zu sagen: Man kann auch mit drei Niederlagen noch Meister werden“, schmunzelt Nils Gresens. Keine Frage: Die Bornreiher wollen mithilfe des eigenen Publikums endlich den Bock umstoßen. Damit die Saison endlich richtig losgehen kann und trotz des missglückten Starts doch noch zu einer Erfolgsgeschichte wird. Ein Heimsieg gegen den Tabellenführer wäre da sicher schon einmal ein guter Anfang.