Autor und Foto: Jan-Henrik Gantzkow / Wümme Zeitung (e-Paper)

Gegen den neuen Spitzenreiter aus Lüneburg kassiert der SV Bornreihe allerdings völlig verdient ein 1:3

Die Fußballer vom SV Blau-Weiß Bornreihe stecken weiterhin tief im Tabellenkeller der Landesliga Lüneburg fest: Im Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer MTV Treubund Lüneburg kassierten die „Moorteufel“ eine 1:3 (1:1)-Pleite und bleiben mit drei Zählern aus mittlerweile neun Spielen auf dem letzten Platz. Zwar gingen die Bornreiher wie sooft in dieser Saison in Führung, letztlich war die Niederlage aber verdient.

„Wir hätten noch höher verlieren können. In der ersten Hälfte haben wir es noch ganz gut gemacht, aber den Gegner auch da schon zu oft eingeladen. Wir haben nur reagiert und im läuferischen Bereich viel zu wenig gezeigt. Momentan haben wir einfach zu viele Ausfälle, die wir nicht kompensieren können“, bilanzierte Bornreihes Coach Michael Rickers nach dem neuerlichen Misserfolg. Da sich vor Anpfiff auch noch der erkältete Kapitän Nils Gresens in die ellenlange Ausfallliste eingereiht hatte, war klar, dass die Aufgabe gegen die bärenstarken Lüneburger geradezu unlösbar sein würde. Allerdings machten es die Hausherren dem hochgehandelten Kontrahenten häufig auch zu einfach.

Pasbrigs frühe Glanzparaden

Oft reichte den Gästen ein langer Ball auf ihre schnellen Spitzen, um die hochstehende Viererkette der Bornreiher auszuhebeln. Bereits in den ersten zehn Minuten musste Schlussmann Ole Pasbrig mehrfach in höchster Not retten, mit zwei Glanzparaden verhinderte er früh einen möglichen Rückstand (2./9.). Auch in der Folgezeit blieben die Lüneburger das aktivere Team, allerdings kämpften sich die Hausherren nach und nach in die Partie. Und belohnten sich dafür prompt.

Loris Menger und der extrem agile Jeremy da Rocha Nunes erarbeiten durch großen Einsatz einen Freistoß, da Rocha Nunes zirkelte diesen aus über 25 Metern sehenswert ins Netz (18.). Dieser Treffer gab den Blau-Weißen mehr Selbstvertrauen, einige gewonnene Zweikämpfe führten zu aussichtsreichen Umschaltaktionen. Einmal bekam der durchstartende Pascal Kranz den Ball aber nicht mehr unter Kontrolle (21.), wenige Minuten danach zielte er zu zentral (21.). Allerdings wurden auch die Gäste wieder stärker. Nach einem der vielen Diagonalbälle zögerte Moritz Koch jedoch zu lange (32.). Vier Minuten später lag der Ball dann im Netz, Nico Goldberg stand zuvor aber wohl knapp im Abseits. Es schien also fast so, als könnten die tapfer kämpfenden „Moorteufel“ den knappen Vorsprung in die Kabine retten – ehe eine Minute vor der Pause dann aber doch der Ausgleich fiel. Nach einem langen Ball überlupfte Koch den herauseilenden Pasbrig.

In der zweiten Hälfte schwanden bei der Rickers-Elf dann spürbar die Kräfte, im Offensivspiel fehlte es an Ideen und Anspielstationen. Und auch in der Arbeit gegen den Ball wurden die (Konzentrations-)Lücken immer größer. Max Ratzeburg konnte sich nach einem Einwurf so viel zu leicht gegen zwei Gegenspieler durchsetzen, gegen seinen platzierten Abschluss war auch Ole Pasbrig, bester Bornreiher an diesem Tag, machtlos (60.). Nur fünf Minuten später gab die Heimelf dann einen scheinbar schon eroberten Ball wieder ab, Tim Franke traf im zweiten Versuch zur Vorentscheidung.

Zwar versuchte Michael Rickers noch einmal alles und brachte mit Anil Morkan und Philip Bähr neue Offensivkräfte, die Umstellung auf Dreierkette brachte aber auch keine neuen Impulse mehr. Einzig Jeremy da Rocha Nunes kam noch zu einem nennenswerten Abschluss, scheiterte aber am Fuß von MTV-Keeper Rene Hußmann (73.). Statt einer echten Schlussoffensive sahen die wenigen Zuschauer weitere Hochkaräter der Gäste. Allein in den letzten fünf Minuten vergaben diese eine ganze Reihe glasklarer Chancen und somit einen durchaus möglichen Kantersieg. Dementsprechend ernüchtert war die Stimmung im Anschluss an das Spie. Jetzt hoffen sie in Bornreihe, dass am kommenden Wochenende im Auswärtsspiel beim SV Eintracht Lüneburg einige wichtige Spieler in den Kader zurückkehren.