Von wegen verunsichert

SV Blau-Weiß Bornreihe

2. März 2020
Autor: Tobias Dohr; Foto: Osterholzer Kreisblatt

Fußball-Landesligist Bornreihe spielt beim 4:2 in Westercelle richtig stark auf

Was sind Testspielergebnisse wert? Wenn es nach Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe geht, nicht viel. Da verloren die “Moorteufel” in der Vorbereitungszeit gleich dreimal – und zum Teil sehr deutlich – gegen Bremen-Ligisten, sodass vielen im Umfeld des Vereins schon angst und bange wurde. Doch im ersten Punktspiel des Jahres zeigte sich die Mannschaft um Nils Gresens nun hellwach. Mit 4:2 (1:1) setzten sich die Bornreiher am Ende auf dem nagelneuen Kunstrasenplatz des VfL Westercelle durch – und das völlig verdient.

Die Blau-Weißen bestätigten damit die Vorahnung ihres Spielertrainers, der trotz der deutlichen Testspielpleiten mit einem guten Gefühl nach Westercelle gereist war. Denn die beiden letzten Trainingswochen waren laut Gresens richtig gut gewesen. “Wir haben die Partie fast über die komplette Spielzeit dominiert und dabei einen richtig guten Ball gespielt”, berichtete Gresens. Gerade einmal 50 Sekunden waren gespielt, da hatte Philip Bähr, der als einzige Spitze in der Startelf stand, die erste Großchance auf dem Fuß. Auch Michel Klimmek und Loris Menger kamen danach aussichtsreich zum Abschluss.

So war der Bornreiher Führungstreffer letztlich nur die logische Konsequenz dieser Überlegenheit. Über die linke Seite spielten sich die Gäste erstklassig vor das gegnerische Tor, Pascal Kranz flankte und Philip Bähr drückte das Leder in der Mitte mithilfe des Pfostens zum 1:0 über die Linie (37.). Die Freude über diesen Treffer währte allerdings nur wenige Sekunden. Denn im direkten Gegenzug glich Westercelle in Person von Tim Runge bereits wieder aus. “Da haben wir einfach kollektiv gepennt”, schilderte Gresens die Szene, in der ein langer Ball ausreichte, um die komplette SVB-Hintermannschaft aus den Angeln zu heben.

So gingen die “Moorteufel” mit einem 1:1 in die Pause – und Gresens wusste: “Das einzige Negative an unserem Spiel war das Ergebnis.” Und wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn die Hausherren ihre große Chance zu Beginn der zweiten Halbzeit genutzt hätten? Doch mithilfe von Torwart Ole Pasbrig und Linksverteidiger Kevin Sammann, die den Ball von der Linie kratzten, überstanden die Bornreiher die frühe Schrecksekunde. Und übernahmen fortan auch wieder die Spielkontrolle.

Beim erneuten Führungstreffer nahm sich der stark aufspielende Michel Klimmek ein Herz und zog aus 16 Metern ab. Der Ball wurde leicht abgefälscht und schlug unhaltbar unter der Latte ein (51.). Beim 3:1 war es schließlich Pascal Kranz, der einen über rechts schön herausgespielten Angriff über Hendrik Lütjen gekonnt abschloss (60.). Und spätestens, als Lütjen selbst in der 74. Minute das 4:1 gelang, war die Partie entschieden. “Und Westercelle war mit diesem Zwischenstand wirklich noch gut bedient”, berichtete Nils Gresens von zahlreichen anderen guten Möglichkeiten der Bornreiher. Alleine Philip Bähr hätte an diesem Nachmittag einiges für sein Torekonto tun können.

Doch lediglich die Gastgeber waren in der Nachspielzeit noch einmal erfolgreich. Nach einer Ecke waren die Bornreiher gedanklich wohl schon unter Dusche und Calvin Smith stellte den 2:4-Endstand her. Das konnte die gute Laune der “Moorteufel” aber nicht mehr trüben. Anders wäre das sicherlich gewesen, wenn sich ein Bornreiher Akteur in der letzten Viertelstunde noch verletzt hätte. Denn laut Gresens ging der Gegner spätestens nach dem 1:4 etwas zu robust zu Werke. Doch der ansonsten sehr gut leitende Schiedsrichter Lukas Höft ließ die Karten in der Schlussphase stecken. “Und mindestens zwei Gelbe Karten hätte man eigentlich ziehen müssen, aber dann wäre das auch beides Gelb-Rot gewesen”, berichtete Gresens. Am Ende war aber auch das egal, denn niemand zog ernsthafte Blessuren davon. Und vor allem: Das Spiel war ja gewonnen. Und genau so hatten sich die Bornreiher den Punktspielstart gewünscht.