Autor: Dennis Schott / Wümme Zeitung – 16. September 2019; Foto: Tobias Dohr

Fußball-Landesligist SV Bornreihe geht erst in Führung, bricht dann nach einem Doppelschlag aber ein – 1:3 beim TuS Harsefeld
Was ist bloß mit dem SV Blau-Weiß Bornreihe los? Diese Frage erscheint nach dem fünften Spiel in der Fußball-Landesliga Lüneburg mehr als berechtigt. Das Team von Trainer Michael Rickers bezog mit dem 1:3 (1:0) beim TuS Harsefeld nun bereits die fünfte Niederlage. Damit bleiben die „Moorteufel“ als einziges Team der Liga noch ohne jeden Punktgewinn und zieren nach wie vor das Tabellenende.

Die Auswärtspartie vom Sonnabendnachmittag war einmal mehr symbolisch für den bisherigen Saisonverlauf der Blau-Weißen. Sie begannen gut, bekamen nach dem ersten Nackenschlag allerdings keinen Zugriff mehr auf das Spiel. Coach Rickers sprach hinterher von einer „desolaten zweiten Halbzeit“, in der er „keine Einstellung, keinen Zusammenhalt“ in seiner Mannschaft ausmachen konnte.

Dabei war der Beginn nicht einmal schlecht gewesen. „Für die Situation, in der wir uns befinden, war das schon in Ordnung“, bestätigte der Bornreiher Coach. Die Gäste standen kompakt und versuchten ein uns andere Mal, Nadelstiche zu setzen. Und sie bewiesen dabei zudem, dass sie richtig schönen Fußball spielen können. So wie bei der Führung durch Hendrik Lütjen, der nach einer sehenswerten Ballpassage über außen bedient worden war und zur Führung traf (39.). Ein Treffer der Marke „Bilderbuch“, wie Michael Rickers festhielt, und einer, der seine Wirkung beim Gegner nicht verfehlte. Denn kurz darauf besaß Hendrik Lütjen die große Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, zog allein auf den gegnerischen Keeper zulaufend aber den Kürzeren. „Vielleicht hat Hendrik einen Haken zu viel gemacht“, ärgerte sich Rickers, dass der gegnerische Keeper den Ball noch um den Pfosten lenken konnte. Und dennoch: Die Führung war der gerechte Lohn einer soliden ersten Hälfte gewesen. Zumal von den Hausherren nicht viel kam. Und dabei blieb es auch zunächst. Michael Rickers sprach sogar von einem „erschreckend schwachen Gegner“, ein Umstand, der die Niederlage im Nachhinein in einem noch fahleren Licht erscheinen ließ. Es dauerte aber auch gar nicht lange, bis die Gäste den Ausgleich schlucken mussten.

Gerade vier Minuten waren nach Wiederbeginn gespielt, da traf Leandro Dittmer zum Ausgleich. Weitere vier Minuten lagen die Bornreiher dann auch schon im Rückstand, Nico Osuch machte den Doppelschlag perfekt. Beim Zustandekommen dieser Treffer machte der Bornreiher Coach eine „komplette Passivität“ und „Fehler im Stellungsspiel“ aus. Was allerdings nicht minder enttäuschend war: Dass bei den „Moorteufeln“ danach kein rechtes Aufbäumen zu erkennen war. Bei den Offensivbemühungen beobachtete Michael Rickers „nichts Zwingendes“, von vergleichbaren Ballpassagen wie vor dem 1:0 waren die Gäste im zweiten Abschnitt jedenfalls weit entfernt.

So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass statt des 2:2 das 1:3 fiel. Zehn Minuten vor dem Ende markierte Dennis Osuch die Entscheidung. „Wir werden das intern ganz klar besprechen“, entgegnete Michael Rickers auf die Frage, ob und welche Konsequenzen auf die sportliche Misere gezogen werden.