Autor: Klaus Grunewald; Foto: Christian Kosak (Osterholzer Kreisblatt)

Statt Pokal-Verteidiger VfL Wildeshausen spielt Kreisligist SV Löhnhorst beim 9. Schmidt + Koch-Cup.

Damit hat so mancher Spieler des SV Löhnhorst wohl schon öfter geliebäugelt, jetzt wird der Traum Wirklichkeit: Zum ersten Mal in der Geschichte des überregional anerkannten Fußball-Events um den Schmidt + Koch-Cup nimmt der Osterholzer Kreisligist mit seiner ersten Herrenmannschaft an dem mit insgesamt 1650 Euro dotierten Blitzturnier teil, das an diesem Freitag zum neunten Mal startet und mit dem Finale am Sonntag endet.

Den Löhnhorster Kickern dürfte es egal sein, als Notlösung eingestuft zu werden. Sie springen nämlich für Pokalverteidiger VfL Wildeshausen (Landesliga Weser-Ems) ein. Dieser hatte vor einem Jahr überraschend das Finale gegen den favorisierten Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack nach einem 0:3-Rückstand mit 4:3 gewonnen, der seine Teilnahme dieses Mal aus Termingründen abgesagt hat. Die Kreisstädter aus dem Land Oldenburg wollten dagegen den Wanderpokal an diesem Wochenende unbedingt verteidigen. Doch der zuständige Fußballverband machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er verpflichtete den VfL Wildeshausen angeblich kurzfristig, an diesem Wochenende zu einem Bezirkspokalspiel anzutreten.

Als Löhnhorsts Fußball-Abteilungsleiter Lothar Klitsch die Hiobsbotschaft erhielt, war guter Rat teuer. Wer könnte kurzfristig für den Cup-Verteidiger einspringen und mindestens dessen Leistungsstärke besitzen? Eine Frage, die letztlich nicht beantwortet werden konnte. Das Löhnhorster Organisationsteam ließ zwar die Telefondrähte glühen, einen adäquaten Ersatz für den VfL Wildeshausen aber fand es nicht. Deshalb wurde zunächst überlegt, dessen Kontrahenten in der Gruppe B, Blumenthaler SV (Bremen-Liga) und SV Blau-Weiß Bornreihe (Landesliga Lüneburg), nicht wie geplant 45 Minuten, sondern anderthalb Stunden gegeneinander spielen zu lassen. Der Sieger wäre ins Finale eingezogen, der Verlierer ins kleine Endspiel.

Mit dieser Lösung aber, so Lothar Klitsch, habe man sich nicht anfreunden können. Deshalb verständigten sich die Turnierplaner schließlich darauf, die eigene erste Herrenmannschaft  in der Gruppe B spielen zu lassen. Dort stehen sich am Sonnabend um 17 Uhr zunächst Blumenthal und Cup-Debütant Bornreihe gegenüber, während die Löhnhorster um 18 Uhr gegen die „Moorteufel“ ins Geschehen eingreifen werden. Danach, ab 19 Uhr, müssen sie noch einmal 45 Minuten lang gegen den Blumenthaler SV ran. Ob ihnen zur Freude der eigenen Fans eine Überraschung gelingt, ist zwar nicht auszuschließen; doch der Kreisligist tritt natürlich als krasser Außenseiter an.

Eröffnet wird der 9. Schmidt + Koch-Cup an diesem Freitag mit der Begegnung zwischen dem Rotenburger SV aus der Landesliga Lüneburg und dem frisch gebackenen niedersächsischen Oberligisten FC Hagen/Uthlede (18.30 Uhr). Danach trifft das Team von Trainer Carsten Werde auf den amtierenden Bremer Meister Brinkumer SV (Anstoß 19.30 Uhr). In diesem Match könnte bereits eine Vorentscheidung um die Teilnahme am Finale fallen. Allerdings müssen die Brinkumer am Freitag um 20.30 Uhr möglichst auch noch gegen den Rotenburger SV punkten.

Die beiden Gruppenersten bestreiten am Sonntag um 17 Uhr das Finale, während die Gruppenzweiten zwei Stunden früher um den dritten Rang fighten. Beide Endspiele  laufen über die volle Zeitdistanz von 90 Minuten. Die Siegerehrung soll gegen 19 Uhr stattfinden. Neben dem Wanderpokal erhält der Cup-Gewinner 750 Euro, auf den Verlierer im Finale warten 500 Euro als Trostpreis. Der Sieger im kleinen Finale nimmt einen Scheck über 300 Euro entgegen und der Viertplatzierte erhält immerhin noch 100 Euro.

Damit die sommerlichen Hitzewellen den Organisatoren keinen Strich durch die Rechnung machen, hat der SV Löhnhorst nach den Worten von Lothar Klitsch vor allem eine intensive Platzpflege betrieben. Weil der eigene Brunnen so gut wie leer war, musste der Rasenplatz schließlich mit Hilfe eines Feuerwehrschlauchs, angeschlossen an einen Hydranten, gewässert werden. Auch für Schatten sei gesorgt, sagt Klitsch. Es werden schützende Zeltdächer aufgebaut. Neu ausgewiesen sind schließlich Parkmöglichkeiten  auf einem freien Feld an der Straße Hinter den Fuhren.