Unangenehmer Gegner, angenehmes Ergebnis

SV Blau-Weiß Bornreihe

7. September 2020
Autor: Dennis Schott; Foto: Wümme Zeitung

Landesligist SV Bornreihe behält in einem hitzigen Spiel beim TSV Ottersberg mit 2:1 die Oberhand

Es hätte gar nicht zu dieser Hektik kommen müssen, die Tore des SV Blau-Weiß Bornreihe fielen vom Zeitpunkt her gesehen nämlich ideal. Bereits nach neun Minuten traf Meikel Klee zum 1:0, unmittelbar nach Wiederanpfiff erhöhte Michel Klimmek auf 2:0 (50.). Eigentlich hätte dies dem Fußball-Landesligisten so sehr in die Karten spielen müssen, dass er den Sieg beim TSV Ottersberg souverän herunterspielt. Tat er aber nicht! Das lag jedoch nicht nur an den Bornreihern selbst.

Die gastgebenden Ottersberger hatten einen ordentlichen Teil dazu beigetragen, dass Schiedsrichter Tom-Florian Holzky eine bis in die Nachspielzeit hektische Partie leiten musste. „Das ganze Spiel war hitzig. Der Schiedsrichter hat es aber auch zugelassen“, erklärte Bornreihes Spielertrainer Nils Gresens und war gleichzeitig um eine diplomatische Beurteilung der Spielweise des Gastgebers bemüht. Er drückte es so aus: „Ottersberg ist nicht angenehm zu bespielen.“

Umso erleichterter war er, dass die „Moorteufel“ in diesem hitzigen Eröffnungsspiel am Freitagabend mit 2:1 (1:0) die Oberhand behielten. Das war es, was zählte: ein Sieg. Schließlich hatte Gresens im Vorfeld betont, wie wichtig es sei, bei diesem veränderten Modus gut aus den Startlöchern zu kommen. Und er wusste, dass die Aufgabe beim TSV Ottersberg keine einfache werden würde. Was nicht nur an der vorherigen 2:6-Pleite lag. Und so wandelten die Gastgeber auch diesmal stark an der Grenze des Erlaubten, rieben sich in vielen Diskussionen mit dem Schiedsrichter auf und versuchten die Bornreiher zu provozieren. So habe Nils Gresens „viele eklige Zweikämpfe und versteckte Fouls“ ausgemacht. Man kann sich gut vorstellen, dass die Partie nach dem Anschlusstreffer von Ottersbergs Andi Julian Marks Ramirez, der einen Freistoß aus dem Halbfeld wuchtig in die Bornreiher Maschen köpfte (72.), an Emotionalität gewann.

„So ein Gegentor kann aber immer fallen“, wollte Gresens seiner Abwehr keinen Vorwurf machen. Er trauerte vielmehr den vergebenen Möglichkeiten von Michel Klimmek, der das 3:0 auf dem Fuß hatte, und Jeremy da Rocha Nunes, der das 3:1 hätte besorgen können, hinterher. Letzterer hätte sich so vermutlich eine „Hauptrolle“ in der Nachspielzeit ersparen können. Der bereits verwarnte Bornreiher, der erst gerade 20 Minuten auf dem Feld gestanden hatte, bekam für das Auslösen einer Rudelbildung die Ampelkarte. Unmittelbar zuvor hatte Ottersbergs Leonard Belba wegen Nachtretens direkt Rot bekommen.

Es sollten indes die einzigen Aufreger nach dem Anschlusstreffer bleiben. Und trotzdem: „Mir hat etwas die Dominanz in unserem Spiel gefehlt“, monierte Bornreihes Spielertrainer hinterher. Er sah ein Kräftemessen auf Augenhöhe, in dem auch die Gastgeber im ersten Abschnitt ihre Chancen hatten. Schon vor der Führung durch Klee hätten die „Moorteufel“ in Rückstand geraten können, doch Bastian Falldorf zielte zu genau und traf nur den Pfosten. Und kurz nach dem 1:0 musste Keeper Ole Pasbrig gegen Falldorf sein ganzes Können abrufen. „Wir haben sonst aber nichts zugelassen, daher geht der Sieg auch in Ordnung“, urteilte Gresens. Und außerdem: „In Ottersberg muss man erst mal bestehen. Hier wird es jede Mannschaft schwerhaben.“ So oder so.