TSV Ottersberg erobert das Teufelsmoor

SV Blau-Weiß Bornreihe

11. November 2019
Autor und Foto: Tobias Dohr

Die Fitschen-Elf legt beim SV Blau-Weiß Bornreihe eine furiose zweite Hälfte hin und gewinnt mit 6:2.

Der Weg aus dem Tabellenkeller der Fußball-Landesliga Lüneburg geht für den SV Blau-Weiß Bornreihe doch nicht im Expresstempo und auf der Überholspur vonstatten. Im Heimspiel gegen den TSV Ottersberg kassierten die „Moorteufel“ eine 2:6 (2:2)-Niederlage und mussten somit nach drei Siegen in Folge erstmals wieder den Platz als Verlierer verlassen.

Danach hatte es allerdings in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht ausgesehen. Die Bornreiher hatten bereits nach zwei Minuten die erste Chance durch Torben Poppe und gingen keine fünf Minuten später in Führung. Über links kam der Ball zu Michel Klimmek, der den noch etwas besser postierten Hendrik Lütjen bediente, und der schloss aus zehn Metern trocken ab. Danach blieben die Gastgeber am Drücker, vor allem Kevin Sammann machte über links gemeinsam mit Jeremy da Rocha Nunes mächtig Dampf. Doch mehrere gute Möglichkeiten durch da Rocha Nunes und Loris Menger blieben ungenutzt.

So kamen die Gäste aus heiterem Himmel zum Ausgleich. Marius Lennartz und Alexander Huhn konnten den zu diesem Zeitpunkt bereits angeschlagenen Enes Acarbay im Sechzehner nicht vom Ball trennen, sodass Lennartz den Ottersberger klar zu Boden zog. Der Gefoulte selbst versenkte sicher. Doch nur 120 Sekunden später war Bornreihe wieder dran. Diesmal wurde da Rocha Nunes von Patrick Küsel zu Fall gebracht, diesen ebenfalls glasklaren Strafstoß verwandelte Torben Poppe zur neuerlichen Bornreiher Führung (29.). Als alle sich schon mit dem 2:1 zur Pause abgefunden hatten, schlugen die Ottersberger noch einmal zu, erneut per Standard. Diesmal traf Kapitän Dominik Rosenbrock per Kopf nach einer Freistoßflanke von Marcel Brendel.

Acarbay bleibt auf dem Feld

Wie sehr TSV-Akteur Enes Acarbay durch seine Oberschenkelprobleme tatsächlich gehandicapt war, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls ließ Ottersbergs Coach Jan Fitschen seinen Routinier auf dem Feld – und machte damit alles richtig. Denn mit seiner fußballerischen Klasse glich der Offensivmann die körperlichen Probleme auch vor dem 3:2 eindrucksvoll aus. Einen harten Pass von Jannik Tölle pflückte Acarbay perfekt aus der Luft, drehte sich auf engstem Raum um zwei Bornreiher Abwehrspieler und schob gekonnt ins linke Eck ein (58.).

Dem 4:2 von Marcel Brendel ging dann ein schlimmer Ballverlust von Kevin Sammann gegen Bastian Falldorf voraus. Der Ball kam zu Brendel und der knallte das Leder volley aus 18 Metern in den linken Torwinkel. Und auch das 5:2 schenkten die Bornreiher ihrem Gegner. Diesmal war es der enorm laufstarke Loris Menger, der einen viel zu kurzen Rückpass auf Torwart Alexander Janosch spielte. Acarbay spritzte dazwischen, umkurvte den Schlussmann und machte mit seinem dritten Treffer endgültig alles klar. Das Ottersberger 6:2 durch den eingewechselten Alexander Garuba nach einem blitzsauber zu Ende gespielten Konter war nur noch eine Randnotiz.

Dass das Endergebnis am Ende zu hoch ausgefallen war, interessierte TSV-Coach Jan Fitschen naturgemäß nicht wirklich. „In dieser Liga ist alles so eng beieinander, da ist jeder Punkt enorm wichtig. Und ich finde, dass wir in der zweiten Halbzeit auf diesem schwer zu bespielenden Platz fußballerisch wirklich überzeugt haben.“ Sein Gegenüber, Bornreihes spielender Co-Trainer Nils Gresens, der verletzungsbedingt erneut auf einen eigenen Einsatz verzichtet hatte, haderte vor allem mit einer Szene in der ersten Halbzeit: „Wenn der Schiedsrichter vor dem Strafstoß zum 2:1 Foul pfeift, muss er ihm auch die Rote Karte geben. Mehr letzter Mann kann man ja nicht sein.“ Deutlich größer war bei Gresens jedoch der Ärger über die schwache zweite Halbzeit seiner Mannschaft: „Mit der ersten Hälfte war ich sehr zufrieden, aber danach sind wir einfach nicht mehr ins Spiel gekommen. Ottersberg hat da die Verhältnisse deutlich besser angenommen als wir. Aber lieber einmal deutlich verlieren, als immer knapp.“