Autor und Foto: Reiner Tienken​ (Wümme Zeitung)

Fußball-Kreisligist SV Bornreihe II schießt Barisspor mit 9:1 vom Platz – Ölge: “Vergessen, Fußball zu spielen”

Völlig aus den Fugen geriet die Defensivabteilung des Aufsteigers Barisspor beim 1:9 (0:4)-Debakel in der Fußball-Kreisliga Osterholz beim SV Blau-Weiß Bornreihe II. Selbst ohne einen Treffer der torgefährlichen Gebrüder Marlow und Tarek Hinck gelang der Elf von Trainer Julian Gelies ein Schützenfest. Dem Aufsteiger blieb nur die Ergebniskosmetik.

Das Unheil brach über die Gäste bereits im ersten Spielabschnitt herein. Defizite in puncto Grundschnelligkeit wurden Barisspor mit zum Verhängnis. „Wir haben schon von den Schwächen des Gegners profitiert“, gab Coach Julian Gelies nach dem Kantersieg unumwunden zu. Der Ausfall des etatmäßigen Kapitäns Niklas Flathmann sowie der beiden Torhüter Felix Behrens und Luca Schmidt (beide verletzt) fiel beim Gastgeber überhaupt nicht ins Gewicht. Carsten Bellmann verbrachte einen eher ruhigen Spieltag. Der Gäste-Trainer war nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Hannes Haehne (1.FC Osterholz-Scharmbeck), der sich als unaufgeregter Spielleiter eine sehr gute Note verdiente, restlos bedient. „Die Leute haben einfach vergessen, Fußball zu spielen“, bemerkte Halil Ölge. Der Gast ließ sich nach dem bereits frühen hohen Rückstand etwas hängen. Der Barisspor-Coach gab jedoch auch zu verstehen, dass die Partie auch einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können. Ünal Coskun, Bilal Matar und Ali Matar hätten die Schwarz-Weißen beim Spielstand von 0:0 in Führung bringen können, so Halil Ölge. Die Landesliga-Reserve legte bis zur Pause bereits vier Tore zwischen sich und ihrem Gegner. Tjark Wischhusen, Nico Ehrichs, Frederik Winters und Robin Hilker schossen den komfortablen 4:0-Pausenvorsprung heraus. Hatip Avanas musste den Platz bereits vor der Pause mit einer Blessur verlassen. Samir Mahmoud bekam als eingewechselter Torhüter ebenfalls wie sein Vorgänger Hapit Avanas viel zu tun.

Die Torgefährlichkeit der Blau-Weißen setzte sich nach dem Wechsel nahtlos fort. Oliver Pleuß schnürte als Angreifer noch einen Doppelpack. „Das ist schon eine wahnsinnige Qualität“, lobte Julian Gelies seinen Angreifer. Oliver Pleuß brachte das Kunststück fertig, nur eine Minute nach seiner Einwechslung voll ins Schwarze zu treffen und insgesamt lediglich drei Minuten für seinen Tore-Doppelpack zu benötigen. Frederik Winters, Nico Ehrichs und Lucas Rathje stellten die restlichen Treffer der Platzherren im zweiten Durchgang sicher. Nico Ehrichs gelang mit dem vermeintlich schönsten Spielzug nach Doppelpass zwischen Felix Ahrens und Marlow Hinck ein blitzsauberer Treffer. Stürmer Nico Ehrichs zog bei seinem überlegten Doppelpack auch daraus Nutzen, dass er von seinen Mitspielern klug in Szene gesetzt wurde. Der Kantersieg beruhte für den Gastgeber auch auf forcierten Flügelangriffe, mit denen die Blau-Weißen tiefe Löcher in die Gäste-Abwehr rissen. „Das Ergebnis ist ein bisschen zu hoch ausgefallen“, fühlte sich Halil Ölge mit seinem Team unter Wert geschlagen. Ali Matar steuerte mit einem abgefälschten Abschluss den Barisspor-Ehrentreffer bei. Die Begegnung gestaltete sich über die 90 Minuten ausgesprochen fair.