Autor: Wümme Zeitung – 19. März 2019 (e-Paper)

Autor: Thomas Müller (Osterholzer Kreisblatt)

Autor und Foto: Wümme Zeitung – 19. März 2019 (e-Paper)

“Wir wollen ganz klassisch über die Außen kommen“, sagt Trainer Michael Rickers. Damit darf sich das Bornreiher Publikum auf das von ihm so geliebte Flügelspiel aus erfolgreichen vergangenen Tagen freuen.

Einen ruhigen Verlauf der an diesem Freitag um 19 Uhr mit einem Heimspiel gegen die SV Drochtersen/Assel II beginnenden Serie in der Fußball-Landesliga wünscht sich der SV Blau-Weiß Bornreihe. „Wir wollen nichts mit unten zu tun bekommen“, sagt Bornreihes neuer Trainer Michael Rickers. Dieser löste Sasa Pinter nach eineinhalb Jahren auf der Kommandobrücke ab.

Das gesicherte Mittelfeld sollte es möglichst am Ende werden. Von weiter oben möchte Rickers nicht reden: „Wir müssen nach Platz neun in der vergangenen Saison auch realistisch bleiben.“ In der abgelaufenen Spielzeit hatten die Blau-Weißen sogar lange Zeit gegen den Abstieg gekämpft. Dies soll nun aber anders werden. Michael Rickers warnt jedoch vor allzu großen Erwartungen: „Es hat ein Umbruch mit acht Abgängen und sieben Neuzugängen stattgefunden. Außerdem gibt es einen neuen Trainer. Wir müssen deshalb erst einmal zusammenfinden.“ Drei Jahre war Rickers nach seinem ersten Bornreiher Engagement weg. „In dieser Zeit hat sich einiges geändert. Ich weiß nicht, ob der Aufstieg in die Oberliga so glücklich war“, erklärt der 48-Jährige. Durch den Aufstieg habe man auch Spieler von weiter weg verpflichten müssen. „Dadurch ist die Identifikation mit dem Verein ein wenig abhanden gekommen. Es geht aber nur, wenn sich die Spieler zu 100 Prozent mit dem Klub identifizieren. Dies ist unser wichtigster Baustein“, so Rickers. Von seiner ersten Station sind mit Nils Gresens, Steffen Dietrich, Philip Bähr, Torben Poppe, Michel Klimmek und Hendrik Lütjen sogar noch ein halbes Dutzend Spieler übrig.

Das Problem in der vergangenen Saison war häufig, dass die Bornreiher ihre “Pferdestärken” trotz oftmaliger Überlegenheit im Angriff nicht richtig auf den Platz bekamen. Sie versiebten einfach zu viele Chancen. Sasa Pinter machte auch ein Qualitätsproblem dafür verantwortlich. Dennoch legten die Blau-Weißen trotz des Abgangs von Goalgetter Patrick Müller in der Offensive nicht großartig nach. „Ich habe aber in der Spitze genügend Möglichkeiten“, gibt Michael Rickers Entwarnung. Neben dem groß gewachsenen Stoßstürmer Torben Poppe könne er auch Pascal Kranz und Philip Bähr problemlos an vorderster Front aufbieten.

In der Defensive sind die Bornreiher aber trotz des Weggangs von Leistungsträger Andre Waldau noch viel besser bestückt, gerade im Abwehrzentrum. Dort kämpfen die Neuzugänge Simon Küstner, Tom Heydenreich und Marius Lennartz mit den bereits etablierten Innenverteidigern Steffen Dietrich und Alexander Huhn um zwei Plätze. Es müssen sich aber nicht unbedingt immer drei Kicker dieses Quintetts auf der Bank wiederfinden, weil der ein oder andere Innenverteidiger auch auf den Außenpositionen spielen kann. Insgesamt ist in der Abwehrkette wieder ein Platz mehr vorhanden, da Michael Rickers im Gegensatz zu seinem Vorgänger verstärkt auf eine Viererkette setzen wird. „Wir wollen ganz klassisch über die Außen kommen“, sagt Rickers. Damit darf sich das Bornreiher Publikum auf das von ihm so geliebte Flügelspiel aus erfolgreichen vergangenen Tagen freuen.

Der Königstransfer Mikel Klee vom Regionalligisten SV Drochtersen/Assel hat in der Vorbereitung bereits gezeigt, dass er die erhoffte Verstärkung sein kann. „Mikel bringt uns fußballerisch und menschlich weiter. Er hilft uns auch mit seiner Erfahrung“, teilt Michael Rickers mit. Klee dürfte seinen Platz auf der rechten Abwehrseite sicher haben. Auf links durfte in der Vorbereitung meist Kevin Sammann ran. Der Zweikampf zwischen den Pfosten zwischen Ole Pasbrig und Alexander Janosch ist noch nicht entschieden. Michael Rickers überlegt auch noch, ob er sich überhaupt auf eine neue Nummer eins für den nach Habenhausen abgewanderten Daniel Griesbach festlegen soll oder ob er sich die beiden Keeper abwechseln lässt. Torwart Nummer drei, Martin Küstner, kommt im Ringen um den Platz im Gehäuse nur eine Außenseiterrolle zu.

Kapitän der Mannschaft bleibt Nils Gresens. Auch dessen Stellvertreter hat sich mit Steffen Dietrich nicht geändert. „Es gab gar keinen Grund, hier etwas zu ändern. Die beiden genießen schließlich das Vertrauen des Vereins, des Trainers und der Mannschaft“, stellt Michael Rickers klar. Die „Moorteufel“ gehen mit einem 24er Kader in die neue Saison. Elliott Cuthbert wird aber wegen seiner Schambeinentzündung die komplette Hinrunde verpassen. Auch Michel Klimmek steht nach seiner Operation wegen einer offenen Stelle am Steißbein noch nicht zur Verfügung. Michel Waldow wird Mitte August für bis zu ein Jahr Australien und Neuseeland bereisen. Tom Heydenreich beginnt im Oktober zudem ein Studium in Köln oder geht ebenfalls ins Ausland. „Das haben wir aber alles berücksichtigt“, versichert Rickers.

Auch weil den Bornreihern mit Andre Waldau, Miguel Mendoza, Patrick Müller und Artur Degtjarenko individuelle Qualität abhanden gekommen ist, zählt nur das Kollektiv. „Wichtig ist, dass wir auch außerhalb des Platzes zu einer Einheit werden“, betont Michael Rickers. Bisher sei er in dieser Hinsicht auch zufrieden. „Die neuen Spieler haben sich bereits alle integriert“, so Rickers. Bei der Auswahl der Neuzugänge habe man vor allem auf charakterliche Eigenschaften wert gelegt. Außerdem setzen die Blau-Weißen auf junge und „wilde“ Neuzugänge. „Diese Spieler bringen sich auch schon gut ein, auch wenn der ein oder andere eine Weile brauchen wird, um sich an die Landesliga zu gewöhnen“, sagt der Übungsleiter. Auch wenn in der Vorbereitung immer Spieler gefehlt hätten, so sei er mit dieser insgesamt zufrieden. „Wir werden am Freitag einen guten Punkt erreicht haben, was die Fitness betrifft. Ich gehe deshalb auch zuversichtlich in die Saison“, sagt Rickers.

SV Blau-Weiß Bornreihe

Zugänge: Ole Pasbrig (SV Komet Pennigbüttel), Tom Meierdierks (SV Lilienthal/Falkenberg), Tom Heydenreich (SV Lilienthal/Falkenberg), Simon Küstner (FC Hambergen), Marius Lennartz (SG Stinstedt), Meikel Klee (SV Drochtersen/Assel), Mattes Görg (TSV Dannenberg)

Abgänge: Arthur Degjarenko (FC Oberneuland), Miguel Mendoza (TB Uphusen), Patrick Müller (MTV Bokel), Nico Eden (ESC Geestemünde), Daniel Griesbach (Habenhauser FV), Christopher Stolz (beruflich bedingte Pause), Jan Wohltmann (Ziel unbekannt), Andre Waldau (Ziel unbekannt)

Restkader: Alexander Janosch, Martin Küstner, Michel Waldow, Hendrik Lütjen, Torben Poppe, Anil Morkan, Jeremy Da Rocha Nunes, Nils Gresens, Loris Menger, Steffen Diedrich, Alexander Huhn, Pascal Kranz, Michel Klimmek, Elliott Cuthbert, Philip Bähr, Koen Schoffner, Kevin Sammann

Trainer: Michael Rickers

Co-Trainer: Frank Meyer

Torwarttrainer: Nils Küthmann, Jan Wendt

Betreuer: Werner Filz, Milan Alexis

Teammanager: Alexander Küstner

Sportlicher Leiter: Gerhard Stelljes

Physiotherapeut: Stefan Wanger

Meisterschaftsfavorit: SV Ahlerstedt/Ottendorf, TUS Harsefeld, Treubund Lüneburg

Saisonziel: Gesicherter Mittelfeldplatz