Schützenkönig a. D.

SV Blau-Weiß Bornreihe

21. Januar 2021
Autor: Karsten Hollmann; Foto: Wümme Zeitung

Hinrich von Thun blickt auf 65 Jahre beim SV Vollersode zurück

Bereits seit 65 Jahren ist Hinrich von Thun Mitglied beim SV Vollersode. „Hinrich ist ein geselliger Typ, der immer alles mitmacht“, beschreibt Vollersodes Vorsitzender Udo Klotzbach seinen Schützenbruder. Vor fünf Jahren wurde von Thun Vizekönig. Damit schloss sich für den Junggesellen ein Kreis. Schließlich hatte er in den 1970er Jahren auch schon einmal den Königstitel geholt.

„Das war schon ein Erlebnis“, betont der 86-Jährige. In finanzieller Hinsicht sei das Dasein als Königs auch zu stemmen gewesen. „Wir hatten ja damals auch noch die D-Mark“, scherzt Hinrich von Thun. Zum Schießen ist dieser seinerzeit durch seinen Vater Martin von Thun gekommen. Auch seine beiden jüngeren Brüder Jens und Karl-Heinz von Thun sind an den Schießsport herangeführt worden. „Das war halt damals eben so“, versichert der Oldie. Jens von Thun schießt auch heute noch, aber beim SV Kuhstedtermoor. „Ich selbst habe alles geschossen, was anfiel“, so Hinrich von Thun.

Auch wenn dieser seit einem Verkehrsunfall vor 40 Jahren leicht gehbehindert ist, ist dieser noch gut zu Fuß unterwegs und fährt auch noch mit dem Fahrrad. „Mein Unfall war nicht lebensbedrohlich. Ich habe mir dabei nur Knochenbrüche zugezogen“, berichtet der Altmeister. Selbst schießen möchte Hinrich von Thun nicht mehr. „Das sollen die jungen Leute mal machen“, urteilt der 86-Jährige. Dies hindert ihn aber nicht daran, bei den Schützenfesten des Vereins vorbeizuschauen, um zu sehen, wer die neuen Majestäten werden. „Hinrich hält sich dabei am liebsten bei den jüngeren Leuten auf“, teilt Udo Klotzbach mit. Von Thun nennt einen guten Grund für das Interesse an der Jugend: „Man muss doch wissen, was die so macht.“

Bereits seit vielen Jahrzehnten ist Hinrich von Thun ein treuer Anhänger des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe. Bei jedem Heimspiel sitzt dieser auf einer der Bänke hinter dem „Heim“-Tor, das der ehemaligen und bereits abgerissenen Vereinskneipe Postels zugewandt ist. „Ich kann nicht mehr so lange stehen“, rechtfertigt sich der Fußballfan für seinen Sitzplatz. Die Besuche bei den Blau-Weißen sind für diesen beinahe selbstverständlich: „Was gibt es denn sonst noch großartig bei uns im Dorf?“ Auch wenn die „Moorteufel“ als Dritter der Landesliga Lüneburg II noch um den Staffelsieg kämpfen, muss es aus Sicht von Hinrich von Thun nicht unbedingt wieder in die Oberliga zurückgehen. „Dafür ist der finanzielle Aufwand einfach zu groß, die Fahrten zu weit“, findet von Thun.