Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt); Foto: Tobias Dohr (Osterholzer Kreisblatt)

Auch wenn die TuSG Ritterhude vor dem heutigen Derby in der Landesliga Lüneburg mit dem SV Bornreihe als Achter noch ein paar Plätze vor den Blau-Weißen rangiert, scheinen die Rollen klar verteilt.

Auch wenn die TuSG Ritterhude vor dem heutigen Nachbarschaftsduell (Beginn 19.30 Uhr, Jahnsportplatz) in der Fußball-Landesliga Lüneburg mit dem SV Blau-Weiß Bornreihe als Achter noch ein paar Plätze vor den Blau-Weißen rangiert, scheinen die Rollen deutlich verteilt zu sein. „Bornreihe geht als klarer Favorit ins Spiel“, redet TuSG-Trainer Julian Geils nicht lange um den heißen Brei herum. Der ohnehin schon gute Kader des Lokalrivalen habe durch die Winterneuzugänge noch an Qualität gewonnen, so Geils.

„Außerdem werden die Bornreiher nach ihren beiden Heimsiegen im neuen Jahr mit breiter Brust bei uns antreten“, ist sich der Übungsleiter sicher. Aber auch im Hinspiel seien die „Moorteufel“ bereits favorisiert gewesen. Dennoch setzte sich der Aufsteiger mit 1:0 beim Oberliga-Absteiger durch. Das Rückspiel wurde im Gegensatz zu so manch anderem Match „erst“ zum zweiten Mal angesetzt. Dennoch steht es angesichts des prognostizierten Regens auf der Kippe. „Wenn es schlecht läuft, müssen wir das Spiel noch einmal absagen. Das hängt ganz von den Regenmengen ab. Der Platz ist aber auch so schon schwer zu bespielen“, erklärt Geils.

Der TuSG-Coach gibt aber angesichts des bevorstehenden Heimspiels gegen den TuS Harsefeld am Sonnabend und in Anbetracht der Tatsache, dass auch noch einige andere Teams des Vereins viele Begegnungen im Frühjahr auf dem Platz zu absolvieren haben, Folgendes zu bedenken: „Wenn wir uns den Rasen jetzt in einem Spiel kaputt machen, ist dies wenig ratsam für den Rest der Saison.“ Die Hausherren bangen nur um den Einsatz ihres angeschlagenen Verteidigers Tobias Jahn. Dieser verletzte sich bei der 0:1-Schlappe beim TSV Ottersberg am vergangenen Wochenende. Die Ritterhuder sind in diesem Jahr noch sieglos und haben gewissermaßen ihre erste Minikrise der Saison.

„Ein Punkt aus drei Spielen des neuen Jahres ist sicherlich nicht das, was wir uns vorgestellt hatten“, räumt Geils ein. Er bemängelt auch, dass seine Mannschaft es in Ottersberg über die gesamten 90 Minuten versäumt habe, vernünftig Fußball zu spielen. „Wir hatten aber trotzdem sogar mehr Chancen als Ottersberg, haben aber in der Gefahrenzone die falschen Entscheidungen getroffen.“ In der Partie gegen Bornreihe müsse sein Team auch wieder spielerische Lösungen finden. „Angesichts der großen Qualität der Bornreiher dürfen wir auf der anderen Seite hinten nicht viel zulassen und müssen die Räume deshalb eng machen“, lässt Julian Geils wissen.

Auch Bornreihes Coach Sasa Pinter ist auf einen holprigen Rasen eingestellt: „Wir werden Schwierigkeiten haben, alles spielerisch lösen zu können. Ein Teil unserer Marschroute wird deshalb sein, auch im kämpferischen Bereich alles abzurufen.“ Dass der Gegner seiner Formation die Favoritenrolle zuschiebe, sei ihm relativ egal: „Ich gebe nicht so viel darauf. Wir müssen uns unabhängig davon immer alles wieder aufs Neue hart erarbeiten. Deshalb nützt uns die Favoritenrolle gar nichts, wenn wir nicht die Basics wie die Laufbereitschaft und die Disziplin abrufen.“

Pinter hofft auf die Rückkehr der zuletzt grippeerkrankten Anil Morkan und Christopher Stolz. Bislang konnten die beiden Winterneuzugänge noch gar nicht zeigen, was sie draufhaben. Mit Hendrik Lütjen hat ein weiterer ehemaliger Grippekranker bereits beim 3:0 über Meckelfeld mit einem Kurzeinsatz sein Comeback gegeben. Ein paar andere Kicker schlagen sich noch mit kleineren Wehwehchen herum. SV-Kapitän Nils Gresens kehrt nach abgebrummter Gelbsperre wieder in die Formation zurück.

„Ritterhude ist eine Mannschaft, die es in dieser Saison aus einer Euphorie heraus gut gemacht hat und der nur schwer beizukommen ist“, erklärt Sasa Pinter. Für ihn sei es vorrangig, irgendwie die gute Grundordnung des Landkreisrivalen zu knacken. Die beiden Siege seines Teams über den TuS Harsefeld (2:0) und den TV Meckelfeld (3:0) zum Einstand möchte Pinter nicht überbewerten: „Es ist zwar ein Trend zu erkennen. Wir müssen aber wieder an unsere Leistungsgrenze gehen.“

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