Scheuklappen auf

SV Blau-Weiß Bornreihe

11. September 2020
Autor: Dennis Schott; Foto: Wümme Zeitung

Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe will nur auf sich schauen – Sonntag gegen Aufsteiger Elstorf

Sich mal wieder ordentlich durch die Ergebnisse der Ligen klicken. Viel zu lange hat Nils Gresens darauf warten müssen, um dies am vergangenen Wochenende nicht wieder richtig auszukosten. Gleich sieben Reiter zieren die Favoritenleiste seines Browsers, verrät der Spielertrainer des SV Blau-Weiß Bornreihe. Alle mit direkten Verlinkungen zu den Fußball-Ligen, die ihn interessieren. Die Landesliga Lüneburg ist natürlich auch dabei. Aber allzu viel Bedeutung will der 31-Jährige den Ergebnissen des ersten Spieltags in der Staffel 2 nicht beimessen. „Natürlich schaue ich auf die Ergebnisse. Mich hat auch überrascht, dass Hedendorf-Neukloster gewonnen hat. Dass Drochtersen gewinnt, war zu erwarten“, fängt Nils Gresens an zu erzählen, um anzufügen: „Letztlich nimmt man das aber nur zur Kenntnis.“

So wirklich aussagekräftig sei der erste Spieltag nie, und außerdem könne man sich ein viel besseres Bild vom Gegner machen, wenn man in beobachte. Oder sich über ihn erkundigt. Das hat Nils Gresens getan. „Ich habe mich mit Julian Geils ausgetauscht“, erzählt Bornreihes Spielertrainer. Er und Geils spielten einst gemeinsam. Inzwischen ist Geils Trainer beim TuS Harsefeld, der zum Auftakt gegen eben jenen Gegner antrat, gegen den der SV Bornreihe an diesem Sonntag (15 Uhr) antreten muss: den TSV Elstorf.

Worüber sich die beiden unterhielten, darauf geht Nils Gresens gar nicht groß ein. Für ihn spielt der Gegner auch eher eine untergeordnete Rolle. „Wir müssen auf uns schauen. Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, dann brauchen wir uns auch nicht großartig über den Gegner zu unterhalten“, findet Gresens. Gleichwohl ist ihm nicht entgangen, dass der Aufsteiger aus Elstorf es dem klaren Favoriten aus Harsefeld bei dessen knappem 1:0-Erfolg ziemlich schwermachte. Die Bornreiher dürfen sich auch diesmal auf einen wohl eher defensiv ausgerichteten Gegner einstellen. Aber, wie gesagt: Das spielt eine untergeordnete Rolle.

Wichtiger ist das eigene Spiel. Und da fordert Nils Gresens trotz des siegreichen Auftakts beim TSV Ottersberg mehr Dominanz ein. „Die hat gerade zum Ende hin gefehlt“, erinnert sich Gresens an die hektische Schlussphase, die auch Folgen für das kommende Spiel hat. Denn in der aufgeheizten Stimmung handelte sich Jeremy da Rocha Nunes in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte ein und ist gegen Elstorf gesperrt. Unnötigerweise. Denn hätte er seine Emotionen besser im Griff gehabt und nicht eine Rudelbildung provoziert, hätte er sich die Sperre erspart.

„Er wird nach Elstorf zeigen wollen, dass er es besser kann“, zeigt sich Gresens über die Aktion seines Schützlings wenig erfreut. „Wir haben unter der Woche aber geredet und ihm gesagt, dass er sich auf solche Nickeligkeiten nicht einlassen soll“, erklärt der Spielertrainer weiter.

Es hätte durchaus sein können, dass Jeremy da Rocha Nunes im Gegensatz zum vergangenen Mal in der Startelf gestanden hätte. Denn ob Nils Gresens und sein Trainerkollege Frank Meyer mit der gleichen Elf wie aus dem Ottersberg-Spiel beginnen, steht frühestens nach dem Abschlusstraining fest. „Das heißt nicht, dass die Elf vom letzten Mal schlecht gespielt hat“, betont Gresens. Eine Veränderung wäre nicht eine Entscheidung gegen die Spieler aus dem Auftaktspiel, sondern eine Entscheidung für die Spieler, die zuerst zuschauen mussten, so der 31-Jährige weiter. Die Trainingseindrücke waren insgesamt nämlich wieder einmal sehr gut.

Zwar gewährte das Duo Gresens/Meyer dem Team trotz des vorgezogenen Auftaktspiels am Freitagabend ein trainingsfreies Wochenende, einen individuellen Laufnachweis mussten die Spieler trotzdem erbringen. „Und ich kontrolliere das ziemlich genau“, versichert Gresens, der allerdings auch Wert darauf legte, der Mannschaft im Training genügend Spielzeiten zu geben. „Wir bekommen die Dominanz nur in unser Spiel, wenn wir die Abläufe verinnerlicht haben“, meint er.