Autor und Foto: Tobias Dohr – 22. Juli 2019 

Die SG Aumund-Vegesack hat sich im Endspiel des 24. Hans-„Hexe“-Wendelken-Cups gegen Gastgeber SV Blau-Weiß Bornreihe im Elfmeterschießen durchgesetzt.

Die SG Aumund-Vegesack hat sich im Endspiel des 24. Hans-„Hexe“-Wendelken-Cups gegen Gastgeber SV Blau-Weiß Bornreihe im Elfmeterschießen durchgesetzt und damit die Bornreiher Fußballwoche gewonnen. Im kleinen Finale gewann überraschend Bezirksligist FC Hambergen trotz Halbzeitrückstand noch gegen Oberligist FC Hagen/Uthlede.

FC Hambergen – FC Hagen/Uthlede 2:1 (0:1): Beide Teams hatten mit argen Personalsorgen zu kämpfen, was die „Zebras“ aus Hambergen aber besonders in der zweiten Hälfte besser kompensieren konnten. Dem Oberligisten steckte hingegen das schwere Pokalspiel vom Tag zuvor gegen den VfL Oldenburg noch spürbar in den Knochen. „Die Jungs waren heute einfach nicht mehr in der Lage, Signale vom Kopf zum Fuß zu senden“, umschrieb es Hagens Trainer Carsten Werde, der seinen Spielern nun erst einmal zwei trainingsfreie Tage verordnete.

Bereits vor dem Seitenwechsel spielten die Hamberger gegen den Oberligisten mutig mit. Keno Liebschner und Nils Bonkowski hatten erste gute Möglichkeiten. Mit dem 1:0 des Favoriten durch Jerome Albritton wurden die Hagener dann aber dominanter. Doch mit Beginn der zweiten Hälfte ging beim Werde-Team fast gar nichts mehr nach vorne. Zeitweise rieben sich die Zuschauer verwundert die Augen, denn die Hamberger nisteten sich regelrecht in der Hälfte des Oberligisten ein. Ein schneller Treffer von Paul Meyer kurz nach Wiederbeginn wurde wegen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen. Doch in der 45. Minute war es dann soweit.

Nach einem schönen Spielzug über rechts flankte Keno Liebschner butterweich auf Frederik Nagel, der mit dem Kopf zur Stelle war und zum völlig verdienten Ausgleich traf. Selbst nach diesem 1:1 blieben die Hamberger am Drücker. Somit fiel der Siegtreffer nicht einmal überraschend. Nach einer Ecke von Tim Denker landete der abgefälschte Klärungsversuch genau vor Nagels Füßen und der schloss sofort ab (56.). Der Oberligist hatte auch nach diesem Nackenschlag keinerlei Kraftreserven mehr, um sich noch einmal gegen die drohende Niederlage zu stemmen.

„Ich bin dem Gegner und dem Ausrichter wirklich dankbar, dass wir die Spielzeit auf zweimal 35 Minuten reduzieren durften“, sagte Carsten Werde und fügte hinzu: „Ich glaube, jeder hat gesehen, wie nötig das heute war. Gleichwohl ärgert mich diese Niederlage am Ende natürlich trotzdem.“ Rundherum zufrieden war hingegen Hambergens Trainer Eric Schürhaus: „Wir wollen dieses Spiel nicht überbewerten, aber natürlich nehmen wir ganz viel Positives mit. Die Jungs haben eine tolle Moral gezeigt, nicht nur heute. Wir sind insgesamt mit den drei Spielen hier in Bornreihe sehr zufrieden.“

SG Aumund-Vegesack – SV Blau-Weiß Bornreihe 5:4 n.E. (0:0): Das Finale der 24. Sportwoche begann durchaus verheißungsvoll. Vegesacks Clifford Stecher schloss die erste gute Chance nach Pass von Yusuf Demir zu überhastet ab (3.). Auf der anderen Seite ging ein Distanzschuss von Bornreihes Anil Morkan weiter über das Gehäuse von SAV-Keeper Ermin Alijagic (7.).

Doch danach verflachte die Partie. Der Bremen-Ligist zeigte die etwas reifere Spielanlage, konnte vor allem durch seine schnellen Flügelspieler Marvin Syla und Marcel Burkevics immer wieder Druck aufbauen. Die Bornreiher taten sich hingegen schwer mit einem geordneten Spielaufbau, wählten oft den langen Diagonalball, blieben damit in der Regel aber in den gegnerischen Ketten hängen. Echte Chancen spielten sich beide Teams kaum noch heraus. Für die SAV vergab Alexander Schlobohm eine Möglichkeit, als er viel zu lange mit seinem Abschluss wartete (22.). Und bei Bornreihe scheiterte erneut Morkan, als er freistehend keinen Druck auf den Ball bekam (43.).

Bornreihes Coach Michael Rickers brachte mit Beginn der zweiten Hälfte gleich sechs neue Spieler in die Partie, darunter zahlreiche Stammplatz-Kandidaten. Dennoch bekamen die „Moorteufel“ keine Dominanz in die Partie, im Gegenteil. Je länger das Spiel dauerte, desto stärker wurden die Nordbremer. Die erste Chancen gehörte allerdings noch den Blau-Weißen. Der eingewechselte Hendrik Lütjen chippte das Leder per Außenrist auf den ebenfalls ins Spiel gekommenen Pascal Kranz, der scheiterte aber am stark reagierenden Ermin Alijagic.

Danach verlagerte sich das Spielgeschehen aber fast komplett in die Bornreiher Hälfte. Alexander Schlobohm zögerte in der 52. Minute erneut zulange, kurz darauf schloss der SAV-Stürmer nach tollem Zuspiel von Abdullah Basdas dann zwar mal ab, traf aber nur die Latte (58.). Und so ging es nun munter weiter. Der stark aufspielenden Syla setzte sich über rechts durch und passte in die Mitte, wo Burkevics jedoch freistehend verzog (68.). Burkevics bot sich dann auch die nächste gute Gelegenheit, diesmal hatte Mirko Jankowski mit einem schönen Flugball die Chance vorbereitet, diesmal rettete der herausgeeilte Schlussmann Alexander Janosch.

Die letzte große Möglichkeit für die Vegesacker vergab dann der frei aufs Tor zulaufende Syla, dem der Ball aber zu weit vom Fuß sprang. Und die Bornreiher? Die hatten nach der anfänglichen Chance lediglich noch einen Weitschuss von Pascal Kranz zu verbuchen, der allerdings auch weit am Tor vorbeiging. So brachte das Elfmeterschießen letztlich einen verdienten Sieger hervor. Bornreihes Koen Schoeffner scheiterte an Alijagic, alle anderen Schützen verwandelten. „Das einzige, was man der Mannschaft vorwerfen kann, ist die Chancenverwertung. Aber wir haben ja noch etwas Zeit bis zur Saison“, sagte SAV-Coach Björn Krämer und fügt noch hinzu: „Hut ab vor dieser Einstellung. Wenn wir das jedes Mal so auf unser Spiel übertragen können, dann ist mir überhaupt nicht bange vor der neuen Saison.“