Autor: Wümme Zeitung – 18. Januar 2019 (e-Paper);

Fußball-Landesligist Bornreihe braucht zur kommenden Spielzeit einen neuen Trainer.

Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe braucht am Saisonende einen neuen Trainer für seine erste Mannschaft. Am Mittwochabend teilte Saša Pinter dem Team mit, dass er für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen wird. Die Gründe, so teilte der 44-Jährige mit, seien rein privater Natur.

„Natürlich war der Gedanke ein anderer, als ich in Bornreihe zugesagt habe. Wir hatten schon vor, hier etwas aufzubauen, auch in Richtung Oberliga“, sagt Pinter. Im Herbst 2017 hatte der erfahrene Coach bei den „Moorteufeln“, die nach dem Oberliga-Abstieg auch in der Landesliga Lüneburg auf einem Abstiegsplatz überwinterten, zugesagt. In einer begeisternden Rückrunde führte Pinter die leckgeschlagenen Bornreiher dann zurück in die Erfolgsspur – und am Ende sogar noch auf Rang drei.

Die Entwicklung und weitere interessante Neuzugänge im Vorfeld der aktuellen Spielzeit beflügelten die Fantasie im Umfeld des Vereins zusätzlich. Unter dem bestens vernetzten und hoch geschätzten Pinter, so hatten es viele gehofft, würde Blau-Weiß eine neue Ära begründen und schon in dieser Saison um die Meisterschaft mitspielen. Doch es kam anders. Nach einem guten Saisonstart hatten die Bornreiher einiges Verletzungspech zu beklagen und ließen am Ende auch die „gemeinsame Arbeit auf dem Platz“ vermissen, wie es Pinter umschreibt.

Diese unbefriedigende Herbstserie, die auf Platz neun mit 20 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Eintracht Celle abgeschlossen wurde, hat aber nichts mit Pinters jetziger Entscheidung zu tun. Er hätte auch aufgehört, wenn sein Team mit einem Punkt Rückstand auf Platz zwei stehen würde, bestätigt der zweifache Familienvater. „Ich bin seit 22 Jahren als Trainer aktiv, habe so viel mitgemacht. An einer Halbserie mache ich solch eine Entscheidung nicht fest“, sagt Pinter, der mehrfach wiederholt, dass die Gründe rein privater Natur seien – ohne dabei aber tiefer ins Detail gehen zu wollen.

Auf Vereinsseite bedauert man Pinters Entscheidung zutiefst. „Wir wollten Saša unbedingt halten“, sagt der 1. Vorsitzende Michael Rehberg. Die Gerüchte, dass dem ehrgeizigen Coach die Perspektive fehlte, weist Rehberg zurück: „Wenn wir aufgestiegen wären, hätte der ganze Verein komplett mitgezogen. Da gab es keine Vorbehalte.“ Bei der Suche nach einem neuen Trainer wird nun auch Alexander Küstner eingebunden sein. Der frühere Bornreiher Spieler soll ab sofort als neuer Teammanager im Teufelsmoor eine Vakanz ausfüllen, die auch Pinter schon gerne früher besetzt gesehen hätte. Doch auch das habe nichts mit dem baldigen Rückzug zu tun. „Das haben wir immer alles gemeinsam besprochen und entschieden. Es macht ja keinen Sinn, irgendeinen sportlichen Leiter zu holen.“ Die Erfahrung im Teufelsmoor will Pinter auf keinen Fall missen: „Ich habe ja schon einige Klubs erlebt, aber das hier ist noch ein lupenreiner, echter Verein mit tollen Menschen und großer Leidenschaft.“ Die Bemühungen der Vereinsverantwortlichen um seine Person habe ihn zutiefst beeindruckt: „Der Verein wollte mich unbedingt halten. Das war auch für mich eine Wertschätzung, die außergewöhnlich war.“

Pinter stellt klar, dass sein Rückzug nichts mit einer generellen Fußballmüdigkeit zu tun hat. Und er der Mannschaft versichert hat, dass er nicht aufhört, weil er bei einem Oberligisten oder anderen Landesligisten zugesagt hat. Gleichwohl kann man sich bei einem Mann mit Pinters Expertise kaum vorstellen, dass er lange ohne Posten bleiben wird. Attraktive Anfragen anderer Klubs, dass bestätigte Pinter auch selbst, seien jedenfalls auch während seiner Bornreiher Zeit regelmäßig eingetrudelt.

Doch jetzt blickt Pinter erst einmal in die nahe Zukunft – und die heißt Landesliga-Rückrunde. „Wir haben genug Motivation“, stellt Pinter klar, dass er mit großem Elan in die kommenden Monate geht. Und dann? „Dann habe ich die Hoffnung, dass die Jungs im Großen und Ganzen hier zusammenbleiben und ihren Weg weitergehen.“ Andre Waldau, Artur Degtjarenko, Miguel Mendoza, Loris Menger, Christopher Stolz, Anil Morkan – etliche Spieler haben im vergangenen Jahr hauptsächlich wegen oder über Saša Pinter den Weg ins Teufelsmoor gefunden. „Aber es wird sicher nicht so sein, dass ich irgendwo in der Oberliga anheuere und fünf Spieler aus der Truppe mitnehmen werde“, versucht Pinter, die Sorgen im Vereinsumfeld einzudämmen. Gleichwohl ist klar: In den kommenden Wochen dürften interessante Gespräche in Bornreihe anstehen. Mit potenziellen Trainerkandidaten, aber auch mit den Spielern.

Klimmek, Hasloop oder Jaskosch? Die Gerüchteküche brodelt …

Mit dem angekündigtenRückzug von Saša Pinter beginnt beim SV Blau-Weiß Bornreihe auch die Suche nach einem Nachfolger. Und die wird die Verantwortlichen der „Moorteufel“ reell fordern. Denn Präsident Michael Rehberg weiß: „Saša hat die Latte menschlich und fachlich ganz schön hochgelegt.“ Soll so viel heißen wie: Irgendeinen x-beliebigen Trainer kann und will Rehberg der Mannschaft nicht vorsetzen.

Das Anforderungsprofil ist klar umrissen: Ein Trainer mit Netzwerk soll es sein, einer, der einen guten Draht zu jungen Leuten hat und sich möglichst nicht nur im Osterholzer Landkreis auskennt, sondern auch in Bremen. Oder wie in Pinters Fall auch in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven. Bornreiher Stallgeruch ist nur ein untergeordnetes Kriterium. Ein Trainer, der all diese Attribute in sich vereint, ist Julian Geils. Der Ex-Coach der TuSG Ritterhude hat aber bereits einem Engagement ab Sommer eine Absage erteilt. Der dreifache Familienvater will sich erst einmal einzig und allein um seine Familie kümmern. Gleichwohl hätte ihn die Aufgabe bei den Blau-Weißen laut eigener Aussage extrem gereizt.

Ähnliche Trainertypen wie Geils wären Max Klimmek und Christian Hasloop, beide ebenfalls mit einer illustren Bornreiher Vergangenheit. Die hat auch Gunnar Schmidt, doch der ist beim FC Hagen/Uthlede als Teammanager tätig. Einer, der vom Typus her nahezu perfekt ins Teufelsmoor passen würde, wäre Kristian Arambasic. Doch auch der ist gebunden, strebt mit dem FC Oberneuland den Regionalliga-Aufstieg an. Bliebe noch einer der erfolgreichsten Landkreis-Trainer der vergangenen 15 Jahre – Malte Jaskosch. Auch der war während seiner aktiven Laufbahn mal in Bornreihe aktiv. Am Ende würde es aber nicht wundern, wenn die Verantwortlichen einen ganz anderen Namen aus dem Hut zaubern. So ist es seinerzeit mit Saša Pinter ja auch gewesen.