Phasenweise auf Augenhöhe

SV Blau-Weiß Bornreihe

20. Juli 2021
Autor: Thorin Mentrup, Foto: Wümme Zeitung

Mutig und frech: SV Blau-Weiß Bornreihe hält Drochtersen/Assel lange Zeit in Schach

Im vergangenen Jahr hatte es ein 1:5 gesetzt – dieses Mal hat sich der SV Blau-Weiß Bornreihe gegen den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel noch ein bisschen besser aus der Affäre gezogen und verlor lediglich 1:4 (1:1). Wobei das Ergebnis nicht entscheidend war. Vielmehr zählte für Frank Meyer, der die “Moorteufel” mit Nils Gresens trainiert, dass seine Elf etwas mitnehmen konnte aus dem Freundschaftsspiel. Und in dieser Hinsicht hatte er einige vielversprechende Ansätze ausgemacht.

Der Landesligist hatte mehrere starke Phasen. Besonders zu Beginn der beiden Halbzeiten brachte er den von Lars Jagemann trainierten Gast mit forschem und schnellem Offensivspiel in Bedrängnis. “Wenn wir da unsere Chancen nutzen, dann führen wir vielleicht sogar”, sagte Meyer. Direkt in der ersten Minute wurde Hendrik Lütjen in bester Position per Foul gestoppt, den Freistoß jagte Jeremy da Rocha Nunes in die Mauer. Und auch nach Wiederanpfiff erwischten die Gastgeber Drochtersen auf dem falschen Fuß. Über die linke Seite startete da Rocha Nunes durch, doch sein Zuspiel zu Justin Dähnenkamp, der seine Premiere im Bornreiher Trikot feierte, geriet zu ungenau. Der Neuzugang hätte freie Bahn gehabt.

Dieser Mut gefiel Meyer. “Wir haben gut nach vorn gearbeitet, haben Fußball gespielt und sind nicht vor Ehrfurcht erstarrt. Das war das, was wir sehen wollten”, sagte er. Selbst vom 0:1 durch Lennard Fock (13.) und vom 1:2 durch Jan-Miklas Steffens (47.) ließen sich die “Moorteufel” nicht aus der Bahn werfen. Sie trauten sich viel zu. Das galt beim Ausgleich ganz besonders für Pascal Kranz: Blitzschnell suchte er nach einem Ballgewinn der Gastgeber den Weg in die Spitze und war dann auf und davon. Sein Abschluss schien Drochtersens Keeper Julian Quack zu überraschen, schließlich wäre auch ein Abspiel auf Bjarne Schnackenberg möglich gewesen. Kranz’ Schuss schlug per Aufsetzer im kurzen Eck ein (17.).

Auf den zweiten Gegentreffer hätten die Bornreiher, die stets fußballerische Lösungen suchten, sogar noch schneller antworten können, doch da Rocha Nunes scheiterte per Strafstoß am eingewechselten Stammkeeper Patrick Siefkes (49.). Kurz darauf verpasste auch Neuzugang Emil Tepper das 2:2 (52.). Bornreihe agierte phasenweise auf Augenhöhe mit dem zwei Klassen höher spielenden Kontrahenten und stellte ihn vor Probleme.

Doch Meyer wusste auch: “Alles kannst du gegen so einen Gegner nicht wegverteidigen.” Wenn die Gastgeber sie ließen, dann kombinierten die Kehdinger gefällig und schnell mit häufig nur einem Kontakt pro Spieler. Dieses Tempo konnte Bornreihe nicht auf Dauer mitgehen. Doch lange Zeit machten es die “Moorteufel” der Jagemann-Elf schwer, zu ganz großen Chancen zu kommen. Ausnahmen gab es etwa bei Steffens’ Pfostentreffer im ersten Durchgang (42.). Alexander Neumann (23.) und Fock (38.) konnten derweil Henner Lohmann nicht überwinden.

Der Torhüter der Gastgeber sah sich erst in der Schlussphase einer Vielzahl von Abschlüssen ausgesetzt. Die Kräfte seiner Vorderleute ließen nach, die Lücken wurden größer. “Es war eine intensive Laufeinheit für alle. Zum Schluss sind wir müde geworden. Wenn die Ordnung verloren geht, wird es schwierig gegen eine Truppe wie Drochtersen”, reagierte Meyer wenig verwundert. Die Gegentreffer durch Martin Sattler (78.) und Florian Nagel (81.) waren die Folge. Alexander Neumann traf den Pfosten. “Vielleicht ist die Niederlage ein bisschen zu hoch ausgefallen”, überlegte Meyer. Doch darauf kam es gar nicht so sehr an. Vielmehr freute er sich über den mutigen Auftritt der “Moorteufel”. “Wir haben es insgesamt als Truppe gut gemacht”, fand der Coach.

Dieses Lob hatten die Spieler verdient. Die Beine dürfen die Bornreiher vor ihrem Start in den Hans-“Hexe”-Wendelken-Cup auf heimischer Anlage am Dienstag trotzdem nicht hochlegen. Am Montag wird noch trainiert. “Natürlich ist uns das Turnier wichtig, aber der Saisonstart zählt genauso”, kündigte Meyer an.