Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt); Foto: Sandra Brockmann

Bornreihes Pascal Kranz, Torben Poppe und Michel Waldow entzaubern beim 3:0-Sieg die TuSG Ritterhude

„Klasse gemacht“, gratulierte der Torwart des SV Blau-Weiß Bornreihe, Daniel Griesbach, seinem Gegenüber Hendrik Schulz direkt nach dem Abpfiff. Schulz unterlag den „Moorteufeln“ im Kreisderby der Fußball-Landesliga Lüneburg mit seiner TuSG Ritterhude zwar mit 0:3 (0:2), durfte sich aber dennoch auch wie eine Art Gewinner fühlen. Mit tollen Paraden bewahrte er seine Farben schließlich vor Schlimmerem.

Bei den Gästen wusste vor allem das Offensiv-Trio um Pascal Kranz, Torben Poppe und Michel Waldow zu gefallen. Es dauerte auch gerade einmal 30 Sekunden, ehe Kranz den Gast gegen seinen Ex-Klub mit 1:0 in Führung brachte. Dabei hatten die Gastgeber Anstoß. Doch der Favorit eroberte sich schnell den Ball. Nach einem Sprint auf der linken Seite von Michel Waldow brauchte Pascal Kranz in der Mitte nur noch den Fuß hinzuhalten. „Wir wollten von Anfang an draufgehen und haben uns bereits mit der ersten Aktion dafür belohnt“, frohlockte Bornreihes Coach Saša Pinter.

Die Gäste blieben bei ihrem hohen Pressen und ließen das Schlusslicht so überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Nach acht Minuten hätte „Paco“ Kranz beinahe das 2:0 nachgelegt. Nach einer feinen Vorarbeit von Jeremy da Rocha Nunes auf der rechten Seite verfehlte Kranz das Tor am zweiten Pfosten jedoch völlig unbedrängt. Erst nach einer Viertelstunde wurde es auch mal für den SV-Kasten bedrohlich. TuSG-Kapitän Niklas Kutz war zwar eine Stiefelspitze eher am Ball als Daniel Griesbach, kam aber dennoch nicht am SV-Schlussmann vorbei.

Pinters Sonderlob

In der 23. Minute beförderte Torben Poppe das Leder nach einem Waldow-Freistoß freistehend daneben. Poppe genoss insgesamt viel zu viele Freiheiten im Sturmzentrum. „Den kann man aber auch mit seinem Körper nur schwer verteidigen“, nahm Ritterhudes Trainer Torsten Just seine Kicker in Schutz. Die Bornreiher blieben am Drücker. Vor allem der quirlige Pascal Kranz schien sich ordentlich etwas für das Match gegen seine alten Kollegen vorgenommen zu haben. Dieser zielte aber noch einmal knapp vorbei (35.).

Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff leitete Pascal Kranz jedoch mustergültig das Kopfballtor von Torben Poppe zum 2:0 mit einer Hereingabe vom rechten Flügel ein. „Wir wussten, dass bei Pascal besondere Emotionen im Spiel sein würden. Wichtig war aber auch, dass er nicht zu sehr unter Spannung steht und sich auch nicht zu sehr von seinen Emotionen leiten lässt. Das hat er aber gut hinbekommen“, lobte Saša Pinter seinen Winterneuzugang.

Torben Poppe machte in der zweiten Halbzeit gleich damit weiter, womit er im ersten Durchgang aufgehört hatte. Der lange Angreifer katapultierte das Spielgerät wieder mit dem Kopf in die Maschen. Doch diesmal stand der Torjäger im Abseits (48.). Dann beruhigte sich das Spiel ein wenig. Die Hausherren waren gezwungen, einen Wechsel vorzunehmen. Innenverteidiger Merten Hellmann schied mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss aus der Partie aus. Für ihn kam Mittelstürmer Marcel Meyer. Wer aber gedacht hatte, dass der Letzte nun noch einmal alles auf eine Karte setzen würde, um das Blatt noch zu wenden, sah sich getäuscht.

Während Niklas Tröger Merten Hellmann in der Abwehrkette ersetzte, ging auch noch Offensivmann Patrick Brouwer mit nach ganz hinten. So machte der Außenseiter den Laden mit einer Fünferkette dicht. Das war aber gar nicht unbedingt von Torsten Just so angedacht: „Patrick sollte sich nicht so weit fallen lassen.“ So passierte aber bis zur 70. Minute nichts mehr in beiden Strafräumen. Dann setzte Joker Patrick Müller den Ball mit einem Freistoß aus 20 Metern knapp am TuSG-Gehäuse vorbei. Müller kam für den ausgepumpten Pascal Kranz zum Einsatz. Mit Michel Waldow durfte ein anderer Bornreiher, der schon lange nicht mehr von Anfang an gespielt hatte, sogar über die gesamten 90 Minuten ran. Dieser belohnte sich nach 73 Minuten mit einem schönen Schlenzer auf Vorlage des gerade erst eingewechselten Philip Bähr mit dem Tor zum 3:0 für eine bärenstarke Vorstellung.

„Michel ist ein verkannter Fußballer“, urteilte Pinter. Hendrik Schulz ließ in der Schlussphase noch „Lulu“ Bähr (76.), Steffen Dietrich (80.) sowie Michel Waldow (90.+3) abblitzen. Auf der anderen Seite verstolperte Marcel Meyer die Kugel nach einem Pass von Mirko Gatz alleine vor Daniel Griesbach. „Wir wollten spätestens nach der Auswechslung von Torben Poppe mehr Druck ausüben. Doch mit dem 0:3 war die Sache gelaufen“, so Just.