Niederlage mit Ansage

SV Blau-Weiß Bornreihe

2. November 2020
Autor: Dennis Schott; Foto: Wümme Zeitung

Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe tritt nur widerwillig beim TSV Elstorf an und verliert mit 1:3

Dass die Partie beim TSV Elstorf nicht zu den besten des SV Blau-Weiß Bornreihe zählen würde, stand eigentlich schon vor dem Anpfiff fest. Das lag zum einen am Gegner selbst, auf den das Prädikat „unbequem“ schon im Hinspiel zutraf. Da hatten sich die „Moorteufel“ gegen den überwiegend defensivorientierten Aufsteiger eher zum 1:0 gemüht, als dass er souverän herausgespielt war. Aber das war es nicht allein. Denn die Bornreiher gingen vorbelastet in die Partie. Vorbelastet insofern, weil sie sich fragten: Muss das sein? Muss das Spiel, im Übrigen das einzige der Fußball-Landesliga Lüneburg an diesem Wochenende, wirklich angepfiffen werden, wenn ab diesem Montag ohnehin ein Amateursport-Verbot gilt? Keine Frage: Es war eine Auswärtspartie wider Willen, und so kam die 1:3 (1:1)-Niederlage nicht einmal überraschend.

„Wir haben es einfach nicht auf den Platz gekriegt“, berichtete Kapitän Steffen Dietrich von einem ziemlich gebrauchten Tag für den Tabellendritten. Es entwickelte sich von Beginn an ein sehr zerfahrenes Spiel, in dem sich beide Mannschaften in einigen Scharmützeln aufrieben und wenig Produktives in der Vorwärtsbewegung zustande brachten. Einmal aber spielte Michel Klimmek seine ganze Geschwindigkeit aus, brach auf der linken Außenbahn durch und legte auf den mitgelaufenen Pascal Kranz quer, der mit einem strammen Abschluss die etwas unverhoffte Führung erzielte (22.). „Aber da hat man gesehen: Wenn wir konsequent spielen, wird es vorne gefährlich“, meinte Dietrich.

Die Freude währte allerdings nur kurz. Denn nur vier Minuten später, kassierten die Bornreiher den Ausgleich. „Das war eine Fehlerkette, die im Mittelfeld begann und sich in der Abwehr fortgesetzt hat“, umschrieb Bornreihes Abwehrchef den Gegentreffer von Timo von Reith mit „einfach schlecht verteidigt.“ Das Spiel blieb auf überschaubarem Niveau. Wenn die Bornreiher mal vielversprechende Angriffe initiierten, dann entsprangen sie meist dem Zufall, wie Bornreihes Kapitän hinterher ohne große Umschweife meinte. „Letztlich fehlte auch der klare Abschluss“, erklärte Dietrich weiter.

Der Willen zur Besserung war durchaus vorhanden. „Wir haben uns für die zweite Halbzeit noch einmal richtig was vorgenommen, wollten uns vor dem Lockdown noch einmal vernünftig verabschieden“, so Dietrich. Allein: Es blieb beim Vorhaben. Das Bornreiher Spiel wurde nicht besser, und der 1:2-Rückstand gegen den nicht einmal unbedingt besseren Aufsteiger kam fast zwangsläufig. Andre Kevin da Silva Goncalves hatte für die Gastgeber getroffen (60.).

Das Bornreiher Trainergespann Nils Gresens/Frank Meyer reagierte. Mit Philip Bähr, Patrick Klee und Torben Poppe rüsteten die Gäste im Angriff noch einmal ordentlich auf und versuchten vornehmlich mit langen Bällen, Chancen herauszuspielen. Die Angriffsbemühungen der „Moorteufel“ stellten für die dicht gestaffelte Abwehr des TSV Elstorf aber keine große Herausforderung dar. Bis auf einmal, als Michel Klimmek zu einer guten Kopfballchance kam, aber am sehr gut reagierenden TSV-Schlussmann Timo Haepp scheiterte. Es hätte der Ausgleich sein können, doch nur wenige Minuten darauf markierten die Hausherren die endgültige Entscheidung. „Das war fast ein Eigentor“, sprach Kapitän Dietrich von einem Ballverlust im Mittelfeld. Der Elstorfer Melvin Krolikowski steuerte daraufhin gegen weit aufgerückte Gäste allein auf Bornreihes Keeper Daniel Griesbach zu und überwand ihn zum 3:1-Endstand. „Das war nichts Halbes und nichts Ganzes von uns“, resümierte Steffen Dietrich nach Spielende. Aber das hatte für ihn auch seine Gründe.