Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt); Foto: von Lachner)

Landesligist Bornreihe agiert mit einer Doppelspitze und fährt gegen Teutonia Uelzen wichtigen 2:1-Sieg ein

Anil Morkan zeigte es an. Mit den Daumen deutete der Offensivmann des SV Blau-Weiß Bornreihe nach seinem wichtigen Tor zum 1:0 im Heimspiel der Fußball-Landesliga gegen den SV Teutonia Uelzen in der fünften Minute auf seine Rückennummer zehn. Der eigentliche Spielmacher rückte durch den Ausfall von Torjäger Patrick Müller in die Spitze vor und wurde mit seinem zweiten Tor, dem 2:1 (2:1)-Siegtreffer, dann endgültig zum Matchwinner.

Da auch Jeremy da Rocha Nunes in vorderster Front auflief, schickte Bornreihes Coach Saša Pinter sogar eine Doppelspitze aufs Feld. Dieser Mut wurde am Ende auch belohnt. Sehr positiv bemerkbar im Spiel der Hausherren machte sich auch die Rückkehr von Kapitän Nils Gresens. Er war die zentrale Anspielstation bei den Blau-Weißen. Auch dank seines Mitwirkens waren alle „Moorteufel“ von Anfang an viel mehr in Bewegung als noch bei der vorherigen 1:2-Schlappe gegen die SV Drochtersen/Assel II. Nils Gresens leitete auch das Führungstor mit einem starken Pass mit dem Außenrist auf Anil Morkan ein. Morkan überwand Uelzens Keeper Ken Venancio anschließend von der linken Seite kommend mit einem Schuss ins lange Eck.

Nach einer Viertelstunde sorgte Referee Yannick Leinfels für einen großen Aufreger, weil er ein Foulspiel von Alberto Mendes an Bornreihes Artur Degtjarenko an der Strafraumkante nicht ahndete. Nachdem Anil Morkan sich bereits darüber beim Assistenten an der Linie beschwert hatte, vermochte sich auch Degtjarenko selbst nicht mehr zurückzuhalten. „Was hat er denn getroffen?“, stellte der künftige Oberneulander dem Assistenten eine rhetorische Frage. Saša Pinter beruhigte aber umgehend die Gemüter. Kurz nachdem Artur Degtjarenko auf Vorarbeit von Anil Morkan eine Chance zum 2:0 verpasst hatte, verletzte sich Degtjarenko am Knie und konnte nicht mehr auftreten. „Artur hat mir gesagt, dass dort irgendetwas kaputtgegangen sei“, informierte Saša Pinter nach der Begegnung.

Für den Mittelfeldmann kam Pascal Kranz, der aber bereits nach 67 Minuten durch Jan Wohltmann ersetzt wurde. „Pascal machte nicht den frischesten Eindruck. Er war nicht mit sich im Einklang. Deshalb wollte ich ihn schützen“, begründete Pinter seinen zweiten Wechsel, der an anderer Stelle auch gerne mal als „Höchststrafe“ bezeichnet wird.

Aus dem Nichts glichen die Gäste nach 23 Minuten zum 1:1 aus. Kristian Krieger sorgte nach einem Querpass von Nils Brüggemann ohne Bedrängnis für den Einstand. Doch Anil Morkan steuerte umgehend die neuerliche Führung bei und verwandelte dazu einen Freistoß aus 20 Metern zum 2:1 in die Maschen (32.). Pascal Kranz köpfte die Kugel zudem Sekunden vor der Pause nach einem Eckball von „Jerry“ da Rocha Nunes freistehend aus elf Metern am Kasten vorbei.

Nach dem Seitenwechsel übernahm der Gast zwar das Kommando, doch die großen Gelegenheiten besaß die Heimformation. „Wir haben uns bewusst etwas zurückgezogen, wollten aber auch immer wieder Nadelstiche nach vorne setzen. Das ist uns gelungen“, sagte Saša Pinter. Vor allem Joker Jan Wohltmann belebte das Bornreiher Spiel mit seiner Dynamik bei brandgefährlichen Kontern. Nach einem Wohltmann-Pass scheiterte Miguel Mendoza freistehend an Ken Venancio (75.). Auch Jeremy da Rocha Nunes fand alleine auf Zuspiel von Anil Morkan kurze Zeit später seinen Meister in Venancio. Uelzens Marvin Drewes wäre bei einer Rettungstat nach einer scharfen Hereingabe von Jan Wohltmann beinahe ein Eigentor unterlaufen (82.). Beim anschließenden Eckball köpfte Andre Waldau das Spielgerät unbedrängt über die Querlatte.

Jan Wohltmann strebte ferner nach einem Morkan-Pass alleine auf Ken Venancio zu, zielte aber knapp rechts vorbei (85.). „Wir hätten das 3:1 machen müssen, während wir hinten nur sehr wenig zuließen“, traf Saša Pinter den Nagel auf den Kopf. Uelzen brachte nur ein Abseitstor von Abwehrchef Evgenij Krasnikov (68.) sowie einen von Philipp Hatt auf das Netz gehobenen Ball in der Offensive zustande (73.). Bornreihe kletterte durch den Sieg auf Rang zehn.