Autor & Foto: Werner Maaß (Osterholzer Kreisblatt)

Sie haben eine starke Mannschaft. Und einen brandgefährlichen Patrick Müller. Der Stürmer des SV Blau-Weiß Bornreihe erzielte beim 3:1-Sieg gegen Rotenburg zwei Treffer und legte den dritten auf.

Der Mann des Spiels war eindeutig Patrick Müller. Der Stürmer des SV Blau-Weiß Bornreihe legte im Heimspiel in der Fußball-Landesliga Lüneburg gegen den Rotenburger SV das Führungstor auf. Die Treffer Nummer zwei und drei erzielte er selbst, somit hatte Patrick Müller sehr großen Anteil an der 3:0-Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel schalteten die Hausherren einige Gänge zurück, und Rotenburg verkürzte, der 3:1-Sieg der “Moorteufel” geriet aber zu keiner Zeit mehr ernsthaft in Gefahr. Netter Nebeneffekt: Mit diesem Triumph hat Blau-Weiß seine Mini-Negativserie von zuletzt zwei Heimniederlagen in Folge beendet.

Die Partie gegen den Tabellendritten aus Rotenburg bot viele Extreme. Natürlich den extrem effektiven Patrick Müller. Doch es war nicht nur der Stürmer, der eine so herausragende erste Halbzeit ablieferte. Das gesamte Team agierte in den ersten 45 Minuten auf extrem hohem Niveau. In der Defensive hielt Bornreihes Abwehrchef Andre Waldau die Zügel fest in der Hand. Zusammen mit Kevin Sammann und Christopher Stolz bildete er eine perfekt funtionierende Dreierkette, unterstützt durch die ebenso kompromisslosen Dauerläufer Dennis Klindworth und Miguel Mendoza. Davor agierte die Doppelsechs mit Kapitän Nils Gresens und Artur Degtjarenko sehr effektiv. So brachten es die Gäste aus Rotenburg vor der Pause nur auf einen Verlegenheitsschuss von Lukas-Dominik Heller, der weit am Tor vorbeiging.

Im Spiel nach vorne trennten das vermeintliche Spitzenteam aus Rotenburg und die Blau-Weißen mehrere Welten. Bornreihe eroberte immer wieder den Ball frühzeitig, oftmals sogar in Nähe des RSV-Tores. Dann ging es zumeist blitzschnell. Die “Moorteufel” demontierten die Rotenburger Hintermannschaft mit blitzschnellem und präzisem “One-Touch-Fußball”. So wurden die drei Tore vor der Pause allesamt wunderschön herausgespielt. 50 Prozent des Führungstreffers ging auf das Konto von Patrick Müller, der mit einem Traumpass auf Dennis Klindworth den Treffer einleitete. Klindworth legte quer, und Hendrik Lütjen erledigte den Rest (17.). Beim Tor zum 2:0 bediente Lütjen den in der Mitte völlig blank stehenden Müller (25.). Das Tor zum 3:0 war eine feine Einzelleistung des Stürmers: Müller behauptete den Ball mit dem Rücken zum Tor, drehte sich und netzte aus elf Metern ein. Doch das war längst noch nicht alles, die Gäste kamen für ihre vogelwilde Spielweise mit dem 0:3 sogar noch glänzend weg: Drei Mal klatschte die Kugel gegen Pfosten und Latte des Rotenburger Tores.

Auf die extrem starke erste Halbzeit folgte ein extremer Spannungsabfall. Die Konzentration schwand, das Bornreiher Spiel wurde unpräziser und langsamer, die “Moorteufel” waren leichter auszurechnen. Doch immerhin, die Abwehr stand weiterhin. Und das war auch bitter nötig, denn es hätte durchaus noch einmal eng werden können, nachdem Daniel Griesbach einen harmlosen Freistoß unter dem Körper zum 1:3-Anschlusstreffer hatte durchrutschen lassen. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff nahmen sich die Gäste den Wind selbst aus den Segeln: Jannis Niestädt konnte den Mund nicht halten, beleidigte den Schiedsrichter und kassierte die Rote Karte. Der Rest war reine Formsache, Bornreihe verwaltete den Vorsprung – nicht schön, dafür aber erfolgreich.

Bornreihes Trainer Sasa Pinter freute sich vor allem über die bärenstarke erste Halbzeit: “Wir hatten sieben Hochkaräter. Davon haben wir drei rein gemacht, das ist eine richtig gute Quote.” Und den Spannungsabfall nahm er gelassen zur Kenntnis: “Wenn man 3:0 führt, dann ist es schwer, den Rhythmus wiederzufinden. Aber wir haben das taktisch sehr gut gelöst und nichts anbrennen lassen.” Eben extrem effektiv.