Mehr Mut zum Risiko gefordert

SV Blau-Weiß Bornreihe

28. August 2021
Autor: Thorin Mentrup

Wo seine Mannschaft steht? Diese Frage kann Nils Gresens kaum beantworten. Für ein verlässliches Urteil reichen ein Landesliga-Punktspiel seines SV Blau-Weiß Bornreihe und der Test gegen die A-Junioren des JFV Bremerhaven seit dem Beginn der Pflichtspielsaison noch nicht aus. Sicher ist dagegen: In Topform sind die „Moorteufel“ noch nicht. Den nächsten Schritt dorthin wollen sie im Heimspiel gegen den TSV Elstorf am Sonntag, 15 Uhr, auf dem Platz bei Postels machen. Der erste Dreier ist das erklärte Ziel der Elf von Nils Gresens und Frank Meyer.

Der 4:1-Sieg über die Bremerhavener Junioren hielt Bornreihe im Rhythmus nach der coronabedingten Absage des Spiels gegen den ASC Cranz-Estebrügge. Die Blau-Weißen glänzten nicht, aber sie gewannen. Erfolgserlebnisse tun gut, gerade in der Frühphase der Saison. „Man darf nicht außer Acht lassen, dass wir neun Monate lang kein Pflichtspiel hatten. Da ist es für Mannschaften leichter, die eher ein Spiel zerstören und auf Konter lauern“, fügt der 32-Jährige an. Sprich: Besonders die Teams wie Bornreihe, die den Ball haben, die agieren und ein Spiel bestimmen wollen, haben es schwer. Sie müssen ihren Rhythmus und Lösungen gleichzeitig finden. Topform auf Bestellung – so einfach ist das eben nicht. Nun sind die Bornreiher allerdings auch weit davon entfernt, außer Form zu sein. „Der Schlüssel zum Erfolg ist mutig zu spielen“, weiß Gresens. Genau das impfen er und Meyer ihren Spielern derzeit ein. Nur mit Risiko könne man Lücken reißen, Überraschendes kreieren, einen zweikampfstarken und unangenehmen Gegner wie den TSV Elstorf aus der Ruhe und der Balance bringen. Zu diesem Mutigsein gehöre aber auch, Fehler einzukalkulieren. „Die Jungs dürfen Fehler machen, sie sollen Fehler machen“, unterstreicht Gresens. Natürlich nicht überall und nicht in jeder Spielsituation. „Es muss jetzt nicht der Keeper anfangen zu dribbeln, weil er eine Idee hat“, schränkt der Coach mit einem Schmunzeln ein. Aber im richtigen Moment und der passenden Situation müsse und könne man das Risiko eingehen.

Elstorf ist mit zwei Unentschieden in die Saison gestartet. Ein enges Spiel erwartet Gresens auch am Sonntag. Er beschreibt den Gegner als „eklig, ohne unfair zu sein“. Der TSV suche die Zweikämpfe, lege alle Mittel rein, die er habe, um erfolgreich zu sein. „Wenn wir die Zweikämpfe meiden, werden wir das Spiel verlieren“, warnt er sein Team. Die Trainingseindrücke stimmen ihn positiv. Auch personell sieht es gut aus, einzig Henner Lohmann (Handverletzung) und Dario Cordes (Knieprobleme) müssen passen. Der Rest kann zeigen, dass er den Mut zum Risiko hat.