Lucky-Punch von Luckyman

SV Blau-Weiß Bornreihe

7. Januar 2020
Autor: Karsten Hollmann; Foto: Wümme Zeitung

Der TSV Ottersberg gewinnt erneut das Hallen-Fußballturnier in Tarmstedt – 2:1-Finalsieg über Schwachhausen

Der SV Blau-Weiß Bornreihe ist doch nicht unfehlbar beim Hallen-Fußballturnier des TuS Tarmstedt. Nachdem die Blau-Weißen bereits im Vorjahr dem TSV Ottersberg den Vortritt gegeben hatten, kam der Seriensieger nun nicht über Platz vier hinaus. Im Spiel um Platz drei unterlagen die „Moorteufel“ ausgerechnet dem Nachbarn VSK Osterholz-Scharmbeck mit 1:2. Der TSV Ottersberg verteidigte dank eines glücklichen 2:1-Erfolges über den TuS Schwachhausen seinen Titel beim Edeka-Lohmann-Supercup.

Lange Zeit sah Debütant Schwachhausen im Endspiel wie der sichere Sieger aus. Doch dann glich Daniel Tölle zum 1:1 für die Ottersberger aus. Kurz vor dem Ende liefen Schwachhausens Christian Schwarz und Boris Vöge auf nur einen TSV-Abwehrspieler zu. Schwarz schoss nicht selbst, sondern entschloss sich zu einem Abspiel auf Vöge, das aber zu lang geriet. Im Gegenzug markierte Daniel Luckyman auf der Gegenseite das 2:1-Siegtor. „Das war mal ein Lucky-Punch“, staunte der Vorsitzende des VSK Osterholz-Scharmbeck, Carsten Brinkmann, auf der Tribüne nicht schlecht. Der Zweite der Bremen-Liga vermochte in den verbleibenden 20 Sekunden nicht mehr zurückzuschlagen. „Wenn wir den Angriff vor dem 1:2 besser ausgespielt hätten, wäre es genau andersherum ausgegangen“, traf TuS-Trainer Benjamin Eta den Nagel auf den Kopf.

Nach dem Vorrunden-Aus bei den Turnieren des ESC Geestemünde und des OSC Bremerhaven war Schwachhausens Übungsleiter aber mit dem Finaleinzug zufrieden gewesen. Mit Christian Schwarz wurde der Spielmacher des Bremen-Ligisten zudem zum besten Akteur der Veranstaltung gewählt. Die Auszeichnung für den besten Torwart erhielt dagegen Ottersbergs Leon-Paul Seeger.

Der TuS Schwachhausen schaltete im Halbfinale den VSK Osterholz-Scharmbeck durch ein sehr kurioses Tor aus. Der A-Junioren-Torwart der Kreisstädter, Nikolai Süß, stürmte mit nach vorne, um den 1:1-Gleichstand zu brechen. Nachdem der Bezirksligist das Leder neben das Gehäuse bugsiert hatte, legte sich TuS-Torwart Lars Richter den Ball zum Abstoß hin und beförderte diesen dann direkt zum 2:1-Endstand in die Maschen.

„Wir haben gar nicht reagiert, weil wir davon ausgegangen sind, dass das Tor nicht zählt“, erklärte VSK-Neuzugang Boban Bojanic, der mit seinen fünf Treffern bester Schütze seines Teams war. Aus seiner Sicht sei ein Abstoß des Torwarts in der Halle wie ein indirekter Freistoß zu werten. Daher hätte auch noch ein Mitspieler von Richter die Kugel nach dem Abstoß berühren müssen. Diese Regel galt aber nicht für das Tarmstedter Turnier. „Wir wussten schon vorher, dass jeder Ball, der liegt, direkt ins Tor geschossen werden darf. Das hatte ich meinen Jungs auch so mitgeteilt“, ließ Benjamin Eta wissen. Eta räumte jedoch ein, die Regel so auch zuvor nicht gekannt zu haben.

Im Spiel um Platz drei erspielte sich der VSK Osterholz-Scharmbeck von Beginn an die besseren Gelegenheiten im Kreisderby gegen den SV Blau-Weiß Bornreihe. Dustin Hirsch brachte die Grün-Weißen bereits nach einer Minute in Führung. Sein Bruder Patrick Hirsch erhöhte kurz darauf mit einem strammen Schuss in die lange Ecke auf 2:0. Die Bornreiher waren in den ersten fünf Minuten hinten offen wie ein Scheunentor. Die Kreisstädter schossen aber auch aus allen Rohren. Mit einem Lattentreffer von Pascal Kranz meldeten sich dann auch die von Steffen Dietrich betreuten Bornreiher nach fünf Minuten erstmals zu Wort.

„Kommt Jungs, es ist noch genug Zeit“, versuchte Dietrich, seine Nebenleute wachzurütteln. Er selbst scheiterte an Nikolai Süß, der ebenso wie Maris Meyerdierks und Kevin Wagner von den A-Junioren aushalf. Meyerdierks probierte es dann rotzfrech mit einem Eckball direkt, scheiterte aber an SV-Schlussmann Jan Wendt. Nachdem Simon Küstner im zweiten Anlauf auf 1:2 verkürzt hatte, setzte der Landesligist noch einmal alles auf eine Karte. Doch Steffen Dietrich zog das Spielgerät am langen Pfosten vorbei. „Wir haben von Anfang an Gas gegeben und das Spiel auch verdient gewonnen“, urteilte VSK-Coach Oliver Schilling. „Unser Ziel war das Finale. Die Niederlage gegen den VSK ist uns auch alles andere als egal“, bilanzierte Steffen Dietrich. Turnier-Organisator Christoph Schröder zog ein positives Fazit: „Wir haben ein spannendes Turnier gesehen. Mit 500 Zuschauern war die Halle auch voller als sonst.“