Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt); Foto: Guido Specht

„Jerry, Glückwunsch, mein Junge“ – der Trainer des SV Blau-Weiß Bornreihe, Saša Pinter, bedankte sich direkt nach Abpfiff bei seinem zweifachen Torschützen Jeremy da Rocha Nunes. Dieser trug damit wesentlich zum 3:1-Sieg seiner Mannschaft im Kreisderby der Fußball-Landesliga über das Schlusslicht TuSG Ritterhude bei.

Die 250 Zuschauer mussten sich nach der ersten Halbzeit ein wenig die Augen reiben, weil mit dem Gast die Mannschaft führte, die im Gegensatz zu den Hausherren gerade einmal eine Gelegenheit verbucht hatte. Eine Minute vor der Pause lief Pascal Kranz von rechts parallel zur Grundlinie in Richtung Bornreiher Gehäuse. Dann zog der ehemalige Hagener rotzfrech und zur Überraschung von SV-Keeper Nico Eden aus spitzem Winkel zum 1:0 ab und stellte damit den Spielverlauf auf den Kopf. TuSG-Coach Julian Geils zeigte sich über diesen Treffer aber nicht überrascht: „Pascal hatte ja schließlich auch meine Schuhe an.“ Da Kranz über keine Stollenschuhe verfügt, verlieh der Übungsleiter seine Stiefel an seinen Schützling.

Die Hausherren hätten aber zuvor in Führung gehen müssen. Bereits nach 60 Sekunden köpfte Bornreihes Kapitän Nils Gresens die Kugel völlig unbedrängt aus kurzer Distanz über den Kasten. In der 40. Minute visierte Philip Bähr aus drei Metern den Ritterhuder Pfosten an. Dazwischen hatten wiederum Philip Bähr, Michel Klimmek und zweimal Mittelstürmer Torben Poppe jeweils das 1:0 für die „Moorteufel“ auf dem Schlappen. „Wir hätten zur Pause mit 4:1 oder 5:1 führen müssen und haben uns die Chancen immer wieder gut herausgespielt“, erklärte Saša Pinter. Dass es mit einem Bornreiher Treffer im ersten Abschnitt einfach nicht klappen wollte, lag nicht zuletzt an TuSG-Torwart Hendrik Schulz, der mehrfach parierte. „Hendrik hat es in der ersten Halbzeit richtig stark gemacht“, fand Julian Geils ein paar lobende Worte für seinen Torhüter.

Sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff verlängerte Philip Bähr eine Hereingabe von Michel Klimmek mit dem Kopf zum hoch verdienten Ausgleich ins Netz. Kurz darauf war auch die Führung für die Hausherren fällig: Jeremy da Rocha Nunes tankte sich über den linken Flügel durch und bugsierte das Spielgerät mit links zum 2:1 in die lange Ecke. „In dieser Phase haben wir Bornreihe zu viel Raum gegeben“, kritisierte Julian Geils.

Mitte der zweiten Hälfte rettete der aufmerksame Hendrik Schulz in höchster Not gegen Torben Poppe. Poppe erhielt den Vorzug vor Goalgetter Patrick Müller, weil dieser sich nur an einer Trainingseinheit vor dem Nachbarduell beteiligt hatte. Nach 67 Minuten löste Müller jedoch Poppe ab und wurde kurz darauf von Jan-Luca Gehrmann vor dem 16er gefoult. Die Gastgeber spielten aber weiter, sodass Jeremy da Rocha Nunes nach einem Pass von Michel Klimmek frei vor Hendrik Schulz auftauchte. Doch Referee Marcel Klein wartete den Vorteil nicht ab und gab Freistoß für den Favoriten. Bei der Ausführung setzte Patrick Müller das Leder rechts am Tor vorbei.

So durften die Gäste noch einmal von einem Punktgewinn träumen. Doch wenn die Heimformation dem Letzten mal Räume gewährte, vermochte die TuSG  diese nicht zu nutzen. Pascal Kranz flankte nach einem schönen Zuspiel von Mannschaftsführer Niklas Kutz erst ans Außennetz und anschließend weit hinters Tor. Dieses Missgeschick unterlief auch noch Jan-Luca Gehrmann.

Zwölf Minuten vor Schluss machte Jeremy da Rocha Nunes dann den Deckel drauf. Artur Degtjarenko spielte den früheren Hagener schön in halbrechter Position frei. Da Rocha Nunes bewies bei seinem 3:1 in die lange Ecke, dass er es auch mit rechts kann. „Jerry ist ein echter Straßenfußballer. Man hat gesehen, dass er wirklich Spaß am Spiel hatte“, erklärte Saša Pinter. Ritterhudes Innenverteidiger Merten Hellmann verhinderte auf der Torlinie einen dritten Treffer von Jeremy da Rocha Nunes (89.). „Bornreihe war schon stärker“, räumte Niklas Kutz ein.

Auch in Überzahl nicht gepunktet

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