Klimmek-Tor der Brustlöser

SV Blau-Weiß Bornreihe

5. Oktober 2020
Auto: Jan-Henrik Gantzkow; Foto: Wümme Zeitung

Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe dreht nach der Pause auf – 4:0 gegen ASC Cranz-Estebrügge

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hat sich der SV Blau-Weiß Bornreihe im Landesliga-Heimspiel gegen den ASC Cranz-Estebrügge letztlich verdient mit 4:0 (0:0) durchgesetzt. In der ersten Hälfte taten sich die „Moorteufel“ gegen den Aufsteiger aber extrem schwer.

„Wir haben überhaupt nicht in die Partie gefunden. Die Tiefe im Spiel hat gefehlt, dazu haben wir uns viele leichte Ballverluste erlaubt“, monierte Bornreihes Spielertrainer Nils Gresens. Die tiefstehenden Gäste hatten so keinerlei Probleme und unterbanden die Offensivaktionen der ideenlosen Heimelf zumeist frühzeitig. Einzig nach einer Ecke wurde es wirklich gefährlich, der gefühlvolle Heber von Loris Menger landete aber nur an der Latte (17.). Ansonsten machten sich die Hausherren das Leben mit vielen Fehlpässen unnötig schwer – und hätten dem auf Konter lauernden ASC so fast die Führung ermöglicht. Ennio Cordes spielte den Ball direkt zum Gegner, über zwei Stationen landete dieser beim völlig freistehenden Gästekapitän Salim Aichaoui. Dessen Schuss schien ein sicheres Tor, doch der zuvor herausgeilte Ole Pasbrig war rechtzeitig zurück im Kasten und verhinderte den Gegentreffer mit einer überragenden Fußabwehr (30.).

So ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen, wo Gresens und Frank Meyer nicht nur die richtigen Worte fanden. Vielmehr veränderten sie auch das System und brachten mit Philip Bähr und Michel Klimmek frische Offensivkräfte. Und das sollte sich bezahlt machen. Gerade Klimmek belebte das Spiel der Hausherren merklich – und sorgte sieben Minuten nach seiner Einwechselung für den Brustlöser. Ein großer Anteil an diesem Treffer gehört aber auch Jascha Stern, der einem verloren geglaubten Ball hinterherjagte und den Klärungsversuch vom herausstürmenden ASC-Schlussmann Koray Candan blockte.

Klimmek nutzte dies aus und traf aus 25 Metern ins verwaiste Gehäuse (52.). Der Treffer gab den Gastgebern merklich Sicherheit – plötzlich lief der Ball deutlich besser durch die eigenen Reihen. Vor allem agierten die Bornreiher fortan aber mit der nötigen Zielstrebigkeit und Spielfreude. Menger verpasste nach schöner Kombination zwar noch per Kopf (60.), 120 Sekunden später erhöhte dafür Ennio Cordes auf sehenswerte Art und Weise. Eine Flanke von Klimmek wurde zu kurz geklärt, der aufgerückte Innenverteidiger nahm den zweiten Ball auf und traf nach energischem Antritt mit einem strammen Schuss.

Auf der anderen Seite ließ die stabile Bornreiher Defensive kaum noch etwas zu, einzig in der 67. Minute wurde es nochmals brenzlig. Ein ASC-Akteur ließ sich nach einer Grätsche von Pasbrig aber zu offensichtlich fallen, der souveräne Schiedsrichter entschied auf Schwalbe (67.). Kurz darauf verpasste Klimmek nach einem Zuspiel vom emsigen Stern die Vorentscheidung knapp, auch bei zwei Nachschusschancen fehlte das nötige Fortune (70.). Der ebenfalls eingewechselte Marlow Hinck machte den Sack dann aber in der Schlussphase doch zu: Simon Küstner schickte den Joker mit einem starken Pass auf die Reise, Hinck spielte seine Schnelligkeit aus – und verwandelte eiskalt (81.).

Die Partie war endgültig entschieden, der Schlusspunkt gehörte aber nochmals dem überragenden Michel Klimmek. Sein zweiter Treffer glich dabei einer Kopie des Führungstores: Wieder agierte der nicht immer sattelfeste Candan nach einem weiten Ball unglücklich, wieder nutzte Klimmek diesen Fauxpas mit einem präzisen Abschluss aus der zweiten Reihe aus (90.). Damit war auch Nils Gresens zufrieden: „Es hat sich bezahlt gemacht, dass wir in der Pause auf ein 4-4-2 umgestellt haben. So hatten wir mehr Sicherheit im Spiel und haben dann auch den Spaß zurückgefunden“, lobte Gresens.