Autor: Patrick Hilmes (Osterholzer Kreisblatt)

Fußball kann so einfach sein. Und deshalb machen manchmal die einfachsten Gründe den Unterschied in einer Partie aus. So geschehen nun auch wieder in der Landesliga Lüneburg bei der Partie TSV Ottersberg gegen SV BW Bornreihe. „Auf dem Niveau, wenn zwei Mannschaften auf Augenhöhe sind, musst du deine Chancen einfach nutzen. Bornreihe hat das gemacht, wir nicht, das ist der einfache Unterschied“, hatte Coach Jan Fitschen erkannt, warum seine Wümmekicker eine bittere 0:2 (0:1)-Niederlage einstecken mussten.

Die Pleite vor heimischer Kulisse war für den TSV gleich doppelt bitter: Zum einen hat sich der Abstand zum rettenden Ufer auf vier Zähler vergrößert, da die Konkurrenten TSV Etelsen und SV Teutonia Uelzen  dreifach punkteten. Zum anderen waren die Gastgeber nicht die schlechtere von beiden Mannschaften, nur eben nicht diejenige, die die Tore machte. Versucht hatten die Wümmekicker es erstmals in Minute 26, Jan Schröders Schuss klatschte an den Pfosten. Fünf Minuten zuvor hatten die von Sasa Pinter trainierten Gäste eine Schrecksekunde zu überstehen. Keeper Daniel Griesbach ließ den Ball nach einer harmlosen Ecke fallen, schnappte sich ihn aber wieder im Nachfassen.

Eine Schrecksekunde gab es auch auf der Gegenseite, als plötzlich Bornreihes Hendrik Lütjen frei vor dem Tor an den Ball kam, aber drüber zielte (30.). Doch was auf dem Platz geschah, war mehr Zufall als wirklich gewollt. Oftmals wurde davon profitiert, dass schlampige Pässe gespielt wurden oder bei der Ballannahme ungeschickt agiert wurde. In der 41. Minute bestrafte Ottersberg sich selbst. Anstatt sich weiter auf das Spiel zu konzentrieren, meckerten sie aufgrund eines nicht gegebenen Freistoßes. Die Konsequenz: Bornreihe spielte weiter und fand den freistehenden Philip Bähr – 1:0 für die Gäste.

Doch nach der Pause hatten die Gastgeber die Gelegenheit, die Partie wieder in die Bahn ihrer Wünsche zu lenken. Lukas Klapp scheiterte mit einem Kopfball aus sechs Metern der Marke „musst du machen“. „Geht der rein, dann sieht das Spiel ganz anders aus“, bemerkte Jan Fitschen zurecht. Es hätte aber auch noch schlimmer kommen können, denn im direkten Gegenzug scheiterte Bähr am stark reagierenden TSV-Keeper Felix-Rolf Mindermann. Und Mindermanns Fingerspitzen verhinderten 60 Sekunden später auch, dass Patrick Müller per Lupfer erfolgreich war. Nun waren die Blau-Weißen am Drücker, doch deren Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. In Minute 55 war es der Ottersberger Pfosten, der gegen Müllers Schuss rettete.

Und es ging munter weiter, das Spiel war belebter. Nochmals trat das Aluminium als Retter in Erscheinung. Die Latte verhinderte den Ausgleich durch einen Freistoß-Hammer von Drilon Demaku (63.). Beide Mannschaften suchten nun den Weg nach vorne: Auch der Querbalken der Gastgeber wurde nochmals von Jascha Stern geprüft (72.). Nach dem Abpraller wusste sich der TSV an der Seitenlinie nur mit einem „dummen Foul“ (Fitschen) zu helfen. Und zu guter letzt wurde am Sechzehner Artur Degtjarenko sträflich alleine gelassen. Dieser versenkte den Ball im rechten oberen Knick – 2:0 (72.). Das war die Vorentscheidung.

„Das sind die Dinge, um die es geht, ob man ein Spiel gewinnt, oder eben nicht“, resümierte ein enttäuschter Jan Fitschen. Dass Ottersberg fleißig zum Bornreiher Erfolg beitrug, wollte Sasa Pinter so nicht stehenlassen: „Es gehören immer Fehler beim Gegner dazu. Man muss diese Fehler nur erstmal erzwingen und dann auch nutzen. In der ersten Hälfte haben wir nicht genug erzwungen, da hat meine Mannschaft noch nicht begriffen, dass es nicht erneut gegen Hagen, sondern gegen Ottersberg geht und somit um Abstiegskampf. In der zweiten Hälfte haben wir das besser gemacht, haben die Zweikämpfe intensiviert und dann ist es einfachste Mathematik, dann kommst du auch zu Chancen.“

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