Im wahrsten Sinne eine Verpflichtung

SV Blau-Weiß Bornreihe

12. April 2021
Autor: Dennis Schott; Foto: Wümme Zeitung

Landesligist SV Bornreihe geht mit einigen Veränderungen in die neue Saison – und mit Justin Dähnenkamp

Eines haben Nils Gresens und Frank Meyer, das Trainerduo des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe, schon lange betont: dass sie mit ihrem bestehenden Kader auch in die kommende Saison gehen wollen, weil a) die nun annullierte Spielzeit viel zu kurz war, um Veränderungen zu rechtfertigen, und weil b) die Blau-Weißen voll überzeugten. Zur Erinnerung: Die Mannschaft hatte bis zum Abbruch in sieben Spielen 15 Punkte geholt, besaß auf Platz drei stehend beste Chancen auf die Meisterschaftsrunde. Und doch wird es zur kommenden Saison Veränderungen geben.

Zwangsläufig, muss man dazu sagen. Zumindest, was die Abgänge betrifft. Wären Ole Pasbrig, Torben Poppe und Michel Waldow nicht auf das Trainerduo zugegangen und hätten erklärt, dass sie ab der kommenden Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen, wären sie genauso wie Steffen Dietrich, der verletzungsbedingt aufhören muss, weiterhin Bestandteil des Kaders geblieben. Alle drei hätten berufliche Beweggründe für ihren Schritt angegeben, erklärt Nils Gresens. Ob es sich – wie bei Poppe – dabei um eine Auszeit handelt oder doch den Abschied bedeutet, vermag Bornreihes Trainer nicht vorherzusagen. Im Fall von Ole Pasbrig scheint es indes auf Letzteres hinauszulaufen. Nach Informationen der Sportredaktion schließt sich der Torwart dem Bezirksligisten SV Komet Pennigbüttel, woher er auch gekommen war, wieder an. Ansonsten hat sich die Corona-Pandemie insofern bemerkbar gemacht, als dass für weitere Spieler nicht gänzlich abzusehen ist, wie sie Sport und Beruf unter einen Hut bekommen. Das ist auch der Grund dafür, weshalb die Zusagen von Daniel Griesbach, Marcus Lennartz, Tom Meyerdirks und Patrick Klee noch ausstehen. „Da warten wir einfach noch ab. Sie wollten nicht zusagen, um dann wieder abzusagen, weil sich beruflich etwas für sie verändert hat“, erzählt Gresens, dem sonst nur Zusagen aus dem aktuellen Kader vorliegen.

Der Coup mit Dähnenkamp

Und darüber hinaus. Denn der Landesligist kann drei externe Zugänge vermelden. Ein Name lässt dabei besonders aufhorchen: Justin Dähnenkamp. Mit ihm bekommen die „Moorteufel“ einen regionalligaerprobten Angreifer –, was wahrlich nicht jeder Landesligist von sich behaupten kann. Nach Mikel Klee ist er bereits der zweite Ex-Regionalligaspieler im Kader der „Moorteufel“. Denen spielte es in die Karten, dass dem zuletzt beim Oberligisten Heeslinger SC aufgelaufenen Dähnenkamp der Aufwand zu groß geworden war. Statt einer Stunde Fahrtweg zum alten Klub ist es nun nur noch die Hälfte zum neuen. Dem SV Bornreihe ist mit der Verpflichtung von Dähnenkamp ein echter Coup gelungen, gerade weil eine Rückkehr des Stürmers zu seinem Heimatverein, dem Oberligisten FC Hagen/Uthlede, denkbar gewesen wäre. Hier ging sein Stern auf, ehe er sich dem Regionalligisten VfB Oldenburg anschloss. Keine Frage: An Justin Dähnenkamp sind viele Erwartungen geknüpft.

Zeit zur Entwicklung wird dagegen Nico Sperling und Emil Tepper, den weiteren Zugängen, eingeräumt. Sie nehmen die Herausforderung Landesliga Lüneburg an. Sperling war bis vor zwei Jahren für den Bremer Landesligisten SG Findorff im Einsatz, ist nach Beendigung seines Studiums wieder zurück in der Heimat und betritt im Landkreis Osterholz zwar Neuland, trifft mit André Zachar aus dem Bornreiher Trainerteam aber auf seinen alten Findorffer Coach. „Wir haben früher schon oft in Testspielen gegen Findorff gespielt, und da ist er uns schon aufgefallen“, sagt Nils Gresens. Aufgrund seiner Physis und Athletik sieht der Übungsleiter seinen Neuankömmling in der Abwehr. Weiter vorne ist Emil Tepper angesiedelt. Er verkörpert einen Spielertyp, nach dem die Bornreiher lange gesucht haben. Jung, quirlig und vor allem schnell. Das bedeute zwar nicht, dass die anderen nicht auch schnell seien, relativiert Gresens. Aber Tepper bringe noch einmal eine andere Charakteristik ins Spiel der „Moorteufel“, die sich viel über Technik und Ballbesitz definieren. Nils Gresens blickt zufrieden auf seinen Kader. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass noch etwas passieren muss. Und zwar auf der Torwartposition. Durch den Abgang von Ole Pasbrig (1. Torwart) und die noch ausstehende Zusage von Daniel Griesbach (2. Torwart) steht den „Moorteufeln“ mit Jan Wendt nur noch ein Torwart zur Verfügung. „Da sind wir aber im Gespräch“, verrät Gresens. Die Fortsetzung der Kaderplanung folgt.