Geführt, gezittert, gewonnen

SV Blau-Weiß Bornreihe

21. Oktober 2019
Autor und Foto: Dennis Schott

Im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Trainer Michael Rickers holt der SV Bornreihe seinen zweiten Sieg

Die Zuschauer und Ersatzbank des SV Blau-Weiß Bornreihe wollten ihren Augen nicht trauen, als Schiedsrichter Tom-Florian Holzky eine Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigte. Folglich machten sie ihrem Unmut lautstark Luft. Natürlich hätten sie es lieber gesehen, wenn der Unparteiische die Partie gegen den VfL Lüneburg ziemlich zeitnah abgepfiffen hätte. Es wären ihnen wohl einige Nerven erspart geblieben. Nicht minder laut war schließlich der Jubel, als Holzky die Partie tatsächlich abpfiff. Die Bornreiher hatten im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Trainer Michael Rickers mit dem 2:1 (2:0) einen eminent wichtigen Sieg eingefahren und die Rote Laterne in der Fußball-Landesliga Lüneburg an den SV Emmendorf, auf den Blau-Weißen im Übrigen als nächstes treffen, weitergereicht.

„Es war eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz“, meinte SV-Akteur Nils Gresens, der gemeinsam mit Co-Trainer Frank Meyer interimsweise die sportliche Verantwortung trägt, nach der Partie erleichtert. Es war eine Mannschaft, die nach dem Rücktritt von Michael Rickers quasi eine Reaktion zeigen musste. „Vom Läuferischen und Kämpferischen her haben wir alles gegeben. Vielleicht hat jeder gesehen, dass wir einfach mehr Gas geben müssen. Es gibt keine Alibis mehr. Wir sind jetzt als Mannschaft allein, können niemanden die Schuld geben – außer uns selbst“, erklärte Gresens weiter.

Die spielerische Komponente ließ Bornreihes Spieler geflissentlich außer Acht, wohl wissend, dass in dieser Hinsicht noch Luft nach oben ist. Aber auf das „Wie“ kam es ihm hinterher auch gar nicht an. Was zählte, war einzig und allein der Sieg, und der war schon alleine deswegen wichtig, um das angeknackste Selbstvertrauen wieder aufzupolieren. Und so verwunderte es wenig, dass Nils Gresens auf die Frage, ob dieses 2:1 der Wendepunkt im Kampf um den Klassenerhalt gewesen sei, antwortete: „Ich gehe stark davon aus. Bis zur Winterpause sind noch jede Menge Punkte zu vergeben.“

Den Grundstein zu den Punkten vier, fünf und sechs legten die Hausherren ohne Zweifel im ersten Spielabschnitt. Sie setzten jedem Ball nach und besaßen durch ihr konsequentes Stören ein ums andere Mal vielversprechende Angriffe, die aber letztlich nicht gut ausgespielt wurden. So verzeichnete der groß gewachsene Torben Poppe, der immer wieder Anspielstation war, per Kopfball nach einer Ecke die zunächst beste Möglichkeit (13.). Eine vielversprechende Chance ließ danach Pascal Kranz ungenutzt, der bei seinem Abschluss zu lange wartete (20.). Doch die Hartnäckigkeit der Gastgeber zahlte sich schließlich in der 29. Minute aus, als eine Flanke Loris Menger erreichte, der zur Kopfball-Bogenlampe ansetzte und so die Führung für die Bornreiher erzielte. Fünf Minuten später durften die Hausherren erneut jubeln, als Jeremy da Rocha Nunes einen Pass des Gegners abfing und freie Bahn auf das Lüneburger Tor hatte. Den herauseilenden Keeper überlupfte Bornreihes Mittelfeldmotor schließlich sehenswert aus 20 Metern. Von den Gästen war bis zu dieser Phase wenig zu sehen. Allerdings setzte Finn-Patrick Gierke seinen Schuss, der das 1:1 hätte bedeuten können, nur sehr knapp neben das Bornreiher Gehäuse (31.). Kurz vor der Pause musste sich auch SV-Keeper Alexander Janosch gegen Sebastian Martin noch einmal beweisen (40.).

Janosch musste seine ganze Klasse auch kurz nach dem Wiederanpfiff abrufen, als er einen Kopfball aus Kurzdistanz abwehrte. In der 57. Minute war aber auch er geschlagen, als ein Freistoß von Tom Heuser an Freund und Feind vorbei im langen Toreck einschlug (57.). Die Gäste witterten nun ihre Chance, rissen das Spiel vermehrt an sich, hatten allerdings auch das Glück auf ihrer Seite, dass der SV Bornreihe seine teils herausragenden Kontermöglichkeiten nicht in ein drittes Tor ummünzte. Schon in der 50. Minute hatte Pascal Kranz eine gute Möglichkeit vergeben, ehe den eingewechselten Michel Klimmek (73.) und Tom Meierdirks (85.), allein auf den gegnerischen Keeper zulaufend, die Nerven versagten. „Wir hätten früher alles klarmachen können, dann hätten wir auch nicht bis zum Schluss so zittern müssen“, meinte Gresens sichtlich erleichtert.