Autor: Wümme Zeitung – 21. Juni 2018 (e-Paper)

Der Bornreiher Landesliga-Kader steht und bietet Sasa Pinter noch mehr Optionen als in der vergangenen Saison.

Derzeit ist zwar Sommerpause, doch so richtig lässt der Fußball die meisten Amateurtrainer auch in den Wochen nach der alten und vor der neuen Saison nicht los. Ganz besonders traf das in den vergangenen Wochen auf Sasa Pinter zu. Der Trainer des Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe verknüpfte jüngst sogar sein Urlaubs- mit dem fußballerischen Vergnügen. Pinter weilte nämlich in Kanada. Hauptsächlich als Privatperson, doch ein bisschen auch in seiner Funktion als Trainer der „Moorteufel“.

Pinter pflegt seit einiger Zeit einen guten Kontakt zum Pacific Soccer Institute in Victoria. Das liegt an Kanadas Westküste, ganz in der Nähe von Vancouver. Von dieser Fußballschule kam einst auch Miguel Mendoza nach Deutschland, den Pinter nicht erst seit der starken Rückrunde in Bornreihe als Spieler und Menschen schätzen gelernt hat. Der Bornreiher Trainer stellte den Kontakt zur deutschen Leitung der kanadischen Fußballschule her – und schaute sich die Einrichtung Anfang Juni selbst vor Ort an.

„Ich konnte mir einen Eindruck von den tollen Rahmenbedingungen dort machen. Es sind einfach großartige Bedingungen“, schwärmt Pinter, der vor Ort dann auch mal gleich Nägel mit Köpfen machte. Denn mit Elliott Cuthbert und Koen Schoffner konnte er zwei hoffnungsvolle Talente davon überzeugen, während ihres geplanten mehrmonatigen Deutschland-Aufenthalts in Bornreihe zu spielen. „Wir kriegen da zwei ganz vernünftige Jungs aus gutem Haus, die in unserem Kader sicherlich für Belebung sorgen werden“, freut sich Pinter auf die zwei Kanadier.

Bereits im April waren Schoffner (17 Jahre) und Cuthbert (18) zwei Wochen in Deutschland. Eine Woche trainierte das Duo damals bereits in Bornreihe mit, die zweite Woche schnupperten die beiden dann beim SV Werder Bremen rein. Laut Pinter durften die jungen Kanadier immerhin vier Einheiten bei der U23 mittrainieren. „Das sagt schon etwas aus“, so der Bornreiher Coach, der den Erwartungsdruck aber nicht zu groß werden lassen will. Am Wochenende vor dem Trainingsauftakt der „Moorteufel“ am Montag, 9. Juli, kommen Schoffner und Cuthbert in Deutschland an. Bei der Wohnungssuche und der Schulanmeldung werden Pinter und der Verein dann unterstützend unter die Arme greifen, damit das Duo möglichst schnell den Kopf frei bekommt für die Vorbereitungszeit.

In dieser kämpfen dann 21 Feldspieler und drei Torhüter um die Stammplätze. Stammtorhüter Daniel Griesbach bekommt nicht nur in Nico Eden neue Konkurrenz, sondern auch in dem jungen Martin Küstner, der vom FC Hambergen nach Bornreihe wechselt. Jan Wendt gehört als vierter Keeper ebenfalls noch zur Mannschaft. Neben dem bereits verkündeten Wechsel von Michel Klimmek (FC Hagen/Uthlede) kommen darüber hinaus noch drei weitere – ziemlich interessante – Neuzugänge hinzu. Da wäre mit Jan Wohltmann zunächst ein weiterer Rückkehrer. Der 22 Jahre alte Flügelspieler spielte bereits von 2014 bis 2016 für die „Moorteufel“, ehe er – gemeinsam mit Michel Klimmek – zum FC Hagen/Uthlede wechselte. Nun kehrt auch Wohltmann zurück zu den Blau-Weißen.

Gespannt sein darf man auf den erst 19 Jahre alten Finn Holznagel, der in seinen jungen Jahren schon mächtig herumgekommen ist. Vom Blumenthaler SV wechselte Holznagel im Sommer 2014 in die U17 des SC Weyhe. Ein Jahr später schaffte es der Offensivakteur sogar in den B-Jugend-Bundesligakader des VfL Osnabrück. Dort brachte es Holznagel in der Saison 2015/2016 immerhin auf 18 Einsätze, ehe er im Sommer 2016 schließlich zum JFV Bremerhaven in die A-Jugend-Regionalliga Nord wechselte. Für die erste Saison im Herrenbereich hat sich das begehrte Talent nun für den SV Bornreihe entschieden. „Ich bin gespannt, wie er die Sache annehmen wird und freue mich wirklich sehr auf Finn“, sagt Pinter.

Das gilt im gleichen Maße auch für Adrian Chwiendacz, der die Liste der Bornreiher Neuzugänge komplettiert. Der gebürtige Pole, 29 Jahre alt, gehört allerdings eindeutig in die Kategorie „weitgereist und erfahren“. Chwiendacz, der im zentralen Mittelfeld zu Hause ist, hat bereits einige Klubs in seiner sportlichen Vita stehen. In den vergangenen neun Jahren waren das die SG Aumund-Vegesack, der Blumenthaler SV, TuS Schwachhausen, TSV Ottersberg, SV Werder Bremen III, Rotenburger SV und erneut Schwachhausen. Zuletzt wurde Chwiendacz dann allerdings doch ein wenig sesshaft und spielte vier Jahre für den Habenhauser FV in der Bremen-Liga. In der vergangenen Saison kam er dort bei 25 Einsätzen auf immerhin sechs Tore. „Adrian ist technisch versiert und absolut topfit“, stellt Pinter seinem neuen Mann ein gutes Zeugnis aus.

Demgegenüber verlassen vornehmlich Spieler den Verein, die zuletzt kaum noch eine große Rolle spielten. So wechselt Tino Brünjes zum FC Worpswede, auch Paul Hollwedel wird mit seinem Ex-Klub in Verbindung gebracht. Wohin es Abel Tsigab zieht, konnte Sasa Pinter nicht sagen, auch nicht, was Torhüter Tim Nekic vorhat. Wirkliche Lücken werden also in erster Linie Jascha Stern (wechselt wie berichtet zum FC Hagen/Uthlede), Dennis Klindworth (Bremervörder SC) und der berufsbedingte Rückzug von Christian Leopold hinterlassen. Diese Lücken dürften angesichts der interessanten Neuzugänge aber sicherlich zu schließen sein.