Autor und Foto: Wümme Zeitung – 27. Juli 2018 (e-Paper)
Hambergen muss sich Bornreihe in einem umkämpften Duell erst in letzter Minute mit 2:3 geschlagen geben.

Endlich mal Pokalkribbeln, endlich Derbystimmung – die meisten der 200 Zuschauer, die am Mittwochabend Zeuge des Fußball-Bezirkspokalspiels zwischen dem FC Hambergen und dem SV Blau-Weiß Bornreihe waren, verließen die Anlage mit einem zufriedenen Lächeln. Unabhängig davon, ob sie Fans der “Moorteufel” oder der klassentieferen “Zebras” waren. Die Hamberger Anhänger durften sich trotz der 2:3 (1:1)-Niederlage über eine starke Leistung freuen, die Bornreiher bejubelten einen am Ende verdienten Erfolg und das Erreichen der 2. Hauptrunde.

Entsprechend konnten beide Trainer dem Spiel Positives abgewinnen. “Wir haben defensiv kaum etwas zugelassen, hatten deutlich mehr Ballbesitz und einige gute Chancen. Lediglich im letzten Drittel fehlt noch die Zielstrebigkeit”, sagte Bornreihes Coach Saša Pinter. Sein Gegenüber, Eric Schürhaus, war – abgesehen vom Endresultat – sogar rundherum zufrieden mit der Darbietung seiner Mannschaft: “Die Jungs haben alles umgesetzt und sind Bornreihe lange Zeit auf Augenhöhe begegnet. Das am Ende die Beine schwer werden und eine von den Bornreiher Chancen dann reingeht, ist zwar sehr schade, aber durchaus erklärbar.”

Schürhaus hatte seine Elf mit einer Fünfer-Abwehrkette in die Pokalschlacht geschickt. Kapitän Lars Meyer spielte neben Garrit Hamdy und Paul Meyer als dritter Innenverteidiger, rückte aber auch immer mal wieder als dritter Sechser eine Position hoch, um mit Simon Küstner und dem Ex-Bornreiher Lennard Uhlhorn das Zentrum dicht zu machen. Die Gäste aus dem Teufelsmoor hatten von Beginn an mehr Ballbesitz, doch bis auf eine Chance von Jan Wohltmann in der sechsten Minute hielten die Hamberger den Gegner zunächst weg vom eigenen Sechzehner.

Erst in der 33. Minute kam Michel Klimmek auf Vorarbeit von Artur Degtjarenko in eine aussichtsreiche Schussposition, scheiterte aber an FC-Keeper Dirk Böttjer. Fünf Minuten später klingelte es dann aber doch im Hamberger Kasten. Nach einem Ballverlust in der eigenen Hälfte schaltete Philip Bähr blitzschnell und setzte Patrick Müller wunderschön in Szene. Der Stürmer schlenzte das Spielgerät gekonnt ins lange Eck. Noch deutlich schöner war dann aber der Ausgleich nur vier Minuten später. Finn-Niklas Klaus legte sich das Leder 28 Meter vor dem von Daniel Griesbach gehüteten Gehäuse zurecht und versenkte die Kugel mit einem Treffer Marke “Tor des Monats” im linken oberen Winkel.

Acht Minuten nach Wiederanpfiff drehten die “Zebras” das Spiel dann endgültig. Eine Ecke von Tim Denker landete über Umwegen bei Frederik Nagel, und der zog aus zwölf Metern direkt ab und traf mit Hilfe des Innenpfostens ins lange Eck. Um ein Haar hätte Klaus nur 60 Sekunden später sogar das 3:1 erzielt, doch dessen tollen Distanzschuss lenkte Griesbach bravourös über die Latte. Schiedsrichter Patrik Feyer entschied in dieser Szene auf Abstoß – und lag damit genauso daneben, wie bei dem Foulspiel, das den Freistoß zum 1:1-Ausgleich überhaupt erst ermöglicht hatte. Dort hatte Andre Waldau klar den Ball gespielt, ehe Jorit Bierwald zu spät kam und erst dann über die Beine von Bornreihes Abwehrchef fiel.

Bornreihe erhöhte nach dem 1:2 noch einmal die Schlagzahl. Philip Bähr setzte das Leder nur hauchdünn am Pfosten vorbei, der eingewechselte Torben Poppe sorgte für neue Dynamik im Sturm. In der 70. Minute war Müller dann aber nach einer herrlichen Vorarbeit von Michel Klimmek zur Stelle und schob zum 2:2 ein. Danach musste Dirk Böttjer zweimal sein Können unter Beweis stellen, als er zunächst gegen Klimmek und kurz darauf gegen Poppe klärte. Auch einen schön getretenen Freistoß von Patrick Müller fischte der Hamberger Schlussmann gekonnt aus dem Winkel. Die Hamberger träumten vom Elfmeterschießen – und wurden kurz vor Schluss doch noch aus diesen Träumen gerissen.

Nach einer Flanke von Jan Wohltmann köpfte Hendrik Lütjen das Leder Richtung Tor, Dirk Böttjer fälschte den Ball an den Pfosten ab, von wo aus das Spielgerät in die Mitte trudelte. Der aufgerückte Andre Waldau rauschte heran und drückte den Ball schließlich über die Linie. “Am Ende war es ein hochverdienter Sieg”, resümierte Saša Pinter, der mit seinem Team nun in der 2. Hauptrunde an diesem Sonntag beim ATSV Scharmbeckstotel antreten muss.

“Lediglich im letzten Drittel fehlt noch die Zielstrebigkeit.”

Bornreihe-Trainer Saša Pinter

Bezirkspokal Lüneburg, 1. Hauptrunde

FC Hambergen – SV Blau-Weiß Bornreihe 2:3 (1:1)

FC Hambergen: Böttjer; Denker, Paul Meyer (89. Liebschner), Hamdy, Lars Meyer, Brinkwirth (46. Klindworth), Küstner, Uhlhorn (76. Struß), Bierwald, Nagel, Klaus

SV Blau-Weiß Bornreihe: Griesbach; Stolz, Waldau, Dietrich, Gresens, Degtjarenko, Chwiendacz (65. Lütjen), Wohltmann (90. Sammann), Bähr (78. Poppe), Klimmek, Müller

Tore: 0:1 Patrick Müller (38.), 1:1 Finn-Niklas Klaus (42.), 2:1 Frederik Nagel (54.), 2:2 Patrick Müller (70.), 2:3 Andre Waldau (89.)

Schiedsrichter: Patrik Feyer (Schwanewede)

Zuschauer: 200 TD

 

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