Ein Sieg für das gute Gefühl

SV Blau-Weiß Bornreihe

27. Juli 2021
Autor: Thorin Mentrup; Foto: Wümme Zeitung

Der 25. Hans-“Hexe”-Wendelken-Cup hat beim SV Blau-Weiß Bornreihe viele Gewinner hervorgebracht

Das Finale und die Siegerehrung waren gerade erst vorbei, da drehte Uwe Böttjer mit einer (noch) leeren Getränkekiste seine Runde um den Sportplatz. Die ersten Spuren beseitigen nach der Sportwoche seines SV Blau-Weiß Bornreihe. Fünf Tage voller Fußball, „das ist schon anstrengend“, sagte Böttjer, ein Mann der ersten Stunde des Hans-“Hexe“-Wendelken-Cups. Aber, fügte er an, die Anstrengung habe sich gelohnt.

Sportlich sowieso. „Es ist schön, dass wir den Pokal gewonnen haben“, freute sich Böttjer mit seinen Blau-Weißen, die im Finale die SG Aumund-Vegesack entthront hatten. Seit 2016 hatten sie auf den vierten Turniertriumph warten müssen. Nun ist Bornreihe mit dem FC Oberneuland und dem TSV Ottersberg Rekordsieger. Und dann war da ja noch die zweite Ehrung, die die „Moorteufel“ abstaubten: Hendrik Lütjen war mit drei Treffern der beste Torschütze, er erhielt den Detlef-Rodig-Pokal.

Die Jubiläumsausgabe des Hans-“Hexe“-Wendelken-Cups wurde zum Turnier der Gastgeber. Weil der neue Schlussmann Henner Lohmann im Endspiel zeigte, dass er auch aus elf Metern nur schwer zu überwinden ist, und weil ein erfahrener Recke die Kohlen für sein Team aus dem Feuer holte. Philip Bähr war mit seinem späten Kopfballtor, das seine Elf ins Elfmeterschießen rettete, und mit dem entscheidenden Treffer vom Punkt aus der Matchwinner. Dabei hatten die Bornreiher nach einer ganz starken Anfangsphase „mit dieser mega Doppel-Dreifach-Chance“ (Trainer Nils Gresens) von Michel Klimmek und Justin Dähnenkamp doch wenig zu bestellen gehabt. „Aber wir sind in der Offensive so stark besetzt, dass bei uns immer etwas gehen kann“, sagte der 31-Jährige, in Bornreihe als „Lulu“ bekannt. Dass er sich nach dem Ausgleich auch den entscheidenden Elfmeter schnappte, erklärte er recht simpel: „Irgendwie hatte ich ein gutes Gefühl. Deshalb habe ich ihn mir ganz selbstsicher genommen.“ Und genauso selbstsicher verwandelt.

Der Turniersieg tat gut. „Der Sieg ist auch für die Stimmung wichtig“, sagte Gresens. Der Erfolg vor den eigenen Fans soll die Blau-Weißen beflügeln. Für den Rest der Vorbereitung, aber auch für den Start in die neue Serie Mitte August. Erst einmal blieben aber die Eindrücke der vergangenen Woche haften. „Es macht immer Spaß, es ist ein tolles Turnier“, sagte Bähr. Dazu hatte auch die Zweite der Blau-Weißen beigetragen, die kurzfristig für Ottersberg eingesprungen war und gegen Werder III sowie Worpswede auftrumpfte. Sieger waren sie nicht, „aber wir fühlen uns ein bisschen so“, sagte Trainer Marcus Schlösser grinsend.

Nach dem Finale verweilten einige Zuschauer noch auf der Anlage. „Die Menschen haben Lust auf Fußball“, freute sich Böttjer. Das war nach der langen Durststrecke eine der wichtigsten Erkenntnisse der Sportwoche für ihn. Genauso wie das Wissen um die Unterstützung der Sponsoren. „Das ist nicht selbstverständlich für uns“, sagte er. Nach dem Tod von Udo-Horst Schmolke, dem Gründer des heutigen Autocenters Schmolke in Osterholz-Scharmbeck, das einer der Hauptsponsoren ist, liefen die Bornreiher mit Trauerflor auf und drückten so ihre Anteilnahme aus.

Böttjer selbst wurde während des Turniers eine besondere Ehre zuteil: Weil er einer der Gründungsväter der Veranstaltung ist, wurde der Ur-Bornreiher ausgezeichnet. Die Laudatio hielt mit Herbert Baake ebenfalls einer der ersten Turnierorganisatoren. Böttjer war überrascht und gerührt – wollte sich aber nicht allein im Schweinwerferlicht stehen sehen. „Das hier ist eine Leistung von vielen Helfern“, betonte er und erneuerte diese Aussage nach Turnierschluss noch einmal, ehe er weiter seine Runde um den Platz drehte: „Alleine schafft man das nicht. Das geht nur als Team.“