Ein Schritt näher am Traumfinale

SV Blau-Weiß Bornreihe

19. Juli 2019

Autor und Foto: Tobias Dohr – 18. Juli 2019 (e-Paper)

Bornreihe setzt sich leicht und locker gegen die TuSG durch und trifft nun auf den FC Hambergen

Gastgeber SV Blau-Weiß Bornreihe hat die Pflichtaufgabe im ersten Spiel des 24. Hans-“Hexe“-Wendelken-Cups gegen die TuSG Ritterhude souverän mit 5:1 gemeistert. Im Halbfinale an diesem Freitagabend treffen die „Moorteufel“ nun auf den FC Hambergen, der sich seinerseits ebenfalls deutlich mit 4:0 gegen den FC Worpswede durchsetzte.

SV Blau-Weiß Bornreihe – TuSG Ritterhude 5:1 (4:1):Nach 16 Minuten war die ungleiche Partie bereits entschieden. 3:0 stand es zu diesem Zeitpunkt – und den Ritterhuder Anhängern musste angst und bange werden um die TuSG-Kicker, die allerdings auch mit einer extrem jungen Mannschaft ins Rennen gegen den letztjährigen Klassenkonkurrenten gegangen waren.

Mit Mirco Dressler, Justin Pink, Julian Deppe und Christian Barth liefen gleich vier Akteure des Jahrgangs 2001 in der Startelf auf. Und die bekamen von der ersten Minute an Anschauungsunterricht in Sachen Pressing und Spieltempo. Ein schnell ausgeführter Einwurf des unheimlich agilen Bornreiher Neuzugangs Meikel Klee brachte Philip Bähr in die Mitte, wo Pascal Kranz zur Stelle war (6.). Keine zwei Minuten später erhöhte Jeremy da Rocha Nunes nach einem Traumpass von Anil Morkan hinter die Viererkette auf 2:0. Das 3:0 durch Hendrik Lütjen, der im Anschluss an eine Ecke ungestört an der Strafraumgrenze das Leder annahm und mit Außenrist ins Tor löffelte, kam einer Vorentscheidung gleich (16.).

Wie aus dem Nichts fiel dann nach 26 Minuten der Anschlusstreffer. Bornreihes Keeper Ole Pasbrig ließ sich gegen den heranstürmenden Justin Pink zu viel Zeit, der daraus resultierende Querschläger landete genau auf dem Kopf von Maik Tiganj. Nach diesem Treffer beruhigte sich die Partie ein wenig. Mit dem Halbzeitpfiff gelang nach perfekter Vorarbeit von Hendrik Lütjen Pascal Kranz der Treffer zum 4:1-Pausenstand. Die Ritterhuder stellten in der zweiten Hälfte taktisch ein wenig um, ließen die Viererkette tiefer agieren, wodurch die vielen weiten Bornreiher Flugbälle zumindest ein wenig besser kontrolliert werden konnten. Dennoch blieben die „Moorteufel“ spielbestimmend. Der eingewechselte Tom Meierdierks verpasste ebenso das 5:1, wie kurz darauf auch Philip Bähr. Besser machte es der starke Hendrik Lütjen, der nach klasse Vorarbeit von da Rocha Nunes ein weiteres Mal zur Stelle war (65.).

„Das Ergebnis war heute völlig zweitrangig. Wir hatten heute eine enorm junge Mannschaft auf dem Platz, dafür haben wir das besonders in der zweiten Hälfte wirklich ganz ordentlich gemacht“, urteilte Ritterhudes Co-Trainer Bastian Haskamp nach der Partie. Auf der anderen Seite war Bornreihes Trainer Michael Rickers sehr zufrieden mit vielen Passagen des Spiels: „Wir wollten der Partie von Beginn an unseren Stempel aufdrücken, das haben wir auch ganz gut geschafft. Auch danach waren immer wieder gute Ansätze zu sehen, aber klar ist auch, dass derzeit einige Spieler platt sind und dieses Spiel nutzen sollten, um mal über den Erschöpfungspunkt drüber zu gehen.“

FC Hambergen – FC Worpswede 4:0 (1:0): Auch im zweiten Spiel des Abends gab es ein ganz frühes Tor zu bestaunen. Tobias Prigge fand bereits nach drei Minuten die Lücke in der Worpsweder Abwehr und spielte Frederik Nagel frei, der wiederum trocken ins lange Ecke abschloss. Die „Zebras“ liefen in der Anfangsphase ganz hoch an und zwangen den Kreisligisten so immer wieder zu Fehlern im Aufbauspiel. Doch nach zehn Minuten fanden die Kicker vom Weyerberg dann langsam besser in die Partie.

Nun erspielte sich das Team von Trainer Patrick Wellbrock auch eigene Torchancen, beispielsweise durch Neuzugang Amadou Drammeh (kam vom ASV Ihlpohl), der nach einem Pass von Kapitän Jan-Henrik Kück aber an Dirk Böttjer scheiterte. Auf der anderen Seite setzte Hambergens Jorit Bierwald einen Distanzschuss knapp über das Tor. Nach Wiederanpfiff rückte Schiedsrichter Chris Barnick mehr und mehr in den Fokus. Erst ließ er nach Foul an Kevin Struß richtigerweise Vorteil laufen, doch kurz darauf wurde Keno Liebschner im Sechzehner gut hörbar zu Falle gebracht. Zur Verwunderung vieler gab es weder Strafstoß noch einen verspäteten Freistoßpfiff.

Als Frederik Nagel nach toller Vorarbeit von Tim Denker (52.) und Keno Liebschner im Nachsetzen nach einem vorausgegangenen Pfostenschuss Denkers (53.) das Spiel mit ihren Treffern zum 2:0 und 3:0 längst entschieden hatten, zückte Barnick gegen Worpswedes Lars Rieken noch die Gelb-Rote Karte (60.). Der hatte zuvor zwar eindeutig Frederik Nagel gefoult, dennoch war es eine sehr harte Entscheidung. Und angesichts der längst entschiedenen Partie musste sich der Schiedsrichter die Fragen der Worpsweder gefallen lassen, ob das denn bei einer Sportwoche wirklich sein müsse. Schließlich war es bis zu diesem Zeitpunkt weder eine giftige noch besonders emotionale Partie gewesen.

Der starke Jorit Bierwald sorgte mit seinem 4:0 nach starker Vorarbeit von Kevin Struß für den 4:0-Endstand. „Wir haben viele neue Spieler zu integrieren, dafür war das heute ganz ok, besonders bis zum 2:0. Am Ende fehlte auch ein bisschen die Kraft“, sagte Worpswedes Coach Patrick Wellbrock, dem mit Mario Bolduan und Paul Hollwedel zudem zwei wichtige Akteure fehlten. Eric Schürhaus sprach von einem verdienten Sieg: „Da hat schon recht viel geklappt.“ Der Hamberger Trainer hatte am 30. Geburtstag von Steffen Kaluza aufgrund eines dezimierten Kaders Routinier Malte Mahnken im Abwehrzentrum aufgeboten – der dann auch gleich mal mit der Kapitänsbinde dekoriert wurde.