Doppel-Rückkehr ins Teufelsmoor

SV Blau-Weiß Bornreihe

25. Mai 2020
Autor: Thomas Müller; Foto: Wümme Zeitung

SV BW Bornreihe gibt Verpflichtung von Außenstürmer Jascha Stern und Torwart Daniel Griesbach bekannt

Wiedersehen macht Freude, lautet eine bekannte Redensart. Für Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe ist es zugleich das Motto, um zwei Rückkehrer zu begrüßen. Und das sind echte Verstärkungen für die kommende Saison. Vom OSC Bremerhaven, Tabellenführer der Landesliga Bremen, kommt Offensivmann Jascha Stern, und vom Bremen-Ligisten Habenhauser FV schließt sich Torwart Daniel Griesbach wieder den “Moorteufeln” an. Noch einen dritten Neuzugang vermeldete Bornreihes Spielertrainer Nils Gresens: Tim Thölken. Der variabel einsetzbare Defensivmann kickte bisher für den TSV Eiche Neu St. Jürgen (Dritter der Kreisliga Osterholz). “Tim hatte bei uns angefragt und auch schon einmal bei uns mittrainiert. Er hat auch spielerische Qualitäten”, lobt Gresens den künftigen Mitspieler, der in jungen Jahren auch zur Kreisauswahl Osterholz gehörte.

Der 29-jährige Flügelstürmer Jascha Stern ist für seine überragenden fußballerischen Qualitäten ebenso bekannt, wie auch für seine bisweilen eigensinnige Art. So polarisierte er auch während seiner drei Jahre (2015 bis 2018) in Bornreihe. Schnell und schussgewaltig sowie technisch versiert, gelang Stern mit dem “Moorteufel”-Meisterteam der Aufstieg in die Oberliga. Seine Laufbahn ist bunt-schillernd. In jungen Jahren spielte er sogar für den A-Junioren-Bundesligisten Rot-Weiss Essen (2008/09). Danach zog es ihn zum VSK Osterholz-Scharmbeck, zunächst in der zweiten, dann in der ersten Mannschaft spielend. Von 2011 bis 2013 stürmte er für den VfB Oldenburg (Ober- und Regionalliga). Landesligist FC Hagen/Uthlede war die nächste Station, ehe er 2015 nach Bornreihe kam. 2018 ging es wieder zurück nach Hagen und von dort 2019 zum OSC Bremerhaven.

“Jascha ist in Bremerhaven nicht so glücklich geworden”, berichtet Nils Gresens. Über Bornreihes Philip Bähr nahm Stern Kontakt zu seinem Ex-Klub auf, wo Gresens und sein Trainerkollege Frank Meyer alsbald ihr Okay für den Rückkehrer gaben. “Eigentlich wollte ich ja schon vor einem wieder für Bornreihe spielen, aber da war der Kader bereits voll”, sagt Stern. Er habe es dann mal beim OSC in Bremerhaven ausprobieren wollen, wo er schnell merkte: “Da wird ein komplett anderer Fußball gespielt. Die Leute dort sind taktisch nicht so gut ausgebildet. Da wird viel allein gemacht.” Für ihn ungewohnt: Er musste auch in der Abwehr oder auf der Sechs spielen: “Die brauchten halt Ordnung.”

Bei der Gelegenheit stellt der 29-Jährige Hagener auch klar, dass er beim OSC schon regelmäßig gespielt habe, auch wenn “fussball.de” und “transfermarkt.de” für ihn lediglich vier beziehungsweise zwei Einsätze ausweisen: “Diese Portale scheinen nicht besonders gut gepflegt zu werden.” Auch Stern kann es kaum erwarten, endlich wieder regulär kicken zu können. Derzeit halte er sich mit wöchentlich zwei oder drei Laufeinheiten fit zusammen mit seinem Mitbewohner Justin Dähnenkamp, der die “Olympischen” übrigens wie Stern verlassen wolle. Die Rede ist vom Oberligisten Heeslinger SC. “Aber das wäre mir ein zu hoher Aufwand”, winkt Jascha Stern ab.

Keeper Daniel Griesbach kommt nach einem Jahr bei seinem Jugendverein Habenhauser FV zurück nach Bornreihe, wor er im Juli 2015 debütierte. Seitdem sei man gut befreundet und habe auch abseits des Sports viel zusammen gemacht, so Nils Gresens, der noch erzählt: “Daniel soll einer meiner Trauzeugen in der Kirche werden.” Standesamtlich verheiratet ist Bornreihes Spielertrainer schon, doch Corona-bedingt lässt der Gang vor den Trau-Altar noch auf sich warten. Nicht nur die persönliche Verbundenheit spielt für Gresens und Griesbach eine Rolle. In Bornreihe waren sie auch auf der Sucher nach einem Torwart, seit Alexander Janosch dort seinen berufsbedingten Abschied verkündet hatte.

In Habenhausen hatte Griesbach, der früher auch schon für OT Bremen und die SG Findorff kickte, nur zehn Einsätze verzeichnet, ehe ihn eine langwierige Verletzung stoppte. “Eine Schultereckgelenkssprengung”, so Griesbach, deren ganzes Ausmaß sich noch nicht einmal sofort auftat. “Es war im Spiel gegen Schwachhausen”, erzählt der heute 28-Jährige, “und ein eigentlich harmloser Ball.” Griesbach musste leicht nach rechts hechten, bekam die Kugel auch zu fassen, “doch dann bin ich ganz blöd auf dem Boden gelandet.” Nämlich auf der Schulter. Griesbach spielte die Partie sogar zu Ende. “Aber als ich abends auf der Couch zur Ruhr kam, merkte ich, dass da mehr war.” Am nächsten Tag ging’s also in die MRT-Röhre mit dem bekannten Ergebnis. Als Torwart habe es natürlichlich eine längere Rekonvaleszenz gebraucht. “Aber ich bin längst wieder voll belastbar”, so Griesbach.

Einen Einsatz hatte er diesem Jahr sogar mit dem Habenhauser FV. Am 8. März, dem letzten Spiel vor dem Corona-Abbruch, setzte es allerdings noch eine 0:5-Niederlage für den Tabellenvorletzten gegen den Brinkumer SV. Die Tabellensituation habe aber überhapt keine Rolle bei seinem Vereinswechsel gespielt: “Ich wäre mit Habenhausen auch in die Landesliga gegangen, wenn es mit Bornreihe nicht geklappt hätte. Ich würde niemals im Abstiegskampf abhauen”, betont der Versicherungsmakler.

Bei den “Moorteufeln” erwartet ihn allerdings ein Konkurrenzkampf. Nils Gresens hat erklärt, dass es für Griesbach trotz aller Verdienste in der Vergangenheit keinen Sonderstatus gebe. Mit dem jetzigen Keeper Ole Pasbrig muss Griesbach also um den Platz zwischen den Pfosten kämpfen. “Das ist aber absolut okay”, betont der Bornreihe-Rückkehrer, der noch ergänzt: “Ich habe Ole ja auch als fairen Sportsmann kennengelernt.” Man akzeptiere und unterstütze sich gegenseitig.” Außerdem: “In meinem ersten Jahr in Bornreihe mussten wir uns ja beide unterordnen. Da war nämlich Till Augsburg die Nummer eins.”

Beim SV Blau-Weiß Bornreihe sei die Kaderplanung indes noch nicht abgeschlossen, gab Nils Gresens bekannt. Der Kader solle schon 21 Feldspieler stark sein, um gegebenfalls Verletzungen auffangen und adäquat trainieren zu können. Neben Alexander Janosch gab es ja, wie schon berichtet, den berufsbedingten Abgang von Kevin Sammann zu verkraften. “Außerdem werden uns wohl die Zwillinge Ennio und Dario Cordes wegen ihres Auslandsstudiums für ein halbes Jahr fehlen”, so der Spielertrainer.