Autor: Wümme Zeitung – 15. Juli 2019 (e-Paper)

Trotz etlicher personeller Nackenschläge bleibt Bornreihes Trainer Michael Rickers positiv

Es ist eine neue Erfahrung, die Michael Rickers derzeit macht. Denn man kann schon behaupten, dass der ehrgeizige Coach des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe in diesen Tagen auf eine harte Probe gestellt wird. Seit vergangenen Sonnabend befinden sich die „Moorteufel“ in der Saisonvorbereitung – und bislang gab es eigentlich nur personelle Hiobsbotschaften für Rickers zu verkraften.

Miguel Mendoza wechselte kurzfristig noch zu Oberligist TB Uphusen, Jan Wohltmann meldete sich erst einmal mit unbekanntem Ziel ganz ab. Bei Mattes Görg wurde ein Leistenbruch diagnostiziert, der Neuzugang wird ebenso wie Michel Klimmek und Elliott Cuthbert wohl die komplette Hinserie verpassen. Doch trotz all dieser Nackenschläge wirkt Michael Rickers erstaunlich gelassen. „Es bringt ja auch nichts, deswegen durchzudrehen“, sagt der Bornreiher Coach. Vielmehr versucht Rickers, auch in dieser definitiv unbefriedigenden Gesamtsituation den positiven Ansatz zu finden. Und der lautet: Mit den Spielern, die da sind, optimal arbeiten. Und vor allem auch Spaß haben. Und genau das ist bislang offenbar recht gut gelungen.

Demnächst viele Urlauber

„Die Stimmung war wirklich prima, alle ziehen gut mit“, freut sich Rickers und fügt hinzu: „Wir haben bei der Kaderzusammenstellung ja auch besonders darauf geachtet, dass die Jungs charakterlich zusammenpassen.“ Durch die ersten Eindrücke fühlt sich Rickers nun bestätigt, dass es wirklich passen könnte. Wenngleich er in der kommenden Woche wohl nur mit einem sehr reduzierten Kader arbeiten wird, denn gleich mehrere Akteure werden dann im Urlaub sein. „Das ist in der heutigen Zeit nun mal eben so“, scheint Rickers aber auch diesbezüglich eine neue Gelassenheit entwickelt zu haben. „Wenn ich das nicht tolerieren könnte, müsste ich mit dem Fußball ganz aufhören.“

Eigentlich hatte Rickers ja auch schon einen Schlussstrich unter das Kapitel Fußballtrainer gesetzt. Doch da die Liebe zum Sport und vor allem auch zum SV Bornreihe einfach größer ist, ließ sich Rickers von einem Comeback bei den „Moorteufeln“ überzeugen und will sich nun auch bezüglich der neuen Realität anpassen. Und es gibt ja auch einige positive Aspekte. Allen voran Neuzugang Meikel Klee, der sowohl sportlich als auch menschlich einen hervorragenden ersten Eindruck hinterlassen hat. An ihm sollen sich die jungen Spieler und vor allem auch die Neuzugänge nun maßgeblich orientieren. Und wegen Klee bereitet Michael Rickers auch der Abgang von Miguel Mendoza eben keine besonderen Kopfschmerzen. „Da haben wir mit Meikel wirklich einen adäquaten Ersatz“, sagt der SVB-Coach mit einem breiten Grinsen.

Heydenreich kommt und geht

Deutlich mehr schmerzt da schon die hartnäckige Schambeinentzündung von Elliott Cuthbert. „Elliott hatten wir für diese Saison ganz dick auf dem Zettel“, sagt Rickers, der nun bis Januar auf den pfeilschnellen Kanadier verzichten muss. Ebenso lange fällt auch Michel Klimmek aus, bei dem die Probleme mit dem offenen Steißbein einfach nicht besser werden wollen. Dafür haben die Bornreiher mit Tom Heydenreich noch einen weiteren Neuzugang an Land ziehen können. Der 23 Jahre alte Abwehrspieler kommt vom SV Lilienthal-Falkenberg, wo er vergangene Saison aufgrund eines Auslandsaufenthalts allerdings kein Spiel bestreiten konnte. Und ab Oktober könnte Heydenreich dann auch schon wieder weg sein, dann nämlich, wenn er den angestrebten Studienplatz in Köln bekommt. Auch Michel Waldow wird ab Mitte August für mehrere Monate ins Ausland gehen und dann erst einmal komplett ausfallen.

Es wird kadermäßig also so oder so eine knappe Angelegenheit werden. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass einige Dauerverletzte aus der Vorsaison derzeit in richtig guter Form zu sein scheinen. Alexander Huhn beispielsweise oder auch Hendrik Lütjen. „Die stehen beide richtig im Saft und sind voll belastbar“, freut sich Rickers. Und auch Torben Poppe will noch einmal richtig angreifen. „Das würde mir dann auch vom System her andere Möglichkeiten eröffnen“, sagt Rickers. Jetzt steht aber erst einmal das Kennenlernen ganz oben auf dem Zettel. Am Sonntag steigt das erste Testspiel gegen Bremen-Ligist BSC Hastedt, am Dienstagabend stellt sich die neue Bornreiher Mannschaft dann erstmals dem Heimpublikum beim Hans-„Hexe“-Wendelken-Cup vor. Dann wird man einen ersten zarten Hinweis darauf bekommen, ob die neue Bornreiher Lockerheit vielleicht genau das richtige Rezept in der jetzigen Situation ist.