Die „Moorteufel“ melden sich zurück

SV Blau-Weiß Bornreihe

14. September 2021
Autor: Dennis Schott; Foto: Wümme Zeitung

Nach der enttäuschenden Leistung aus der Vorwoche erzwingt der Fußball-Landesligist ein 2:1 in Hedendorf

Die Erleichterung war spürbar. Schließlich stand der SV Blau-Weiß Bornreihe vor dem Spiel beim VSV Hedendorf/Neuenkloster gehörig unter Druck. Zur Erinnerung: Der Fußball-Landesligist hatte eine Woche zuvor beim 0:5 gegen die SV Drochtersen/Assel II auf ganzer Linie enttäuscht – entsprechend deutlich fiel hinterher die Kritik des Trainergespanns Nils Gresens/Frank Meyer aus. In Hedendorf wurde daher nichts anderes als ein Sieg erwartet – und den fuhren die “Moorteufel” dann auch ein.

Ein echter Befreiungsschlag war der 2:1 (1:0)-Erfolg allerdings auch nicht. Frank Meyer erachtete den zweiten Saisonsieg zwar als verdient, aber von spielerischer Leichtigkeit sind die Bornreiher derzeit deutlich entfernt. Und so bezeichnete Meyer den Sieg eher als erzwungen denn souverän.

Aber auf das “wie” kam es auch nicht an. Wichtig waren die drei Punkte, und dass die Mannschaft eine deutlich bessere Einstellung an den Tag legte als zuletzt. Beides war der Fall. Deshalb sparte Frank Meyer auch nicht mit Lob. “Die Jungs haben wirklich alles reingehauen”, erklärte Bornreihes Coach hinterher. Verlass war vor allem auf die Defensive, die in der ersten Halbzeit “gar nichts”, so Meyer, zugelassen hatte. Dafür leistete sie sich unmittelbar nach der Pause einen kurzen Moment der Unachtsamkeit. Die Situation schien zunächst nicht sonderlich gefährlich, weil ein lang geschlagener Klärungsversuch in die Bornreiher Hälfte flog. “Aber wir haben uns da nicht gut angestellt”, bemängelte Meyer das Abwehrverhalten. Can-Luca Aygör, der für Hedendorf zum zwischenzeitlichen 1:1 traf, sei bei seinem trockenen Schuss aus 16 Metern vorher einfach nicht entscheidend gestört worden (50.). Und auf einmal war eine Partie, die der Gast bis dahin unter Kontrolle gehabt hatte, wieder völlig offen.

Defizite im Offensivspiel

Es zeigte sich zudem, dass die Mannschaft im Spiel nach vorne noch einige Defizite aufzeigt. Die rechte Durchschlagskraft wollte sich jedenfalls nicht einstellen. Der SV Bornreihe hatte zwar mehr Ballbesitz, wusste daraus aber kaum Chancen zu kreieren. “Das sah im Ansatz oft ganz gut aus, es fehlte danach aber die letzte Konsequenz”, meinte Meyer. Oft mangelte es an der Präzision im finalen Zuspiel. So blieb die zum 1:0 führende Möglichkeit von Jeremy da Rocha Nunes für lange Zeit die einzige. Nach einer Flanke und der zu kurzen Abwehr des gegnerischen Keepers leitete Philip Bähr den Ball auf da Rocha Nunes weiter, der schließlich zur Führung traf (24.).

Auf dem Kunstrasen in Hedendorf lief den Gästen so langsam die Zeit davon, als ihnen schließlich doch der entscheidende Angriff gelang. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Jascha Stern, der einen Pass in vollem Lauf gekonnt mitnahm und in der Mitte “Lulu” Bähr bediente, der vier Minuten vor Schluss das ersehnte 2:1 erzielte.

Schluss war aber noch lange nicht. Die Hausherren versuchten noch einmal mit langen Bällen, das Ruder herumzureißen. Zudem sorgte eine längere Verletzungspause auf Hedendorfer Seite dafür, dass acht Minuten nachgespielt werden mussten. Aber die Gäste hielten sich schadlos und brachten diesen so wichtigen Sieg über die Zeit.

Gleichwohl hätte sich Frank Meyer das Zittern am Ende gerne erspart. “So ganz kann man das nicht ablegen. Aber ich muss auch sagen, dass wir kaum etwas zugelassen haben”, meinte Bornreihes Trainer, dessen Team weiterhin auf Schlagdistanz zur Spitze in der Staffel 2 bleibt und nächste Woche den TuS Harsefeld zu Gast hat. Der Tabellenführer ist in dieser Saison bislang jedes Mal als Sieger vom Platz gegangen und wird die “Moorteufel” wesentlich stärker fordern als zuletzt der VSV Hedendorf/Neukloster. “Das wird natürlich ein ganz anderes Spiel”, weiß Meyer.