Der VSK darf vom Finale träumen

SV Blau-Weiß Bornreihe

21. Juli 2021

Autor: Thorin Mentrup; Foto: Wümme Zeitung

Kreisstädter schalten FC Hambergen beim Hans-“Hexe”-Wendelken-Cup aus – Auch Titelverteidiger SAV siegt

Es war ein Auftakt mit 300 Zuschauern und elf Elfmetern – der erste Tag des 25. Hans-“Hexe“-Wendelken-Cups des SV Blau-Weiß Bornreihe hielt, was er versprach. Nur Sieger gab es in der regulären Spielzeit keine. Sowohl das Duell der Bezirksligisten FC Hambergen und VSK Osterholz-Scharmbeck sowie das der Bremen-Ligisten OSC Bremerhaven und SG Aumund-Vegesack endete unentschieden. Das bessere Ende im Elfmeterschießen hatten dann der VSK und der Titelverteidiger SAV für sich.

FC Hambergen – VSK Osterholz-Scharmbeck 4:6 n. E. (1:1, 0:1).

Dass sich für den Auftakt so viele Zuschauer in Bornreihe eingefunden hatten, hatte sicherlich mit diesen beiden Mannschaften zu tun. Schließlich sind sie heiße Anwärter auf den Aufstieg in die Landesliga – und beide zeigten, dass in der neuen Saison mit ihnen zu rechnen ist. Denn obwohl der Ligastart noch dreieinhalb Wochen entfernt ist, legten beide Teams ein hohes Tempo an den Tag. „Ich finde, wir haben ein richtig gutes Bezirksligaspiel gesehen“, sagte Julian Gelies, Coach der „Zebras“.

Was auch erkennbar war: Beide Mannschaften haben eine gesunde Rivalität entwickelt. Und so entwickelte sich eine intensive Partie. Körperlich, aber fair war sie, vor allem aber unterhaltsam. Es war ein guter Vorgeschmack auf die Duelle in der Liga. Das fand auch Gelies. „Dann geht es sicherlich noch ein bisschen mehr zur Sache. Dann wird der Ofen richtig heiß. Darauf können sich die Mannschaften, aber auch die Zuschauer freuen“, meinte er.

Die Fußballfans der Region sahen in Bornreihe ein enges Match, in dem jedes Team eine Hälfte dominierte – und paradoxerweise in ihrer guten Phase jeweils den Gegentreffer kassierte. Im ersten Durchgang hatte der FC Hambergen mehr von der Partie, auch wenn Gelies die allerletzte Konsequenz im Angriff vermisste. Dennoch waren seine „Zebras“ das überlegene Team, griffig in den Zweikämpfen und gut im Anlaufverhalten. Auf der anderen Seite haderte Westphal etwas mit seiner Elf: „Wir waren einfach zu nervös. Das, was wir bislang gut gemacht haben – Ballkontrolle, ruhig bleiben, auf die Chance warten, Vertikalbälle spielen – das hat Hambergen gut wegverteidigt. Sie waren in der ersten Halbzeit etwas griffiger.“ Der VSK agierte wenig konstruktiv – und so war sein Führungstor ein Treffer aus dem Nichts: Benjamin Knecht spielte einen langen Ball nach vorn, eigentlich eine sichere Beute für Gian Luka Muskee. Doch dem Hamberger versprang der Ball. „Das passiert ihm bei 100 solcher Pässe vielleicht einmal“, sagte Gelies. Auch für ihn gab es in dieser Szene eigentlich keine Chance für den VSK. Doch Niklas Schumacher hatte auf einen Patzer gelauert. Er spritzte dazwischen und brachte seine Farben in Führung (34.). Auf der anderen Seite verpasste Frederik Nagel mit dem Pausenpfiff das 1:1, als er freistehend deutlich über das Tor schoss.

In der zweiten Hälfte hatte der VSK die Chancen, die Partie für sich zu entscheiden. Schumacher und Felix Westphal konnten Ivo Kiekhöfer allerdings nicht überwinden. Die Kreisstädter hatten nun mehr Kontrolle, vielleicht auch ein bisschen mehr Kraft, weil sie länger in der Vorbereitung sind. Doch die „Zebras“ kämpften und belohnten sich: Keno Liebschner sorgte mit einer Willensleistung für den Ausgleich. Er tankte sich im Strafraum zwischen mehreren Gegenspielern hindurch und traf (72.). Es ging also ins Elfmeterschießen. „Wer dann weiterkommt, ist immer auch etwas Glückssache“, waren sich Westphal und Gelies einig. Aufseiten der Kreisstädter verwandelten alle fünf Schützen, während bei den „Zebras“ Steffen Kaluza an Malte Vollstedt scheiterte. Ausgerechnet Kaluza, „unser wohl sicherster Schütze“, wie Gelies sagte. Allerdings war er nicht erbost. „Besser jetzt als in den Punktspielen“, sagte er stattdessen. Das Duell beider Teams war jedenfalls ein echter Appetitanreger.

OSC Bremerhaven – SG Aumund-Vegesack 3:5 n. E. (0:0).

Dass das  Aufeinandertreffen in der regulären Spielzeit torlos blieb, war der Abschlussschwäche beider Teams und den guten Torhüterleistungen geschuldet. Bremerhaven war fußballerisch stärker und hatte die besseren Möglichkeiten. „Dann müssen wir aber auch mal eine Chance nutzen“, haderte OSC-Trainer Björn Böning. Wie schon beim Test gegen Werder Bremen II verschoss seine Elf einen Elfmeter. Seli Qorri jagte den Ball aus elf Metern an die Unterkante der Latte, von wo das Spielgerät vor die Linie sprang (20.). Fußballerisch hatte Böning seiner Mannschaft ansonsten kaum etwas vorzuwerfen. Der OSC, der mit einer Rumpftruppe um den ehemaligen Hagener Justin Sauermilch angereist war, agierte ballsicher, war technisch stark und fand spielerische Lösungen in dem temporeichen, aber durchaus auch harten Duell.

Aumund-Vegesack stand unter Druck. „Es war unheimlich schwer, Zugriff zu bekommen“, beobachtete Trainer Björn Krämer. Die Pressingversuche der Nord-Bremer liefen meist ins Leere. Doch die SAV agierte alles andere als kopflos, wie ihr Trainer herausstellte. „Es war gut, dass wir in solchen Momenten nicht versuchen, blind draufzugehen.“ Stattdessen zog sich Aumund-Vegesack zurück, versuchte die Lücken zu schließen und zu kontern. In der zweiten Hälfte gelang das besser. Bashkim Toski hatte zweimal den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte jedoch einmal an Torwart Jan Fauseweh und einmal an Pascal Guscic. „Wenn wir es geschafft haben, über mehrere Stationen zu kombinieren, hatten wir unsere Chancen, weil Bremerhaven sehr hoch verteidigt hat“, sagte Krämer. Auf der anderen Seite verfehlte Sauermilchs Fallrückzieher das Tor um Haaresbreite, und auch Luan Muhaxheri verpasste zweimal die Entscheidung. Im Elfmeterschießen zeigte sich der Titelverteidiger dann nervenstärker.

Damit stehen die Partien für Donnerstag fest: Der FC Hambergen trifft auf den OSC Bremerhaven (18.15 Uhr), der VSK Osterholz-Scharmbeck und die SG Aumund-Vegesack spielen ab 20 Uhr um den Finaleinzug.