Der Titelverteidiger ist raus

SV Blau-Weiß Bornreihe

23. Juli 2019

Autor: Reiner Tienken – 19. Juli 2019; Foto: Julian Berndt

Beim Hans-„Hexe“-Wendelken-Cup des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe haben die beiden Bremen-Ligisten am dritten Spieltag eine kleine Machtdemonstration abgeliefert.

Beim Hans-„Hexe“-Wendelken-Cup des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe haben die beiden Bremen-Ligisten am dritten Spieltag eine kleine Machtdemonstration abgeliefert. Der Blumenthaler SV (5:0 gegen VSK Osterholz-Scharmbeck) und die SG Aumund-Vegesack (4:0 gegen FC Hagen/Uthlede) entzauberten ihren Spielgegner. Oberligist FC Hagen/Uthlede kann die traditionsreiche Sportwoche somit nicht zum dritten Mal in Folge gewinnen.

Blumenthaler SV – VSK Osterholz-Scharmbeck 5:0 (3:0): Die Burgwall-Kicker bliesen dem Bezirksligisten kräftig den Marsch. Der Bremen-Ligist war von Anfang an präsenter auf dem Platz. Angriff über Angriff rollte auf das Tor von VSK-Schlussmann Kevin Meier, der einst seine Laufbahn beim Blumenthaler SV begonnen hatte. Die Nordbremer sorgten neben Nummernsalat auf den Trikots für reichlich Wirrwarr beim Gegner. So setzte sich der Favorit bereits bis zur Halbzeit vorentscheidend mit 3:0 ab.

Rückkehrer Tim Pendzich brach nach einem bis zur Grundlinie klug vorgetragenen Angriff den Bann (15.). Ein unnötiges VSK-Foul zog das 2:0 nach sich. BSV-Neuzugang Lars Janssen verlängerte einen Freistoß von Mola Khan per Kopfball in die Maschen (29.). „Da war Schnee drauf“, bekundete BSV-Trainer Denis Spitzer nach dem Flugball, der lange durch die Luft segelte. Mit dem 3:0 verschafften sich die Blumenthaler noch vor der Halbzeit ein dickes Polster. Der Bezirksligist bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Erneut war es Tim Pendzich, der nach überlegter Vorarbeit von Mechak Nankishi präzise Maß nehmen durfte (37.).

Dem VSK Osterholz-Scharmbeck kam auch im zweiten Durchgang nur zu Entlastungsangriffen. Ben Jessop hing zunächst als einzige Spitze etwas in der Luft. Mohamed Taha und Tjerk Johannsen erging es nach der Pause als Doppelspitze kaum besser. „Wir waren platt. Das war einfach zu wenig von uns. Wir hätten auch noch drei Gegentore mehr bekommen können“, stellte VSK-Trainer Oliver Schilling mit Ernüchterung fest. Die Nordbremer zogen phasenweise ein Powerplay auf. „Das war schon ordentlich. Ich hätte nicht gedacht, dass die Mannschaft nach anstrengenden Tagen noch so ruhig und souverän spielt“, lobte BSV-Coach Denis Spitzer.

Mola Khan (62.) und Jonathan Bondombe-Simba (71./Kopfball) schraubten das Resultat noch in die Höhe. Eine Riesenchance zum Ehrentor bot sich den Kreisstädtern dann doch noch. Luca Mischnick war der BSV-Abwehrkette nach öffnendem Pass von Mohamed Taha zunächst entwischt. Ennio Cordes bereinigte die Situation aber noch in höchster Not mit einer Rettungstat kurz vor der eigenen Torlinie (66.).

FC Hagen/Uthlede – SG Aumund-Vegesack 0:4 (0:2): Zwei Tage vor der Standortbestimmung im Niedersachsenpokal gegen Regionalliga-Absteiger VfL Oldenburg (siehe Bericht auf dieser Seite) kochte der niedersächsische Oberligist spürbar auf Sparflamme. „Wir haben verdient verloren. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir es überhaupt nicht verstanden, richtig dagegen zu halten“, redete FC-Trainer Carsten Werde gar nicht erst um den heißen Brei herum.

Von Durchschlagskraft im Sturm konnte beim Titelverteidiger keine Rede sein. Axel France verließ bereits nach zehn Minuten verletzungsbedingt den Rasen. Entsprechend ihrem schwarzen Outfit boten die Hagener eine eher traurige Vorstellung. Die SG Aumund-Vegesack hielt den Taktstock im ersten Durchgang fest in den Händen. Der größere Wille der Nordbremer wurde belohnt. Abdullah Basdas brachte den Bremen-Ligisten nach einem schulmäßig vorgetragenen Angriff mit 1:0 in Front (21.). „Ich werd’ doch hier bekloppt. Was ist denn das?“ echauffierte sich Carsten Werde in der Coaching-Zone. Ein klares Foul an Jason Lehmkuhl, das selbst der Assistent anzeigte, blieb ungeahndet.

Ohnehin stand für Hagens Coach Schiedsrichter Chris Barnick (TSG Wörpedorf), der wiederholt eine unglückliche Figur abgab, mehrfach in der Schusslinie der Kritik. Alexander Schlobohm baute den SAV-Vorsprung bis zur Halbzeit nach einer geschickten Körperdrehung auf 2:0 aus (28.). „Spielt mehr Fußball, lasst den Ball laufen“, forderte SAV-Trainer Björn Krämer nach der Pause zu mehr Kombinationen auf. Die Nordbremer spielten sich auch in der zweiten Halbzeit wesentlich besser als ihr Gegner bis ins letzte Drittel durch. Clifford Stecher beruhigte mit dem 3:0 per Kopf nach Freistoß von Abdullah Basdas endgültig das Nervenkostüm der Nordbremer.

Mirko Jankowski sorgte für die Kirsche auf der Torte. Mit einem Doppel-Lupfer, zunächst von Abdullah Basdas und dann von Jankowski, setzte die SAV den Schlusspunkt zum 4:0-Endstand (69.). „Wir haben zwei Tage Ruhe walten lassen und wollten heute mit möglichst voller Kraft rangehen. Das ist uns mit vielen Balleroberungen gelungen“, resümierte Björn Krämer. Ein Haar fand der SAV-Coach dann doch in der Suppe. „Trotzdem fehlte es gerade nach dem 2:0, noch mal verstärkt den Ball laufen zu lassen“, monierte Krämer. Lichtblick beim FC Hagen/Uthlede war Jason Lehmkuhl, der über den rechten Flügel viel Dampf machte und bei seinen Tempodribblings wiederholt unsanft von den Beinen geholt wurde. Carsten Werde schonte ganz bewusst mit den Neuzugängen Finn-Niklas Klaus und Marc Holler torgefährliche Akteure.