Der Mann mit der “ölf”

SV Blau-Weiß Bornreihe

15. April 2021
Autor: Tobias Dohr; Foto: Wümme Zeitung

Die Liste ist lang. Geradezu unerschöpflich, was ja irgendwie auch logisch ist. Wer über Kultfiguren beim Kultklub spricht, der hat viele Namen zur Auswahl. Hans „Hexe“ Wendelken natürlich, die Spielerlegende schlechthin. Oder aber Klaus Pophal, der große Trainer, der mehr als eine Dekade des Erfolgs bei den „Moorteufeln“ geprägt hat.

Aber auch die langjährigen Präsidenten Werner Stark oder Jan Flathmann haben ihre eigenen Geschichten geschrieben, ebenso Ralf Brase, der seit 40 Jahren in der Wurstbude steht. Werner Filz und Milan Aleksic haben ebenfalls lange für den Verein gespielt und sind noch heute als Betreuer dabei. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen, doch ein Name würde definitiv ganz weit oben prangen: der von Gerd Böttjer. Wer Fußball in Bornreihe kennt, kennt auch ihn. Jenen Mann, der den Spieler mit der Nummer „ölf“ alleine wegen seiner Rückennummer zu einer kleinen Berühmtheit gemacht hat. Die vergangenen Jahre war es Torben Poppe, über dessen Durchsage sich vor allem gegnerische Fans immer wieder aufs Neue amüsieren. Doch Gerd Böttjer ist natürlich viel mehr als der Mann mit dem Mikrofon und dem plattdeutschen Schnack. „Ein echter Bornreiher Jung“, nennt sich der mittlerweile 82-Jährige selbst. Aufgewachsen im Teufelsmoor, Vereinsmitglied seit über 70 Jahren.

Bereits mit 17 Jahren sammelte er Erfahrungen in der zweiten Herrenmannschaft, wurde dann 1957 festes Mitglied der Ersten. 1959 musste er zum Bund und ging deshalb wieder in die Zweite, kickte später auch noch bei den Alten Herren. Eine schwere Bandscheibenerkrankung zwang ihn 1977 zum Laufbahnende. Passenderweise wurde im selben Jahr die Sprecheranlage auf dem Platz bei Postels installiert – man suchte einen Mann, der auch mal einen lockeren Spruch oder netten Reim auf den Lippen hat. „Da haben wir gesagt, wir versuchen das mal. Und der Versuch läuft immer noch“, so Böttjer.

Im kommenden Sommer hätte er die 45 Jahre voll. 40 Jahre an seiner Seite war dabei Horst Wrieden, ebenfalls so ein Urgestein. „Wir haben viele tolle Spiele und Momente erlebt“, sagt Böttjer, der tatsächlich mit dem Gedanken spielt, nach der Saison 2021/2022 aufzuhören. Für Vereinspräsident Michael Rehberg ist ohnehin klar: „So einer wie Gerd kann sich nur selbst entlassen. Er ist eine absolute Legende hier im Verein.“ Eine von vielen, möchte man noch hinzufügen.