Da geht was

SV Blau-Weiß Bornreihe

12. September 2020
Autor: Dennis Schott; Foto: Wümme Zeitung

Die gute Vorbereitung des Fußball-Landeligisten SV Blau-Weiß Bornreihe weckt einige Erwartungen

Es ist eine gewisse Euphorie, die den SV Blau-Weiß Bornreihe in diesen Tagen umgibt. Das ist Spielertrainer Nils Gresens spätestens beim Warmmachen vor dem Testspiel gegen den FC Hagen/Uthlede bewusst geworden. Bereits weit vor Anpfiff hatte sich eine stattliche Zahl an Zuschauern am Platz beim Vereinsheim eingefunden, insgesamt schauten sich 250 Zuschauer die Partie des Fußball-Landesligisten gegen den Oberligisten an. Eine beachtliche Kulisse für ein Testspiel. Aber vermutlich wussten die Anhänger der Blau-Weißen ganz genau, dass sich ein Besuch lohnen würde. Und sie wurden dabei nicht enttäuscht. Die Bornreiher bestätigten beim 1:0-Erfolg einmal mehr ihre starke Frühform und hinterließen damit im Umfeld unweigerlich ein Gefühl, dass in der an diesem Freitag beginnenden Saison mit den “Moorteufeln” zu rechnen sein könnte.

Nils Gresens hat dies sehr wohl vernommen und will es erst gar nicht entkräften. Wie er der kommenden Spielzeit entgegenblicke? “Sehr zuversichtlich”, entgegnet Bornreihes Spielertrainer prompt. Die Auftritte während der Vorbereitung ließen keinen anderen Schluss zu. Es fing zwar mit einer Niederlage an, doch war die gegen den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel nicht nur zu verschmerzen – die Bornreiher hielten beim 1:5 zumindest eine Halbzeit lang gut mit. Die anschließenden Siege gegen die Leher TS II (3:0) und den TSV Fischerhude-Quelkhorn waren zwar standesgemäß, als die Bornreiher dann aber auch die beiden Bremen-Ligisten SFL Bremerhaven (5:1) und SG Aumund-Vegesack (4:1) in derselben souveränen Art schlugen, ließen sie aufhorchen. Das besagte 1:0 gegen den Oberligisten FC Hagen/Uthlede bestätigte dies umso mehr. Diesem positiven Eindruck konnte die finale Niederlage gegen die SG Stinstedt kaum etwas anhaben. Im Gegenteil. “Vielleicht war nach der nahezu perfekten Vorbereitung ein Dämpfer nicht einmal schlecht”, meinte Nils Gresens nach der Partie. Und abgesehen davon habe sein Team keineswegs komplett enttäuscht.

Der 31-Jährige ist jedenfalls froh über die aktuell ansprechende Form seiner Mannschaft und sieht sie gleichzeitig als notwendig an. “Der neue Modus verzeiht keine Schwächephasen”, meint Gresens. Es sei schließlich ein verkürztes Programm, das die Teilung der Landesliga Lüneburg in zwei Staffeln zur Folge hat. Zur Staffel 2 zählen neben den Bornreihern nämlich nur sieben weitere Mannschaften, sodass die erste Pflichtspielrunde bereits Anfang Dezember mit Hin- und Rückspielen beendet sein wird, ehe im nächsten Jahr die Auf- und Abstiegsrunden starten.
Um nicht nur um den Klassenerhalt zu spielen, müssten die Bornreiher zumindest Vierter ihrer Staffel werden. Das ist auch das erklärte Ziel: die Teilnahme an der Meisterrunde. „Es wird ganz viel davon abhängen, wie gut wir aus den Startlöchern kommen“, meint Gresens. Er sagt dies auch ein wenig eingedenk der vergangenen Saison, in der sich die „Moorteufel“ nach einem schwachen Start in einem Negativstrudel befanden und lange Zeit gegen den Abstieg spielten. Einerseits. Andererseits „glaube ich kaum, dass die vergangene Saison noch eine große Rolle bei uns spielt. Wir sollten das aber als Erfahrung mitnehmen und daraus lernen. Umso wichtiger ist es, diese Saison so viele Punkte mitzunehmen wie möglich. Selbst wenn wir die Aufstiegsrunde verpassen sollten, können wir von diesen Punkten in der Abstiegsrunde zehren“, so Gresens.

Es war bereits als starkes Signal zu werten, dass das Gros der Mannschaft nach der unbefriedigenden Vorsaison zusammengeblieben ist. Entsprechend früh konnte Teammanager Alexander Küstner den Verbleib der Stammspieler vermelden. Nur Kevin Sammann zog es beruflich bedingt zurück zu seinem Heimatverein TSV Fischerhude-Quelkhorn. Daneben blieb Bornreihes Teammanager aber nicht untätig. Gleich sieben Spieler stießen zur Mannschaft hinzu, und das, bevor die Corona-Pandemie um sich greifen und die Personalplanungen vieler Vereine kräftig durcheinander wirbeln konnte. „Wir waren uns schon eigentlich im März mit unseren Neuzugängen einig“, lobt Gresens die Arbeit des Teammanagers.

Wobei „Neuzugänge“ zum Teil nur bedingt zutreffend ist. Schließlich trugen Daniel Griesbach (spielte für eine Saison beim Habenhauser FV) und Michel Waldow (kehrt von seinem Auslandssemester zurück) bereits das Bornreiher Trikot. Wirklich neu sind Marlow Hinck und Marvin Witte im Verein auch nicht, stoßen sie doch aus der eigenen Reserve dazu. Echte Externe sind damit der oberligaerfahrene Jascha Stern, der mit dem OSC Bremerhaven kürzlich den Aufstieg in die Bremen-Liga schaffte, sowie Patrick Klee vom TV Sottrum und Tim Thölken vom TSV Neu St. Jürgen. Die “Neuen” und “Alten” machen es Nils Gresens und Trainer Frank Meyer nicht leicht. Unter der Woche saßen beide zusammen, um für das Eröffnungsspiel beim TSV Ottersberg eine Startelf zu besprechen. “Es gab doch ein paar Reibungspunkte, wir haben uns noch nicht einigen können”, sagt Gresens. Die letzten Trainingseindrücke sollen daher den Ausschlag geben, wer auflaufen wird.