Autor: Karsten Hollmann; Foto: Werner Maaß (Osterholzer Kreisblatt)

Der SV Blau-Weiß Bornreihe dominierte das Derby in der Landesliga über weite Strecken und führte verdient. Bis Björn Kohlstedt noch zum schmeichelhaften 1:1-Remis für den FC Hagen/Uthlede ausglich.

„Wir haben gefühlt 75 Prozent der Zweikämpfe verloren“, sagte der Trainer des FC Hagen/Uthlede, Carsten Werde, nach dem 1:1-Remis im Derby der Fußball-Landesliga gegen den SV Blau-Weiß Bornreihe. Die Gäste hinterließen in der Tat lange Zeit den griffigeren Eindruck und hätten deshalb auch einen Dreier verdient gehabt. „Es ist schade, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Wir hätten einfach vor dem 1:1 das 2:0 machen müssen“, bedauerte SV-Coach Sasa Pinter.

Gut 700 Zuschauer sorgten für eine Saison-Rekord-Kulisse auf dem Sportplatz an der Blumenstraße in Hagen. Es war nicht zu erkennen, wer als Spitzenreiter und wer als Elfter auf dem Platz stand. Bornreihes Philip Bähr sorgte nach 120 Sekunden auch für den ersten Abschluss. Der Ball geriet aber zu einer sicheren Beute für Hagens Schlussmann Yannick Becker. Auf der Gegenseite rutschte Torjäger Tim Grundmann nur um Haaresbreite an einer scharfen Hereingabe von Kai Diesing vorbei (5.).

Nach einer Viertelstunde holte sich Uthledes Lars Janssen für ein Foul an Patrick Müller die erste Gelbe Karte des Spiels ab. Während Müller selbst den fälligen Freistoß über die Querlatte beförderte, so tauchte er sechs Minuten hiernach nach einem langen Ball von Steffen Dietrich alleine vor Yannick Becker auf. Becker ließ seinen ehemaligen Teamkollegen bravourös abblitzen. Tim Grundmann köpfte das Spielgerät auf der Gegenseite aus spitzem Winkel vorbei (36.).

Yannick Becker pariert reflexartig

Kurz vor der Pause verzeichneten die „Moorteufel“ ihre zweite Großchance. Auch Christian Leopold strebte nach einem tollen Pass von Nils Gresens alleine auf Yannick Becker zu. Reflexartig schloss Becker die Beine und parierte. „Gut so, genau so weiter“, motivierte Kapitän Gresens seine Mitspieler nach einer ordentlichen ersten Halbzeit. „Wir konnten uns bei Yannick Becker bedanken, dass wir nicht bereits in der ersten Hälfte in Rückstand geraten sind“, räumte Carsten Werde ein.

Nach dem Pausentee rollte ein Angriff nach dem anderen über die starke linke Seite der Blau-Weißen mit dem Ex-Hagener Jeremy da Rocha Nunes. Drei Minuten nach der Rückkehr aus den Kabinen führte einer dieser Vorstöße auch zum Erfolg. Artur Degtjarenko bediente dabei mustergültig Patrick Müller, der noch Yannick Becker umkurvte und wie schon im Hinspiel wieder für die Bornreiher erfolgreich war. Müller hat seinen Vertrag in Bornreihe gerade um eine weitere Saison verlängert. Müller scheiterte dann noch einmal an Becker (52.), bevor Andre Waldau einen Müller-Freistoß nur haarscharf verpasste (55.). „Nicht wieder hinten verstecken. Alle vor“, forderte Carsten Werde mehr Offensivdrang.

Dies schien auch kurzzeitig zu wirken. Thomas Wischhusen bugsierte das Leder nach einem Freistoß von Kai Diesing nach 65 Minuten nur knapp am Gehäuse vorbei. Im Gegenzug verpasste Bornreihe die Vorentscheidung: Nach einem Konter über Patrick Müller fälschte Christoph Müller einen Schuss von Artur Degtjarenko noch so gerade eben um Zentimeter über den Querbalken ab. Auch Müller selbst ließ noch eine Gelegenheit aus (71.). Ein Schuss von Philip Bähr wurde zudem kurz vor der Linie geklärt (77.). Zu diesem Zeitpunkt befand sich Hagens Lars Janssen bereits auf dem Weg ins Krankenhaus. Er war im Rasen hängen geblieben und dürfte sich eine schwere Knieverletzung zugezogen haben.

Für Janssen war Björn Kohlstedt gekommen, der fünf Minuten vor dem Ende eine Hereingabe von Marlo Burdorf spektakulär mit der Hacke zum glücklichen Ausgleich ins Netz beförderte. Jetzt wollte Carsten Werde auch noch mehr. „Macht den Ball wieder scharf, bringt ihn in die gefährliche Zone“, ließ er seine Mannen wissen. Ein Sieg wäre denn auch wohl des Guten zu viel für den Klassenbesten gewesen. „Wir haben 75 Minuten schlecht gespielt und können froh sein, zumindest noch einen Punkt gerettet zu haben“, bilanzierte Werde. „Wir waren bis zur 70. Minute überlegen. Deshalb wäre ein Sieg auch gerecht gewesen. Nur in den letzten Minuten haben wir uns noch einmal hinten reindrängen lassen. Das ist aber auch völlig normal, wenn man beim Tabellenführer spielt“, analysierte sein Gegenüber Sasa Pinter.

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