Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt); Foto: Tobias Dohr

Eine Woche nach dem erlösenden ersten Saisonsieg musste sich der SV Bornreihe wieder geschlagen geben. Beim TSV Gellersen zog das Rickers-Team mit 1:2 den Kürzeren.

Der SV Blau-Weiß Bornreihe muss sich auf einen tristen Herbst in der Fußball-Landesliga Lüneburg einstellen. Das Schlusslicht hatte im Kellerderby beim TSV Gellersen mit 1:2 das Nachsehen und behält somit die Rote Laterne in den Händen. Bornreihes Übungsleiter Michael Rickers war hinterher gar nicht gut auf Referee Jannik Heitmann zu sprechen: „Gegen zwölf Mann kann man nicht gewinnen.“

Es gab viele knifflige Szenen in der Partie. So waren die Gäste der Meinung, dass ihr Torwart Ole Pasbrig den Ball kurz vor der Pause bereits in der Hand gehabt habe und unsportlich vom Torschützen zum 1:1, Andreas Demir, angegangen worden sei. „Ich kann diese Situation aber nicht genau bewerten“, räumte Rickers ein. Schon deutlicher wurde der Coach im Hinblick auf eine Attacke gegen Hendrik Lütjen im gegnerischen Strafraum Mitte der zweiten Halbzeit: „In dieser Szene wurde Hendrik klar gefoult.“ Der Elfmeterpfiff von Heitmann blieb aber aus. In den Schlussminuten flogen dann auch noch zwei „Moorteufel“ vom Platz. Empfand Michael Rickers die Ampelkarte gegen Hendrik Lütjen wegen Meckerns und Rudelbildung bereits als übertrieben, so hatte er für die Rote Karte gegen Ennio Cordes überhaupt kein Verständnis: „Ennio ist zwar zu spät gekommen. Aber er traf seinen Gegenspieler nur von der Seite. Ein ganz ähnliches Foul wurde auf der anderen Seite nur mit der Gelben Karte geahndet.“

Wenn die Blau-Weißen ihre zahlreichen Großchancen besser genutzt hätten, wären die zweifelhaften Entscheidungen des Unparteiischen aber gar nicht wichtig gewesen. „Wir hätten in der ersten Halbzeit vier oder fünf Tore erzielen müssen“, teilte Rickers mit. Die Gäste nutzten aber nur eine ihrer klaren Gelegenheiten im ersten Abschnitt. Nach 33 Minuten gelangte Pascal Kranz nach einem zu kurz abgewehrten Eckball erneut an die Kugel und flankte diese zu Hendrik Lütjen. Der Bornreiher nahm das Spielgerät direkt aus der Luft und beförderte es mit Hilfe von Gellersens Tobias Hövermann zum 1:0 über die Linie. „Wenn ich aufzählen sollte, wer bei uns noch alles gute Chancen liegen gelassen hat, wäre ich nach einer Stunde noch nicht fertig“, erklärte Michael Rickers. Vor dem 1:1 hätte seine Formation einen Ball nicht sauber geklärt. „Und auch die Flanke hätten wir nicht zulassen müssen“, kritisierte Rickers.

Im zweiten Durchgang lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Alleine „Paco“ Kranz durfte dabei zweimal alleine auf TSV-Torhüter Lars-Ole Johst zulaufen, vermochte diesen aber nicht zu überwinden. „Der etwa zwölfjährige Assistent an der Linie hat auch noch zweimal völlig zu Unrecht Abseits gewunken“, erboste sich Michael Rickers. Gerne hätte er eine Fahne beim 2:1-Siegtor von Haris Brkic sieben Minuten vor dem Ende gesehen. Doch der Treffer wurde völlig als korrekt gesehen. „Wir haben einen in jeder Hinsicht gebrauchten Tag erwischt. Es lief einfach alles gegen uns“, bedauerte Rickers. Neben den fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichters ärgerte sich der Bornreiher Coach aber vor allem auch über die mangelnde Präzision seiner Akteure im Abschluss: „Wir haben den gegnerischen Torwart teilweise so angeschossen, dass dieser hinterher noch nicht einmal etwas für seine Paraden konnte.“