Autor & Foto: Tobias Dohr (Osterholzer Kreisblatt)

Beim FC Eintracht Cuxhaven siegten die „Moorteufel“ mit 2:0 (0:0) und bauten ihre niederlagenfreie Serie in der Fußball-Landesliga Lüneburg unter Neu-Trainer Pinter weiter aus.

In der Fußball-Bundesliga ist derzeit viel die Rede von der sogenannten Kohfeldt-Tabelle. Diese rechnet aus, wie viele Punkte der SV Werder Bremen unter seinem neuen Trainer Florian Kohfeldt seit dessen Amtsantritt gesammelt hat. In der Landesliga Lüneburg wäre es mittlerweile ziemlich interessant, mal die Pinter-Tabelle genauer zu studieren. Denn seit der SV Bornreihe im Januar von Sasa Pinter übernommen worden ist, sind die Blau-Weißen noch ungeschlagen.

Am Donnerstagabend kam ein weiterer Dreier hinzu. Beim FC Eintracht Cuxhaven siegten die „Moorteufel“ mit 2:0 (0:0) und bauten ihre niederlagenfreie Serie unter Neu-Trainer Pinter weiter aus. Mittlerweile stehen fünf Siege und drei Unentschieden zu Buche. Das ganze bei einer ziemlich beeindruckenden Torbilanz von 15:3. Keine Frage – in der Pinter-Tabelle würden die Bornreiher einen absoluten Spitzenplatz einnehmen. Durch die miserable Hinrunde aber geht es für die Blau-Weißen weiterhin vornehmlich um ein Ziel: Den Klassenerhalt schnellstmöglich und endgültig sichern. Und da war der Erfolg in der Seestadt ein absoluter Pflichttermin.

„Keine Frage, gegen Ottersberg und jetzt auch gegen Cuxhaven gab es keinen Schöhnheitspreis zu gewinnen. Das waren einfach nur absolute Pflichtsiege“, brachte Sasa Pinter den eher verkrampften und unansehnlichen Kick auf den Punkt. Dazu trug zum einen der in einem erbärmlichen Zustand befindliche Cuxhavener Platz einen großen Teil bei. Aber auch die Hausherren selbst brachten laut Pinter von Beginn an viel Unruhe und Aggressivität in die Partie. „Cuxhaven hat nicht nur uns von Beginn an mächtig bearbeitet, sondern auch den Schiedsrichter“, so Pinter.

Und jener Kai Lüning, der Unparteiische aus Walsede, musste bereits in der 17. Minute hart aber absolut regelkonform durchgreifen, als Justin Sauermilch den alleine aufs Tor zulaufenden Jascha Stern als letzter Mann zu Fall brachte. Rote Karte und Freistoß für Bornreihe. Den Standard setzte Patrick Müller an den Außenpfosten, die Überzahl sorgte anschließend für ein dauerhaftes Übergewicht der „Moorteufel“. Philip Bähr, Andre Waldau und erneut Müller ließen aber gute Möglichkeiten aus. Auf der anderen Seite rettete nach einem Schuss von Luis Santos de Oliveira einmal der Pfosten für die Bornreiher (38.).

Auch nach Wiederanpfiff blieben die Gäste tonangebend. „Wir wollten den Ball immer wieder in die torgefährliche Zone bringen, weil dort irgendwann die höhere individuelle Klasse ausschlaggebend sein würde“, berichtete Pinter. Und genau so kam es auch. Patrick Müller sorgte mit einem satten 25-Meter-Volleyschuss für die überfällige Führung. Danach versuchte Cuxhaven noch einmal alles, zettelte immer mehr Nickligkeiten an, beschwor vor dem von Daniel Griesbach gehüteten Bornreihe-Gehäuse aber keine echte Gefahr mehr herauf.

Auf der anderen Seite sorgten Jeremy da Rocha Nunes und der eingewechselte Hendrik Lütjen für mächtig Druck auf den Außenbahnen. Der einzige Vorwurf: Die Bornreiher brauchten zu lange, um den Sack endgültig zuzumachen. Nach einigen verheißungsvollen Konterchancen durch Philip Bähr und Jascha Stern dauerte es bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit, ehe Jeremy da Rocha Nunes endlich das erlösende 2:0 gelang. Sasa Pinter lobte nach dem Arbeitssieg vor allem die Geduld seiner Mannschaft: „Da muss ich den Jungs wirklich ein riesengroßes Kompliment aussprechen. Dass sie trotz dieses aggressiven Gegners heute so ruhig geblieben sind und immer weiter auf ihre Chance gewartet haben, war richtig klasse.“

Endlich wieder ein Spiel zum Genießen

Die Pflichtsiege gegen die beiden Kellerkinder Ottersberg und Cuxhaven sind im Sack – nun wartet mit dem Tabellenzweiten MTV Treubund Lüneburg mal wieder ein Spiel zum Genießen auf den SV Blau-Weiß Bornreihe. Und das trifft in vielerlei Hinsicht zu. Zum einen dürfte der Platz bei Postels am Sonntag (15 Uhr) in einem deutlich besseren Zustand sein, als das Trainingsfeld in Cuxhaven.

Zum anderen haben sich die „Moorteufel“ mit nunmehr 29 Punkten ein kleines Polster nach unten erarbeitet und stehen gegen Treubund bei weitem nicht mehr so sehr unter Druck, wie noch vor zehn Tagen beim 1:1 im Derby gegen Hagen/Uthlede. Und schließlich dürfen sich die Zuschauer mit Tim Franke auf den Toptorjäger der Liga schlechthin freuen. 25 Mal traf der Lüneburger bereits ins Schwarze. Zum Vergleich: Die Bornreiher kommen bisher gerade mal auf 30 Saisontreffer insgesamt. „Tim Franke hat sicherliches gehobenes Niedersachsenliga-Format“, weiß auch Sasa Pinter. Ein Sonderbewacher wird dem Goalgetter dennoch nicht auf die Füße gestellt werden.

„So etwas gibt es bei uns eigentlich nicht“, ergänzt der Bornreiher Coach, der auch am Sonntag wohl wieder ein wenig rotieren wird. In Cuxhaven wurden Kevin Sammann und Hendrik Lütjen geschont, dafür kam Jascha Stern zum ersten Mal unter Pinter von Anfang an zum Einsatz. „Da war Jascha auch einfach mal dran“, begründet Pinter. Ein Fingerzeig für Sonntag sei das aber keinesfalls. „Wir sind mittlerweile sehr variabel und wollen uns auch gegen Treubund nicht hinten reinstellen.“