Autor: Dennis Schott​ – 28. Juli 2019 (Osterholzer Kreisblatt); Foto: Tobias Dohr

Der SV Blau-Weiß Bornreihe war gewarnt nach dem überraschend klaren 6:1 des SV RW Cuxhaven gegen den MTV Bokel. Entsprechend ernst nahm der Fußball-Landesligist den Gegner im Bezirkspokal und kam locker weiter.

Sie waren gewarnt, die Fußballer des SV Blau-Weiß Bornreihe. Schließlich hatte der SV Rot-Weiß Cuxhaven in der 1. Hauptrunde des Bezirkspokals gehörig aufhorchen lassen, bezwang den MTV Bokel deutlich mit 6:1. Vor dem direkten Aufeinandertreffen in der 2. Runde hatten die Bornreiher als Landesligist dem Bezirksligisten gegenüber zwar immer noch klar die Favoritenrolle inne, aber sicher ob eines Weiterkommens durften sie sich freilich nicht sein. Wollten sie auch nicht. „Man weiß ja, wie schwer man sich tun kann“, meinte Bornreihes Coach Michael Rickers selbst nach der Partie, die sein Team allerdings nicht souveräner hätte gestalten können. Es setzte sich nämlich mit eben jenem Ergebnis durch, mit dem die Cuxhavener zuvor aufgewartet hatten: mit einem 6:1 (4:0).

Die unwägbaren Gesetzmäßigkeiten im Pokalwettbewerb kamen deswegen zu keiner Zeit zum Tragen, weil die Gäste die Partie „von der ersten Minute an hochkonzentriert“ angingen, wie der SVBW-Coach hinterher meinte und nüchtern anfügte, dass man „eigentlich nur die Pflicht erfüllt“ habe. Dass seine Mannschaft die besagte Pflichterfüllung so konsequent in die Tat umsetzen würde, hatte er sich freilich gewünscht, erwarten durfte man sie indes nicht vollends. „Cuxhaven hat gute Spieler in seinen Reihen“, erklärte Michael Rickers. Aber die haben die Gäste von Beginn an nicht zur Entfaltung kommen lassen. Die Bornreiher waren eng an ihren Gegenspielern, unterbanden so ein ums andere Mal ein geordnetes Aufbauspiel. So verwunderte es wenig, dass ihr Coach die in der überwiegenden Zahl gewonnenen Zweikämpfe als einen wichtigen Faktor für den späteren Sieg ausmachte.

Das allein war jedoch nicht der einzige Schlüssel zum Erfolg. Denn auch in der Vorwärtsbewegung setzte der Favorit ein ums andere Mal wirkungsvolle Nadelstiche und ging bereits früh in Führung. Doch damit nicht genug. Dem 1:0 von Hendrik Lütjen (10.) ließen die Bornreiher schnell das 2:0 und 3:0 folgen. Wieder war Lütjen zur Stelle gewesen(27.), zudem traf Pascal Kranz (32.) Somit war das Spiel bereits nach einer guten halben Stunde entschieden. Erst recht, als Steffen Dietrich noch vor der Pause auf 4:0 erhöhte (43.).

Die Konsequenz, mit der die Gäste auftraten, setzte sich auch trotz zweier Wechsel im zweiten Spielabschnitt fort. Sie gaben sich auch mit dem Wiederanpfiff kaum eine Blöße, was vor allem daran festzumachen war, dass sich die Hausherren auf dem gut zu bespielenden Rasen keine Torchancen erspielten. „Wir haben nichts zugelassen“, sah Michael Rickers sein Team zu keiner Zeit in der Bredouille. Vielmehr machten die Gäste noch einmal mit einem sehenswerten Treffer auf sich aufmerksam, als Hendrik Lütjen nach einem doppelten Doppelpass praktisch mit dem ersten Angriff das zwischenzeitliche 5:0 erzielte (46.). Apropos: Überhaupt freute sich der Bornreiher Coach darüber, dass die Mannschaft ihre Angriffe bis zur Grundlinie durchgespielt habe und insgesamt gute Laufwege zeigte.

Einen Makel hatte der Auftritt nach dem 6:0 von Philip Bähr (77.) dann aber doch noch: das Gegentor. Den vorangegangenen Strafstoß hätten die Bornreiher durchaus umgehen können, wenn sie sich „etwas cleverer“ angestellt hätten, wie Michael Rickers zum Zustandekommen meinte. Aber sofort schob er nach: „Das ist Jammern auf hohem Niveau.“