Aus Interimsduo wird Dauerlösung

SV Blau-Weiß Bornreihe

23. November 2019
Autor: Jan-Henrik Gantzkow, Foto: Tobias Dohr

Nils Gresens und Frank Meyer bleiben bis zum Saisonende Trainer des SV Blau-Weiß Bornreihe

Auch wenn der Aufwärtstrend des SV Blau-Weiß Bornreihe nach nur einem Punkt aus den letzten beiden Spielen ein wenig ins Stocken geraten ist, hat das Interimsgespann Nils Gresens und Frank Meyer seit seiner Installierung spürbar für neue Hoffnung beim Fußball-Landesligisten gesorgt. Und soll dies nun längerfristig tun.

Vor dem Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft der SV Drochtersen/Assel (Sonntag, 14 Uhr) wurde bekannt, dass „Kokser“ Gresens und „Fraggle“ Meyer bis zum Saisonende übernehmen – entgegen anfänglicher Bedenken. „Wir machen das für den Verein und momentan passt es einfach. Da wir gut harmonieren und es aus der Mannschaft positive Signale gab, wurde meine Befürchtung, dass ich mich nicht auf meine eigentliche Rolle als Spieler konzentrieren kann, zerstreut“, erklärt Gresens. Dieser Schritt ist nicht nur ein wichtiges Zeichen im anstehenden Abstiegskampf, es ist auch die logische Konsequenz aus den vergangenen Wochen: Denn bis auf die zweite Hälfte gegen Ottersberg überzeugten die „Moorteufel“ über weite Strecken mit zielstrebigem Kombinationsfußball, bei der Aufholjagd in Stade (2:2) bewiesen sie zudem Moral.

Die Zeit als wichtiger Faktor

„Die Hoffnung, dass wir mit Nils und Frank das Ziel Klassenerhalt erreichen, ist bei diesem Duo nun einmal definitiv am größten“, begründet Bornreihes Teammanager Alexander Küstner und ergänzt: „Sie haben zehn von 15 möglichen Punkten geholt. Und bei einem komplett neuen Trainer, hätte eben auch alles sofort passen müssen. Denn Zeit haben wir leider nicht mehr unendlich viel.“ Das weiß auch Nils Gresens, der mit den vergangenen Wochen durchaus einverstanden ist: „Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir uns Chancen herausspielen. Taktisch und fußballerisch ist das wirklich in Ordnung“, sagt der Spielertrainer, der mit etwas Abstand auch den jüngsten Punktgewinn als Erfolg verbuchen kann und will. Um den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze zu verkürzen, sollen am Sonntag aber drei Zähler folgen.

Leicht wird diese Aufgabe allerdings nicht, schließlich spielt die Regionalliga-Reserve aus Drochtersen eine überraschend starke Saison und rangiert auf dem dritten Platz. „Schon bei der 1:2-Hinspielpleite hat man gesehen, dass sie eine gute Mannschaft sind, die einen klaren Plan verfolgt und offensiv spielen will. Mit dem extrem schnellen Michael Stern und Paul Meyer haben sie sehr gefährliche Leute“, weiß Gresens um die Stärke des Kontrahenten. Dennoch fahren die Bornreiher selbstbewusst in den Landkreis Stade, gerade Spielertrainer Gresens geht dabei als positives Beispiel voran. „Von der Tabellenlage her sind wir vielleicht der Außenseiter, aber ich glaube, dass uns Drochtersen von der Spielweise liegt. Außerdem bin ich weiterhin der Meinung, dass wir uns vom Leistungsvermögen her vor keinem Team in der Liga verstecken müssen. In unserer Situation zählen ohnehin nur Siege, wenn wir unsere zahlreichen Chancen konsequenter nutzen, ist in jedem Spiel etwas drin“, zeigt sich Gresens entschlossen. Bis auf den Langzeitverletzten Jeremy da Rocha Nunes (Meniskusriss) und Alexander Janosch (Urlaub) stehen dabei alle Spieler zur Verfügung. Mit Blick auf die Personalsituation nicht die einzige gute Nachricht im Teufelsmoor, denn schon jetzt steht der erste Winterneuzugang fest: Dario Cordes (zuletzt Blumenthaler SV), der schon in den vergangenen Wochen mittrainierte, wird sich seinem Zwillingsbruder Ennio anschließen und in der Rückrunde für die Bornreiher auflaufen.