Autor: Wümme Zeitung – 22. Februar 2019 (e-Paper)

Interessante Namen gibt es viele – trotzdem hat der SV Bornreihe noch keinen Pinter-Nachfolger gefunden

Vor fünf Wochen überraschte der SV Blau-Weiß Bornreihe die breite Öffentlichkeit mit der Meldung, dass der aktuelle Trainer Saša Pinter den Fußball-Landesligisten zum Ende der laufenden Saison verlassen wird. Seit fünf Wochen sind die Vereinsverantwortlichen – vornehmlich der neue Teammanager Alexander Küstner – nun schon auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Und diese Suche gestaltet sich offenbar ziemlich anspruchsvoll. Das liegt zum einen daran, dass Saša Pinter die Latte reichlich hochgelegt hat, was die Kommunikation innerhalb der Mannschaft und die Trainingsgestaltung angeht. So ließ es jedenfalls Bornreihes Präsident Michael Rehberg bereits vor einigen Wochen durchklingen. Der Neue solle den von Pinter eingeschlagenen Weg möglichst konsequent weitergehen und auch in Sachen Mannschaftsführung einen ähnlichen Stil haben. Auf der anderen Seite muss der ambitionierte Klub im Teufelsmoor aber auch einen begeisterungsfähigen Trainer finden, der bereit ist, mehrfach die Woche lange Anfahrten in Kauf zu nehmen.

Wunschkandidat Julian Geils hatte relativ schnell abgesagt, das Gleiche war über Christian Hasloop zu hören. Auch Stefan Gehlhaar, der bei der SG Stinstedt seit vielen Jahren erfolgreich arbeitet, soll auf dem Zettel der „Moorteufel“ gestanden – und abgewunken haben. Teammanager Alexander Küstner macht keinen Hehl daraus, dass der Verein mehrgleisig verfährt und auch unterschiedliche Kandidaten kontaktiert hat. Erst am Donnerstag führte Küstner demnach ein langes Gespräch mit einem potenziellen Pinter-Nachfolger. „Die Gespräche sind vielversprechend, aber entschieden ist noch nichts“, sagte Küstner.

Spätestens zum 10. März möchte der Bornreiher Teammanager eine Entscheidung verkünden. Da die Gerüchteküche in Sachen „Moorteufel“ ohnehin immer etwas intensiver brodelt als bei anderen Klubs und derzeit fast wöchentlich neue Namen auftauchen, hat auch die Sportredaktion einmal ein paar dieser Spekulationen aufgegriffen und die potenziellen Kandidaten mal unter die Lupe genommen. Unter anderem war in diesem Zusammenhang auch der Name Benjamin Eta (TuS Schwachhausen) in den vielfältigen Gerüchten aufzuschnappen – doch auch der soll bereits abgesagt haben.

Gregor Schoepe (41)

erlebte als junger Spieler zu Beginn des Jahrtausends erfolgreiche Jahre im Teufelsmoor und reifte später in Ottersberg zu einem gestandenen Oberliga-Akteur. Er stieg nach seiner aktiven Laufbahn nahtlos als Coach beim TSV Ottersberg II ein, blieb dort aber – ebenso wie beim TSV Fischerhude-Quelkhorn als auch beim FC Worpswede – den Nachweis schuldig, eine Mannschaft über mehrere Jahre aufbauen zu können. Schoepe wäre dennoch ein interessanter Mann für die „Moorteufel“, da er weiß, worauf es in solch einer Liga ankommt, und die Eigenheiten des Vereins einschätzen kann. Das fachliche Know-how ist jedenfalls zweifelsohne vorhanden.

Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent

Malte Jaskosch (53)

Das mit der sportlichen Expertise trifft ohne Umschweife auch auf Malte Jaskosch zu. Seit fast 20 Jahren arbeitet der in Pennigbüttel wohnende Jaskosch mit großem Erfolg im Trainergeschäft. Er führte den FC Worpswede von der Kreis- bis in die Landesliga, wiederholte dieses Kunststück später beim SV Komet Pennigbüttel. Dazwischen gelang ihm mit dem SV Grohn der Aufstieg in die Bremen-Liga und der Sprung zum Amateur-Hallenfußballturnier. Zudem steht Jaskosch derzeit nirgendwo unter Vertrag und spielte früher selbst mal eine kurze Zeit bei den Blau-Weißen. Die geografische Nähe zum Verein wäre ein weiterer Pluspunkt. Eigentlich wäre alles wie gemalt – und dennoch scheinen Jaskosch und Bornreihe nicht zueinander zu passen. Dem Vernehmen nach hat der Klub den 53-Jährigen jedenfalls nicht kontaktiert.

Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Sven Meinecke (37)

spielte einst zwei Jahre in Werders U23, landete dann über die Station FC Bremerhaven beim VSK Osterholz-Scharmbeck, wo er unter Ex-Coach Günter Hermann viele Jahre ein absoluter Leistungsträger war. Kennt aus dieser Zeit auch die besondere Rivalität zwischen dem VSK und Bornreihe und war Teil einiger hitziger Derbys. Der Landkreis Osterholz ist Meinecke also durchaus vertraut. Der A-Lizenz-Inhaber arbeitet als Lehrer am Gymnasium Links der Weser und ist zudem Stützpunkttrainer beim DFB. Meinecke hat zudem bereits Erfahrungen als Trainer gesammelt, war ein Dreivierteljahr beim FC Oberneuland aktiv. Gerüchten zufolge soll Meinecke eine Spitzenposition auf der Kandidatenliste der „Moorteufel“ einnehmen. Die enorme zeitliche Beanspruchung Meineckes durch seine beruflichen Aufgaben spricht jedoch gegen ein Engagement in Bornreihe.

Wahrscheinlichkeit: 60 Prozent

Michael Rickers (48)

Unter ihm feierten die Blau-Weißen den letzten großen Erfolg. Nach einer miserablen Hinrunde rollten die „Moorteufel“ im Frühjahr 2016 die Landesliga von hinten auf und sicherten sich in einem furiosen Finale die Meisterschaft. Dennoch soll Rickers kurz vor Start dieser fantastischen Serie intern auf der Kippe gestanden haben. Immer wieder war in dieser Zeit von atmosphärischen Störungen zu hören. Doch rückblickend betrachtet hat Rickers damals die richtigen Schalter betätigt und das Team zum maximalen Erfolg geführt. Das alleine sollte Grund genug sein, seinen Namen bei der Trainersuche zumindest einmal ins Kalkül zu ziehen. Dennoch scheint eine Rückholaktion – so romantisch sie für Außenstehende wirken mag – eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent

Max Klimmek (31)

Klimmek war lange Zeit die rechte Hand Rickers’ in Bornreihe, hat zudem selbst eine illustre Vergangenheit als Bornreiher Spieler. Sein Gastspiel als Chefcoach beim FC Hagen/Uthlede war allerdings nicht von Erfolg geprägt, nach zwei Dritteln der Saison stellte Klimmek seinen Posten zur Verfügung. Insofern konnte der mittlerweile 31-Jährige noch nicht den Beweis antreten, dass er auch alleinverantwortlich ein Team im Leistungsfußball führen kann. Hatte und hat dem Vernehmen nach beste Kontakte nach Bornreihe und viele Fürsprecher – sowohl in der Mannschaft als auch im Umfeld. Doch ähnlich wie bei Julian Geils scheint auch beim ehrgeizigen Klimmek die private Situation nicht in Einklang zu bringen sein mit einer solch zeitintensiven Traineraufgabe wie in Bornreihe.

Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent

Jürgen Hahn (47)

arbeitete über fünf Jahre erfolgreich beim SV Atlas Delmenhorst und führte den Klub dorthin, wo sich die „Moorteufel“ vielleicht auch irgendwann gerne noch einmal beweisen würden. Trotz Platz fünf in der Oberliga Niedersachsen musste Hahn im November seinen Posten räumen. Der 47-Jährige verfügt über das, was in Bornreihe seit jeher wichtig ist: ein ausgezeichnetes Netzwerk und beste Kontakte in die Bremer Szene. Ohne Frage wäre Hahn ein interessanter Mann, allerdings ist die große räumliche Distanz (Hahn wohnt in der Nähe von Oldenburg) fast schon ein K.o.-Kriterium. Zudem soll Hahn in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem anderen Klub stehen.

Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

Eric Schürhaus (34)

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Das dürften einige Bornreiher Anhänger bei Eric Schürhaus denken. Der 34-Jährige kämpft mit dem FC Hambergen um den Landesliga-Aufstieg, hat das junge Team in den vergangenen zwei Jahren spürbar weiterentwickelt. Schürhaus kennt den Landkreis mittlerweile ebenso gut wie die Befindlichkeiten in den Gemeinden Hambergen und Vollersode. Er kann gut mit jungen Spielern umgehen, steht selbst noch am Anfang seiner Laufbahn und hat trotzdem schon ein großes Netzwerk. Ideale Voraussetzungen eigentlich – doch SV-Präsident Michael Rehberg hat einer solchen „Abwerbeaktion“ bereits einen Riegel vorgeschoben.

Wahrscheinlichkeit: 1 Prozent

Gunnar Schmidt (39)

Schmidt ist einer, den sie zu gerne mal im Teufelsmoor sehen würden: emotional, leidenschaftlich, mit ganzer Seele dabei, obendrein fußballerisch ein absoluter Fachmann. Und als i-Tüpfelchen hat „Günse“ Schmidt von 2003 bis 2007 selbst schon als damaliger Publikumsliebling das blau-weiße Trikot getragen. Das würde sicher wunderbar passen, allerdings hat Schmidt schon seine Zusage für eine weitere Saison als Teammanager bei Oberligist FC Hagen/Uthlede gegeben. Im Fußball ist zwar nichts undenkbar – ein wortbrüchiger Gunnar Schmidt ist dennoch nicht zu erwarten.

Wahrscheinlichkeit: 0 Prozent