Autor: Werner Maaß (Osterholzer Kreisblatt)

Bornreihe. Die Partie nahm zum Schluss eine Wendung, auf die zumindest in den ersten 45 Minuten nichts hingedeutet hatte. Der SV Blau-Weiß Bornreihe lieferte im Heimspiel in der Fußball-Landesliga Lüneburg gegen den SV Teutonia Uelzen eine ausgezeichnete erste Halbzeit ab. Die 1:0-Führung zur Pause war schlicht und einfach zu wenig, ein zweiter oder dritter Treffer wären hochverdient gewesen. Nach dem Seitenwechsel ein völlig anderes Bild: Mit zunehmender Spielzeit schwanden die Kräfte, Bornreihe geriet immer mehr ins Wanken. Und fiel am Ende noch um. Uelzen verwandelte in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum 2:1-Endstand und nahm am Ende drei Punkte mit auf die Heimreise, die lange Zeit außer Reichweite zu sein schienen.

Beim SV Blau-Weiß Bornreihe redete nach Spielschluss keiner um den heißen Brei herum. Auch Trainer Andre Lütjen nicht: „Ja klar, natürlich, wir stecken im Abstiegskampf. Das war schon vor Wochen erkennbar. Spätestens jetzt muss das uns allen klar werden. Wir müssen jetzt von Woche zu Woche sehen und dann zusehen, dass wir die nötigen Punkte holen.“ Klare Worte nach einer vermeidbaren Niederlage gegen einen Gegner, der ebenfalls um jeden Zähler fürs Überleben kämpft.

Niedergeschlagenheit nach Spielschluss, die Spieler verschwanden blitzschnell – manche wortlos – in die Umkleidekabine. Dabei hatte die Partie begonnen, wie es besser nicht hätte kommen können. Mit einem wunderschön herausgespielten Blitztor nach 80 Sekunden. Einem Tor wie aus dem Lehrbuch, mit direkten Pässen im Zickzack durch die schwindlig gespielte Hintermannschaft der Gäste. Wie beim Flippern. Zunächst durch die offensive Dreierreihe der Moorteufel, ehe die einzige Spitze vollstreckte. Den Anfang hatte Jascha Stern gemacht, von der rechten Seite mit einem Diagonalball zu Kevin Sammann. Der spielte von der linken Seite wieder nach rechts rüber, wo Hendrik Lütjen einschussbereit stand. Doch Lütjen legte noch einmal quer, so durfte Patrick Müller diese Traumkombination zur 1:0-Führung abschließen.

Im Abschluss zu nachlässig

Bornreihe hatte weitere Chancen zur Vorentscheidung, zeigte sich aber im Abschluss zu zögerlich. Nach einer Flanke von Jascha Stern verlängerte Patrick Müller aus kurzer Distanz über die Latte (16.). Ein Schuss von Kevin Sammann wurde im letzten Moment abgeblockt (17.), ehe Patrick Müller aus der Distanz nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbeizielte (27.). Und Uelzen? Torchancen waren Fehlanzeige, die beiden viel gelobten Angreifer Tom Wilhelms und Philipp Hatt waren gar nicht zu sehen.

Doch das sollte sich ändern. Und zwar grundlegend. Uelzen erhöhte nach dem Wechsel die Schlagzahl, die Bornreiher waren in vielen Situation nur dabei statt mittendrin. Entlastungsangriffe wurden zumeist durch Ungenauigkeiten im Keim erstickt. Dennoch hielt das Abwehrbollwerk noch eine halbe Stunde lang. Vor allem, weil die Moorteufel mit Tino Brünjes einen Turm in der Schlacht hatten, an dem es einfach kein Vorbeikommen gab. Nach 69 Minuten hatte Jascha Stern die große Chance, dem Gegner den Gnadenstoß zu versetzen. Stern lief unbedrängt auf das Uelzener Tor zu, schob die Kugel aber an Schlussmann und Pfosten vorbei neben den das Tor.

Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff nahm das Unheil seinen Lauf. Uelzens Jonas Kramer zog ab, der Schuss wurde abgeblockt, ehe der eingewechselte Kristian Krieger im Nachschuss zum 1:1 ausglich. Und die Gäste wollten mehr. Nachdem Philip Bähr die letzte Bornreiher Chance vergeben hatte, versuchten die Hausherren, das Remis über die Ziellinie zu retten. Vergeblich, nicht zuletzt, weil sich Dennis Klindworth im Zweikampf mit Tom Wilhelms nicht gerade geschickt anstellte. Der Elfmeterpfiff war unstrittig. Avgenij Krasnikov versenkte den Strafstoß im linken Eck. Ein Strafstoß in der Nachspielzeit, der einem Dolchstoß gleichkam. Und der den Bornreihern samt Fans gnadenlos die Augen öffnete: Willkommen im Abstiegskampf.

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