Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt)

Die Kellerkinder SV Blau-Weiß Bornreihe und TSV Ottersberg treten in der Fußball-Landesliga Lüneburg weiter auf der Stelle. Das 1:1-Remis hilft keinem Klub so richtig weiter.

Beiden Teams waren die personellen Probleme und das fehlende Selbstvertrauen nach einem verpatzten Saisonstart deutlich anzumerken. Nicht zuletzt die Rote Karte gegen Jascha Stern in der 65. Minute hinderte die Gastgeber daran, in der Schlussphase noch mit vollem Risiko auf den Lucky-Punch zu gehen.

In jener 65. Minute hatte Referee Nikolas Wilckens am Gäste-Strafraum auf Freistoß für den Gast entschieden, weil Jascha Stern seinen Kopf zu tief hatte, als er den Fuß eines Ottersbergers ins Gesicht bekam. Daraufhin kam es zu einer kleinen verbalen Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten. „Ich habe nur ‚Du Laberkopp‘ zu meinem Gegenspieler gesagt. Wenn ich gewusst hätte, dass es dafür schon Rot gibt, hätte ich mich sicherlich zurückgehalten“, erklärte der Übeltäter.

„Diese Aktion hat uns natürlich geschadet“, bedauerte SV-Trainer Andre Lütjen. Das Spiel begann für das Heimteam wie ein Albtraum. Nach gerade einmal 60 Sekunden entschied sich Bornreihes Innenverteidiger Tino Brünjes zu einem fatalen Rückpass auf seinen Torwart Daniel Griesbach. Weil Brünjes den Ball dabei nicht richtig traf, spritzte Lukas Klapp dazwischen und markierte das blitzschnelle 1:0 für die Formation von Coach Jan Fitschen.

Starke Moral nach Gegentor

Die Platzherren wirkten aber alles andere als geschockt. Nach drei Minuten zielte Hendrik Lütjen mit einem Volleyschuss knapp vorbei. Dann beruhigte sich das Duell ein wenig. In der 17. Minute genoss Lütjen auf seiner rechten Seite viel Freiraum. Diesen nutzte er zu einer präzisen Flanke auf den Kopf von Patrick Müller, der ohne Gegenwehr zum 1:1 einköpfte. „Wir haben nach dem unglücklichen Beginn eine tolle Moral bewiesen“, freute sich Andre Lütjen. Dieser motivierte seine Mannen nun auch pausenlos an der Seitenlinie.

Patrick Müller jagte das Spielgerät nach einer erneuten Lütjen-Vorarbeit mit vollem Risiko vorbei (28.). Die Blau-Weißen hatten nun Spiel und Gegner fest im Griff, ohne sich dabei zunächst weitere große Möglichkeiten zu erarbeiten. Erst mit dem Pausenpfiff köpfte Steffen Dietrich das Leder nach einem Eckball von Christian Leopold knapp am Ottersberger Gehäuse vorbei. „In dieser Phase waren wir zu passiv. Das habe ich in der Pause dann aber auch deutlich angesprochen“, sagte Jan Fitschen.

Die Gastgeber wollten nach dem Wiederanpfiff mehr. Patrick Müller köpfte jedoch nach einer Hereingabe von Dennis Klindworth am Tor vorbei (47.). Kurz darauf zählte ein Tor von Müller wegen einer Abseitsposition nicht. Ein abgefälschter Schuss von Bornreihes Philip Bähr auf Vorlage von Jascha Stern strich zudem knapp über den Querbalken (50.). In den folgenden Minuten neutralisierten sich beide Teams jedoch wieder in langatmigen Zweikämpfen rund um den Mittelkreis. Aber selbst in Unterzahl hätten die „Moorteufel“ in der Endphase fast noch das Siegtor angebracht.

Patrick Müller scheiterte jedoch in Minute 75 an TSV-Torwart Felix-Rolf Mindermann. Dann bewies das Bornreiher Trainergespann viel Mut, indem es trotz der Unterzahl für Abwehrmann Tino Brünjes mit Abel Tsigab noch einen Offensivspieler einwechselten. Dieser hätte es ihnen beinahe mit dem Siegtreffer gedankt. Nach einer Vorlage des ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Jacob Geber schoss Tsigab TSV-Kapitän Dominik Rosenbrock auf der Linie an. Dieser klärte so für seinen bereits geschlagenen Keeper. „So ein Ding kann man auch mal machen“, betonte Lütjen.

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