Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt)

Obwohl Veranstalter VSK Osterholz-Scharmbeck eigens mit dem starken Landesliga-Spitzenreiter FC Hagen/Uthlede eine neue Kraft zum Schmolke-Hallenfußballturnier geladen hatte, blieb alles beim Alten.

Ganze 15 Sekunden trennten den SV Lilienthal-Falkenberg vom Triumph beim Fußball-Hallenturnier des VSK Osterholz-Scharmbeck um den 21. Schmolke-Cup. Nachdem Lilienthals Torwart Stephen Asare Osei den Ball bereits gerettet zu haben schien, ließ er diesen wieder fallen und ermöglichte so Philip Bähr im Finale den späten Ausgleich zum 2:2 für seinen SV Blau-Weiß Bornreihe. Im Neunmeterschießen setzten sich die Blau-Weißen dann mit 7:6 durch.

Nicht eben wenige Beobachter hatten damit gerechnet, dass der erstmals teilnehmende FC Hagen/Uthlede den „Moorteufeln“ vielleicht in die Suppe spucken könnte. Doch der Landesliga-Spitzenreiter zog im Semifinale mit 1:2 den Kürzeren gegen das Team von Neu-Trainer Sasa Pinter und ebnete so den Weg für den fünften Sieg der Bornreiher in der Kreissporthalle in Serie. Dabei hatte Christoph Müller die Hagener im Halbfinale bereits früh gegen seinen Ex-Klub in Führung gebracht.

Doch nachdem FC-Keeper Hannes Frerichs gegen die Winterneuzugänge Artur Degtjarenko und Jeremy da Rocha Nunes den Ausgleich verhindert hatte, sagte sich Steffen Dietrich wohl, was Christoph Müller kann, das kann ich auch: „Didi“ erzielte ebenfalls gegen seinen ehemaligen Klub den 1:1-Ausgleich und spreizte die Arme derart, als ob er gleich abheben würde. Nachdem Philip Bähr das 2:1 für den Oberliga-Absteiger markiert hatte, traf Kai Diesing auf der anderen Seite nur noch das Außennetz. Zu diesem Zeitpunkt verbüßte Artur Degtjarenko gerade eine Zwei-Minuten-Strafe. „Wir sind aggressiv an die Sache herangegangen und haben Hagen unser Spiel aufgezwungen“, freute sich Bornreihes Christian Leopold über die erfolgreiche Revanche für die 1:4-Niederlage beim Loxstedter Turnier eine Woche zuvor.

Hagens Übungsleiter Carsten Werde präsentierte sich als fairer Verlierer: „Bornreihe hat verdient gegen uns gewonnen.“ Dennoch habe er sich ein wenig über den Fehler in der Vorwärtsbewegung vor dem Tor zum 2:1 von „Lulu“ Bähr geärgert. „Es war aber insgesamt ein tolles Turnier“, lobte Werde den Veranstalter. Damit gab es aber immer noch den SV Lilienthal-Falkenberg, der nach einem 4:1 gegen den SV Blau-Weiß Bornreihe in der Vorrunde die Siegesserie der Mannen um Hendrik Lütjen zu gefährden vermochte. Die Blau-Gelben bezwangen im anderen Halbfinale den gastgebenden VSK Osterholz-Scharmbeck mit 2:1.

Kurz nachdem Bertrand Bingana das Siegtor für das Team von Trainer Michael Rickers markiert hatte, kam es nach einem Schubser von VSK-Spieler Felix Gartelmann gegen Stephen Osei zu einer Rudelbildung, bei der selbst Michael Rickers schlichtend eingriff. Gartelmann sah für seine Tätlichkeit die Rote Karte von Referee Michael Müller. Gartelmann war jedoch von seiner Unschuld überzeugt: „Ich weiß noch nicht einmal, was ich gemacht haben soll.“ Gartelmann hatte nach einer vorausgegangenen Attacke von Osei an ihm vergeblich einen Neunmeter gefordert. Ansonsten ging es aber sehr fair zu bei der Veranstaltung. „Wir haben ganz gute Spiele gemacht und unser Ziel erreicht“, zog VSK-Coach Torsten Just trotz des Ausscheidens in der Vorschlussrunde eine positive Bilanz. Im Finale feuerte der verletzte Bornreiher Kapitän Nils Gresens seine Mitspieler immer wieder vom Rand an. „Nils hat mich gut als Trainer vertreten“, urteilte Sasa Pinter, der das Spektakel in Ruhe von der Tribüne verfolgte. Im Endspiel hätte Philip Bähr nach dem schnellen 1:0 von Jeremy da Rocha Nunes bereits vorzeitig alles klar machen können. Doch immer stand diesem der aufmerksame Stephen Osei im Wege. Auch nach dem Ausgleich von Bertrand Bingana dribbelte sich der Landesligist immer wieder herrlich mit Doppelpässen in Richtung Lilienthaler Gehäuse vor. Doch dann schloss Tom Heidenreich einen Konter über Bingana zum 2:1 für den Außenseiter ab. Der stark aufspielende Nils Koehle vergab kurz vor dem Ende die Möglichkeit zur Vorentscheidung gegen seinen früheren Verein.

Michel Waldow verwandelt Matchball

Im Neunmeterschießen scheiterte Koehle an Bornreihes Aushilfstormann Anil Morkan. Da aber auch Artur Degtjarenko direkt im Anschluss nicht Stephen Osei zu überwinden vermochte, blieb es lange spannend. Doch dann jagte Lilienthals Peer Wehking die Kugel an den Querbalken und ermöglichte so Michel Waldow den Matchball, den dieser auch verwandelte. „Wir haben Bornreihe dennoch gut Paroli geboten“, resümierte Michael Rickers.

Bornreihes Nils Gresens hatte sich ein wenig über die Einladung des FC Hagen/Uthlede gewundert: „Vor zwei Jahren war es zumindest so, dass dieses Turnier als Kreismeisterschaft bezeichnet wurde. Da gehört Hagen nicht dazu.“ Mit VSK-Spartenleiter Ralf Strömer rechtfertigte einer der Organisatoren des Turniers die Hinzunahme des FC Hagen/Uthlede: „So war es mal was anderes.“ Zu den Gewinnern bei der Veranstaltung gehörte auch Lisa Holldorf. Die Ehefrau von Lilienthals Christian Holldorf räumte mit einem Fernseher den Hauptpreis bei der Tombola ab.

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