Autor: Karsten Hollmann (Osterholzer Kreisblatt)

Wohin geht der Weg des SV Blau-Weiß Bornreihe in der Fußball-Landesliga Lüneburg? Diese Frage stellen sich derzeit sicherlich viele besorgte Anhänger des Oberliga-Absteigers nach der vierten Pleite in Folge. „So langsam müssen wir uns hinterfragen, woran es liegt.

Unsere Ansprüche sind andere“, räumte Gäste-Coach Bernd Böschen nach der 1:5 (1:2)-Klatsche bei der SV Ahlerstedt/Ottendorf ein.

Die Gäste waren aber auch personell arg gebeutelt. Zusätzlich zu den bereits vorher feststehenden Ausfällen von fünf Stammkräften meldeten sich kurzfristig mit Jascha Stern (Probleme am Trommelfell) und Alexander Huhn zwei weitere Leistungsträger ab. Letzterer hatte sich im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss zugezogen. Für Huhn rückte Steffen Dietrich an der Seite von Tino Brünjes in die Innenverteidigung. „Steffen zeigte eine sehr solide Leistung“, versicherte Böschen.

Aber auch Steffen Dietrich vermochte die Schlafmützigkeit der Blau-Weißen in der Anfangsphase nicht zu verhindern. Jannes Wulff brachte die Hausherren bereits nach zwölf Minuten mit 1:0 in Führung. Bornreihes Keeper Daniel Griesbach hatte seinen Kasten ein wenig zu zögerlich verlassen, sodass er einen Schritt zu spät kam. Matthias Meibohm schraubte den Vorsprung nur fünf Minuten später auf 2:0 in die Höhe. „Wir bekommen einfach zu viele Gegentore ohne Gegenwehr“, so Böschen.

Erst nachdem Tino Brünjes einen Eckball von Hendrik Lütjen sieben Minuten vor dem Pausenpfiff zum 1:2 ins Netz verlängert hatte, wachten die „Moorteufel“ auf. „Dann waren wir am Drücker“, sagte Böschen. Kurz vor dem 1:2 war Bornreihes Michel Waldow noch mit einem Kopfball am Pfosten gescheitert (35.). Aber auch so keimte noch einmal Hoffnung auf. „Wir haben vorne jedoch nicht genügend Druck aufgebaut“, kritisierte Böschen. Im Angriff ersetzte Marvin Witte aus der zweiten Formation den gelbgesperrten Patrick Müller. „Marvin fehlte aber noch die Bindung zum Spiel“, so Böschen.

Martin Sattler markierte zehn Minuten nach dem Pausentee mit einem völlig unkompliziert vorgetragenen Konter das 3:1 für die Gastgeber. „Da wurde unsere gesamte Abwehr mit einem einfachen Pass ausgehebelt“, ärgerte sich Böschen. Sehenswert war das 4:1 von Sattler. Dieser ließ erst drei Gegenspieler gekonnt stehen und beförderte den Ball souverän in die Maschen (74.). Die Bornreiher stellten als Reaktion hinten sofort auf Dreierkette um. Der für Tino Brünjes eingewechselte Abel Tsigab vergab auch noch eine gute Möglichkeit. Den Schlusspunkt setzte schließlich Corvin Höft (88.) auf der anderen Seite.

Aus Böschens Sicht mache sich nun auch der zu schmale Kader negativ bemerkbar. „Wir haben vor der Saison viele Gespräche mit Spielern geführt. Es ist für uns aber lange nicht mehr so einfach, gute Leute zu uns zu bekommen wie noch vor fünf Jahren“, betonte der Bornreiher Coach.

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