Autor: Tobias Dohr (Osterholzer Kreisblatt)

Fußball-Landesligist SV Bornreihe hat seiner starken Vorstellung in Emmendorf eine weitere gute Leistung folgen lassen. Allerdings reichte diese nicht aus, um in Rotenburger was Zählbares zu holen.

Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe hat seiner starken Vorstellung beim SV Emmendorf eine weitere gute Leistung folgen lassen. Allerdings reichte diese nicht aus, um vom neuen Tabellenzweiten Rotenburger SV etwas Zählbares mitzunehmen. Am Ende stand ein 0:1 (0:0) zu Buche, das irgendwie gleichermaßen wehtat und zufrieden machte.

„Wir fühlen uns gerade irgendwie ein wenig ambivalent“, brachte Bernd Böschen die Stimmungslage nach der Partie stellvertretend für sich und seinen Trainerkollegen Andre Lütjen auf den Punkt. Auf der einen Seite war da nämlich die Erkenntnis, dass die Mannschaft der „Moorteufel“ erneut einen überaus engagierten Eindruck gemacht hatte. Auf der anderen Seite standen die Blau-Weißen nach der Partie aber eben auch mit leeren Händen da.

Böschen und Lütjen hatten exakt die gleiche Startformation vom überraschenden 3:0-Auswärtserfolg in Emmendorf aufgeboten und diese Elf auch mit einer ähnlichen Marschroute auf den Platz beordert. Erst kurz nach der Mittellinie lief Stürmer Patrick Müller in erster Welle den Gegner an. „Wir wollten kompakt stehen“, begründete Böschen. Das gelang soweit auch ganz gut. Im Zentrum machten die beiden Sechser Philip Bähr und Jacob Geber die Räume dicht, konnten aber dennoch nicht verhindern, dass Rotenburg zwei Großchancen hatte.

Griesbach hält SV im Spiel

Zunächst fischte Torwart Daniel Griesbach einen Flachschuss in großartiger Manier von der Linie. Kurze Zeit später rettete der Blau-Weiß-Keeper auf ähnlich spektakuläre Weise bei einem Kopfball von Rotenburgs Stürmer Toni Fahrner. Spätestens nach Wiederanpfiff mussten sich die Bornreiher Spieler endgültig bei ihrem Torwart bedanken, dass sie nicht schon deutlich in Rückstand lagen. Griesbach behielt in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Fahrner die Oberhand. „Keine Frage, Daniel hat uns heute im Spiel gehalten“, lobte Böschen seinen Torwart. Das 0:1 konnte dann aber auch Griesbach nicht verhindern.

Gerade wollten die Bornreiher den zunächst geschonten, weil leicht angeschlagenen Jascha Stern ins Spiel bringen, um endlich mehr Druck über die Flügel zu erzeugen, als sich Dustin Hirsch auf der Außenbahn überrumpeln ließ. Die Hereingabe erreichte schließlich Lukas Heller, der sich gegen drei Abwehrspieler am zweiten Pfosten durchsetzte. Doch wer nun erwartet hatte, dass die Bornreiher nach diesem Gegentreffer in sich zusammenbrechen würden, sah sich auf eindrucksvolle Art und Weise getäuscht. Stattdessen entfachten die Gäste in den letzten 30 Minuten einen wahren Angriffswirbel.

„Wir haben Rotenburg fasst 30 Minuten lang in deren Hälfte eingeschnürt“, berichtete Böschen. Besonders Jascha Stern sorgte nun für starke Offensivaktionen und war auch an der größten Bornreiher Ausgleichschance beteiligt. Zunächst setzte Patrick Müller einen Abschluss an die Querlatte, den ins Feld zurückprallenden Ball knallte Stern dann sofort nochmal ans Gebälk (74.). Kurze Zeit später war es abermals der Flügelflitzer, der mit seinem Torschuss scheiterte (80.). Die Zuschauer sahen nun eine dramatische Schlussphase, in der die Bornreiher alles nach vorne warfen und dem Ausgleich immer wieder nahe waren. „Das war auch die einhellige Meinung der meisten Zuschauer, dass das Unentschieden aufgrund der letzten halben Stunde durchaus verdient gewesen wäre“, berichtete Böschen, der allerdings auch wusste: „Aufgrund der ersten Hälfte hätte Rotenburg auch schon höher führen können.“

Am Ende blieb dem Bornreiher Trainerteam immerhin die Gewissheit, dass die Mannschaft den Ernst der Lage offenbar endlich verstanden hat. Böschen brachte diese Erkenntnis mit drei einfachen Worten auf den Punkt: „Die Truppe lebt.“

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